Cover-Bild Die Blutung der Welt
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19,50
inkl. MwSt
  • Verlag: epubli
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 364
  • Ersterscheinung: 06.10.2024
  • ISBN: 9783759888617
Renata Vivace

Die Blutung der Welt

Fesselnde Erotik mit Schattenseiten,
verstörend und mysteriös.

Blut ist Leben. Leben ohne Erinnerung sinnlos!

Linda verlor ihren ältesten Sohn Johann Wolfgang, der sich nach dem Freitod des besten Freundes erhängte. Die anderen Kinder ziehen in die Welt, um ihr eigenes Leben zu leben.
So allein gelassen, nimmt sie einen Gast auf und verliebt sich in ihn. Doch der mysteriöse Fremde sieht Geister und leidet unter Amnesie. Als die Kinder zurückkehren, erkennt er schnell, dass die Storys nicht zueinander passen.
Auf der Suche nach der Wahrheit kommen grauenhafte Geheimnisse ans Licht. Die Enthüllungen setzen eine eigene Dynamik in Gang.
Ist ihnen das Schicksal wohlgesonnen? Räumt es die Steine auf
dem Weg beiseite?

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.08.2025

Ein mystischer Einweihungspfad

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So manche Leserin und viele Rezensenten werden sich, nachdem sie die Blutung der Welt gelesen haben, der Frage stellen müssen, um was ging es in dem Buch eigentlich. Welche Ebene, welche Realität, welcher ...

So manche Leserin und viele Rezensenten werden sich, nachdem sie die Blutung der Welt gelesen haben, der Frage stellen müssen, um was ging es in dem Buch eigentlich. Welche Ebene, welche Realität, welcher Erzählstrang oder -stil hatte Bedeutung? Gibt es eine authentische wahre Geschichte hinter der Fiktion oder ist nicht jede von uns Marina und Marike, Linda und Luise, nicht jeder ein Karl oder Franz oder ein unbekannter Chauffeur, der ein Auto fährt in eine Welt, die nur wenige erkundet haben?
Allein ein Adept hat eine Ahnung von dem Pfad, auf den Renata Vivace uns führt; der schmale Grat, der die Dualität teilt. Rechts Rationalität, links Irrationalität; rechts Wirklichkeit, links Fiktion; rechts weiß, links schwarz; rechts Gefühl, links Verstand rechts nüchtern, links trunken – wahrlich, der auf dem Grat wandelt, ist immer beides zugleich. Nicht mehr These und Antithese, sondern einzig und allein Synthese. Und nur die überwindet Verwirrung und Verwüstung, Chaos und Aufbau, mit denen die Meisterin die Schülerin prüft.
Nun will ich Renata Vivace einreihen und in einem Atemzug nennen mit William Shakespeare (John Dee), Johann Wolfgang von Goethe, Hermann Hesse, Gustav Meyrink und Aleister Crowley. Sie alle schauten hinter die Kulissen und waren Wissende, Eingeweihte und Lehrer der Menschheit. Häufig verkannt, weil sich der Komödiant nach Beifall sehnt und nur das gelten lässt, was er selbst versteht; das Bühnenbild für Realität hält.
Wie die wahrhaft Wissende wirft Frau Vivace uns Brosamen hin, die wir begierig aufpicken. Eine echte Meisterin stellt die Erfahrung der Adepten über die abstrakte Wissensvermittlung. Insofern sind die Krümel echte Goldnuggets, die durch Übung und Meditation erfahrbar sind und zur Erleuchtung führen.
Was wären meine Behauptungen wert, könnte ich sie nicht beweisen. Nicht das Schwarze unterm Fingernagel! Hier folgen meine Begründungen:
Der Verlag gestattete mir ein telefonisches Interview mit der scheuen Autorin, die unter anderem Namen in der Nähe von Freiburg lebt und ihre Identität nicht preisgeben mag. Ich konnte ihr das Eingeständnis abringen, dass sie weiß, wovon ich spreche und dass sie einen Einweihungsweg gegangen ist. Leider teilte Frau Vivace mir nicht die Namen ihres Meisters mit. So vermag ich nur Indizien aufzuführen, die meine Behauptungen begründen.
Schon auf den Seiten 24 und 308 des Vorabdrucks eröffnet die Autorin das Tor für diese Sichtweise und ein Verständnis dieser Art. Die Antwort Mu auf einen Koan wie ‚Hat ein Hund Buddhanatur?‘, die über ein WauWau hinausgeht, verweist auf die Adeptin. Mit ihren Fußnoten reibt sie uns diesen Zusammenhang unter die Nase!: „Bedeutete der Tod unendliche Verneinung oder das absolute Nicht-Sein? Ich meinte nicht. Meine Visionen erschienen mir wahrscheinlicher. Mu stellt sich im Wald dar. Ein ewiges Vergehen und Werden.“ und „Wird Mu als Antwort gegeben, kann sie so interpretiert werden, dass Mu zugleich Antwort und Nicht-Antwort ist, weil die Frage einem dualistischen Geist entspringt und damit jede Antwort möglich wäre.“ Schon da fragt sich der geschulte Leser, welchem Pfad die Autorin gefolgt ist. Ist es Yoga oder Zen? Oder vielleicht doch einem abendländischen Eingeweihten wie Rudolf Steiner, Franz Bardon, Bo Yin Ra oder Ram Dass?
Ein weiteres Koan auf Seite 309: ‚Aus dem scharfen Knall, der durch Marikes Schuss in meine Welt gekommen war, wurde das Klatschen einer Hand, das durch die Ewigkeiten hallte. Ich durchbreche die Barriere.‘ Wie antwortet die Zen-Buddhistin auf die Frage ‚Wie klingt das Klatschen einer Hand?‘ Die Normale vielleicht mit der Anzahl ihrer Büstenhalter?! Frau Vivace hebt die Amnesie ihrer Protagonistin auf! Ein genialer Schachzug, dem sich der direkte Weg zur Erleuchtung anschließt, den sie vorher angekündigt hatte. Welche Barriere ist hier gemeint? Natürlich die, die sie vom EinsSein mit allem abhält. In bester (K.O.) Schmidtscher Diktion erzählt die Dichterin von der Verschmelzung mit unbekannten Wesen auf fremden Planeten. In einer Vision wird die Ich-Erzählerin zu einer methanatmenden Zwergin, danach zu einer tollpatschigen Riesin, die auf Planeten und Sterne trampelt und Galaxien in den Abgrund stürzt. Diese Bilder mischt Frau Vivace frei weg mit Einsichten aus der Zeit nach dem Erwachen und der Verschmelzung mit allem, was ist.
Zu guter Letzt möchte ich noch auf die Erfahrungen der „Studentin“ Vivace hinweisen, die bewusstseinsveränderte Drogen gemeistert hat. Aleister Crowley betont im Equinox die Wichtigkeit und Herangehensweise. Über viele Seiten hinweg protokolliert und erzählt er „The Psychology of Hashish“. Analog nimmt die Autorin uns in dem Kapitel ‚Laughing Buddha‘ auf die Reise zu dem tierischen Ich mit, das vor seinem Tod die Wohltaten des Drogenmixes Kokain und Gras erfährt. Einfach köstlich zu lesen. Und bitte, liebe Leserinnen und Leser, lassen wir die Kirche im Dorf. Hier geht es um das instinkthafte körperliche und auch (körper)bewusste Ich und nicht um einen tatsächlichen Hund! Bestimmt ist die Autorin eine Tierfreundin!
Sicher hat Renata Vivace das Aufzeigen sexueller Gewalt für wichtig erachtet, doch genauso die Lust, die aus dem respektvollen Miteinander resultiert. Und so will ich mit folgendem Zitat aus dem Prolog meine Rezension beschließen: „Doch wenn das Ziel immerwährende Ekstase ist, kann kein Opfer Opfer bleiben wollen, sondern die Missbrauchte oder der Vergewaltigte wird über das übliche Opfer-Täter Schema hinausgehen und sich in höherem Denken, in höherem Dasein versuchen wollen.“

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