Großartige Literatur - extrem direkt erzählt mit einem tollen Erzählfluss
Zum Inhalt:
Anna Nass ist jahrzehntelang Haushälterin bei dem katholischen Pfarrer Josef in einem kleinen Dorf. Als dieser plötzlich stirbt, muss sie sich mit seinem letzten Wunsch auseinandersetzen (nämlich ...
Zum Inhalt:
Anna Nass ist jahrzehntelang Haushälterin bei dem katholischen Pfarrer Josef in einem kleinen Dorf. Als dieser plötzlich stirbt, muss sie sich mit seinem letzten Wunsch auseinandersetzen (nämlich dass er nicht auf dem örtlichen Friedhof begraben werden will sondern seine Asche in der Nordsee verstreut haben möchte) und gleichzeitig mit einem jungen Pfarrer, der direkt aus Rom als Nachfolger geschickt wird, der aber nur Plattdeutsch spricht.
Nachdem Anna sich all die Jahre fast nur um Josef und die Gemeinde gekümmert hat, ist es nun vielleicht an der Zeit, dass sie sich auch um sich selbst kümmert.
Meine Meinung:
Von Anfang an habe ich mich beim Lesen dieses Romans total wohlgefühlt. Ich wusste zwar manchmal nicht, wohin der Erzählfluss will und was mich nun als nächstes erwartet, aber mir kam es vor, als würde sich Anna Nass direkt mit mir unterhalten. Dabei kam sie von einem ins andere, erzählte mal aus der Gegenwart, mal aus der Vergangenheit, immer aber gab es einen Anlass für die Wendung in der Geschichte, einen Aufsatzpunkt für eine Episode.
Sehr gut gefallen hat mir der besondere Humor in der Erzählung und ich habe das eine oder andere Mal nicht nur geschmunzelt, sondern Tränen gelacht.
So komisch, besonders und manchmal schrullig sind die Episoden rund um das kleine Dorf, die Bewohner und die Gemeinde.
Auch wenn man sich manchmal fragt, ob es überhaupt einen Spannungsbogen und eine Message in der Geschichte geben wird, so konvergiert sie doch am Ende hin zu einem wunderschönen Finale. Es fügt sich alles gut zusammen, Anna findet für sich auch noch etwas anderes als die Gemeinde und es ergibt sich eine richtig verschworene Gemeinschaft.
Fazit:
Ein wirklich toller Roman, in den ich mich richtig fallen lassen konnte.