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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.11.2020

Erwärmt das Herz und macht Mut

Bergsalz
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In einem kleinen Ort leben viele Witwen. Jede ist alleine, kocht für eine Person, isst alleine… Das ändert sich, als eines Mittags die eine Nachbarin bei der anderen klingelt. Da teilt man sich ein Mittagessen ...

In einem kleinen Ort leben viele Witwen. Jede ist alleine, kocht für eine Person, isst alleine… Das ändert sich, als eines Mittags die eine Nachbarin bei der anderen klingelt. Da teilt man sich ein Mittagessen und gemeinsame Zeit. Schnell kommt noch eine Nachbarin hinzu und noch eine und noch eine… - bis eine ganze Bewegung daraus entsteht.


Meine Meinung:
Das kleine Büchlein ist ganz besonders erzählt, stellenweise wirkt es wie direkte (mündliche) Rede, ein wenig in süddeutschem Dialekt. Manchmal fand ich es fast schon poetisch oder philosophisch erzählt.

Die handelnden Personen sind sehr warmherzig gezeichnet. Am Anfang kommt ganz deutlich eine gewisse Traurigkeit oder Melancholie heraus, wenn eine alleine lebt und isst etc.
Je mehr die Bewegung um sich greift, desto mehr Freude und Mut versprüht das Buch. Je mehr Leute hinzukommen, desto mehr Ideen kommen auch zukommen. Daher ist das Buch auch ein Manifest für möglichst diverse Team, die ganz unterschiedliche Ideen und sich in der Zusammenarbeit ergänzen können.

Sehr gut gefallen hat mir, dass sich die alteingesessenen Menschen in dem Dorf mit Geflüchteten zusammenfinden und ein großes Projekt, nicht nur zum gemeinsamen Kochen und Essen, sondern auch für eine Belebung des Dorfes entsteht.

Insgesamt finde ich es klasse, dass das Buch viel Mut macht, einfach mal mit etwas Gutem anzufangen.


Fazit:
Dieses Buch war ein ganz besonderes Kleinod in der letzten Zeit, das mich sehr positiv inspiriert hat. Toll finde ich die Botschaft „einfach mal machen“!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.11.2020

Ein richtiger Wohlfühlroman von der ersten bis zur letzten Seite

Eva und die Apfelfrauen
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Die fünf Freundinnen Eva, Nele. Marion, Julika und Dorothee sind zwischen 42 und 55 und möchten das Experiment einer gemeinsamen WG ausprobieren, bevor sie endgültig aus dem besten Alter raus sind.
Auf ...

Die fünf Freundinnen Eva, Nele. Marion, Julika und Dorothee sind zwischen 42 und 55 und möchten das Experiment einer gemeinsamen WG ausprobieren, bevor sie endgültig aus dem besten Alter raus sind.
Auf ihre Anzeige hin vererbt ihnen eine alte Damen ein großes Haus mit Garten – doch das liegt nicht in Berlin, sondern in der brandenburgischen Mark…
So wagen die Freundinnen das Abenteuer und ziehen für einen Sommer aufs Land, wo sie sich unter anderem mit der Apfelernte und dem Verarbeiten vieler Äpfel sowie mit netten und weniger netten Dorfbewohnern beschäftigen dürfen.


Meine Meinung:
Tania Krätschmar erzählt so warmherzig und flüssig, dass ich mich beim Lesen – wieder einmal – von der ersten Seite an wohlgefühlt habe. Das Buch hat mein Herz erwärmt und mir wirklich sehr schöne Lesestunden geschenkt, die für mich wie ein kleiner Urlaub waren.
Die fünf Freundinnen sind in ihrer Unterschiedlichkeit alle total gut charakterisiert und mit einem liebevollen Augenzwinkern beschrieben. Jede der fünf entwickelt sich im Laufe der Handlung weiter – und zwar sehr glaubwürdig und stimmig.

Daneben hat mir auch die Anlage der Geschichte und der Spannungsbogen sehr gut gefallen. So konnte ich das Buch nur schwer auf der Hand legen, weil ich immer wissen wollte, wie es weitergeht.

Neben der schönen Geschichte sind auch die Beschreibungen der Natur, der alten Apfelsorten, der Rezepte etc. sehr einladend und unterhaltsam. Ganz nebenher habe ich auf sehr kurzweilige Art einiges gelernt!


Fazit:
Auch dieses Buch von Tania Krätschmar ist ein rundum gelungener Lesegenuss – es ist kurzweilig, unterhaltsam und auf niveauvolle Weise ein echtes Wohlfühlbuch! Unbedingt lesen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.11.2020

Spannender und aktueller Thriller rund um ein mächtiges Zahlungsverkehrsunternehmen

Die Mächtigen
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Einer der Chefs eines großen Konzerns stürzt im Zenit der Macht in den Tod. Sein Platz wird schnell von dem machthungrigen von Wolfenweiler übernommen, der große Pläne mit dem Unternehmen hat: Er will ...

Einer der Chefs eines großen Konzerns stürzt im Zenit der Macht in den Tod. Sein Platz wird schnell von dem machthungrigen von Wolfenweiler übernommen, der große Pläne mit dem Unternehmen hat: Er will eine Software entwickeln, die den gesamten europäischen Zahlungsverkehr abwickelt und vielleicht sogar das Bargeld ablösen kann. Der IT-Experte Tamás Varta wird angeheuert, um das Programm auf Sicherheitslücken zu prüfen – und findet prompt ein Problem. Wird ihn das sein Leben kosten? Eine wilde Verfolgungsjagd beginnt…


Meine Meinung:
Der umfangreiche Thriller ist unglaublich spannend geschrieben und zeichnet sich von Anfang an durch ein wahnsinniges Tempo aus. Aufgrund der vielen handelnden Personen ist es gar nicht so einfach, am Anfang den Überblick zu behalten, aber im Laufe der Handlung weiß man besser, wer wer ist und kann das Buch aufgrund der Spannung gar nicht mehr aus der Hand legen.
Zwischendurch fand ich Handlung ganz schön grausam aufgrund vieler Kampf- und Folterszenen. Aber das war in dem Genre ja durchaus zu erwarten…
Die Personen fand ich anfangs zum Teil etwas undurchsichtig, was durchaus zu unerwarteten Überraschungen führte. Aber die Entwicklung der Personen, die gegen die Mächtigen kämpfen, war sehr stimmig und nachvollziehbar beschrieben – und führte dann für einige am Schluss auch zu einem versöhnlichen Ausgang…
Ganz besonders gut hat mir an diesem Roman gefallen, wie die wirtschaftlichen und IT-technischen Themen rund um Zahlungsverkehr, Blockchain, Bitcoin, die Hacker-Community etc. beschrieben werden. Die Beschreibungen sind alle sehr zutreffend und interessant gehalten, ohne zu sehr ins Detail zu gehen oder Wissen vorauszusetzen, das nur Experten haben. Dadurch lässt sich das Buch in jedem Fall gut lesen.
Zusammenhänge zum Wirecard-Skandal sind sicherlich nicht beabsichtigt, aber drängen sich dem Leser irgendwie auf und verdeutlichen die grundsätzliche Aktualität des Themenkomplexes.


Fazit:
Der Roman hat wirklich nicht zu viel versprochen und konnte meine Erwartungen sehr gut erfüllen. Der spannende Thriller ist allerdings nichts für schwache Nerven oder empfindliche Mägen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.11.2020

Langwierige und langatmige Familiengeschichte ohne rechten Clue

Das Flüstern der Bäume
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Über vier Generationen einer Familie in Kanada wird eine Geschichte erzählt, die mit dem Fleckchen Erde „Greenwood Island“ eng verknüpft ist.
Eine große Rolle in der Familie spielt der Wald, spielen die ...

Über vier Generationen einer Familie in Kanada wird eine Geschichte erzählt, die mit dem Fleckchen Erde „Greenwood Island“ eng verknüpft ist.
Eine große Rolle in der Familie spielt der Wald, spielen die Bäume. So enthüllt das Buch Jahresring um Jahresring die Geheimnisse der Familie und ihrer Beziehungen…
Es spannt dabei einen großen Bogen aus der Zukunft bis zur über 100 Jahre zurückliegenden Vergangenheit.


Meine Meinung:
Das Buch fing für mich ganz vielversprechend an und brachte Andeutungen rund um Umweltprobleme und das sog. „große Welken“. Auch die handelnden Personen erschienen mir erst vielversprechend.
Daneben fand ich es auch sehr gelungen angelegt, dass wir in der Zukunft starten, zurückgehen in die Gegenwart, bis in die weitere Vergangenheit und dann wieder nach vorne über Gegenwart…

Leider hielt die Geschichte nicht ganz, was sie am Anfang versprochen hat.
Es ging eigentlich nur noch sehr langatmig um sehr detaillierte und nicht immer nachvollziehbare Verästelungen in Ereignissen in der Vergangenheit. Der Erzählstil hat mich im Laufe des Buches dann auch nicht mehr so richtig vom Hocker gerissen.

Schade fand ich auch, dass es am Ende gar nicht mehr wirklich um die Umweltprobleme ging und das „große Welken“ ging. Es stand in der Tat nur noch die Familiengeschichte im Vordergrund.


Fazit:
Das Buch konnte leider meine hohen Erwartungen nicht durchgängig erfüllen. Irgendwie fehlte mir der rechte „Clue“. Ich nehme für mich irgendwie nichts von dieser Geschichte mit…

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.11.2020

Wieder richtig atmosphärisch erzählt mit tollen Figuren

Fräulein Gold: Scheunenkinder
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Im zweiten Band rund um die Hebamme Hulda Gold, der wieder in Berlin, dieses Mal im Jahr 1923 spielt, hat sie eine Wöchnerin im Scheunenviertel, in dem vor allem orthodoxe Juden auf engstem Raum leben. ...

Im zweiten Band rund um die Hebamme Hulda Gold, der wieder in Berlin, dieses Mal im Jahr 1923 spielt, hat sie eine Wöchnerin im Scheunenviertel, in dem vor allem orthodoxe Juden auf engstem Raum leben. Irgendetwas ist komisch in der Familie, die junge Schwangere scheint vor irgendetwas Angst zu haben. Als dann der kleine Junge spurlos verschwindet, macht Hulda sich auf die Suche und recherchiert auf eigene Faust im Scheunenviertel…


Meine Meinung:
Mir hat schon der erste Teil rund um die mutige Hebamme Hulda Gold sehr gut gefallen und ich habe mich über ein Wiedersehen mit den liebgewonnenen und warmherzig beschriebenen handelnden Personen sehr gefreut. Es hat mir in diesem Teil auch wieder sehr gut gefallen, wie Hulda und auch der Kommissar Karl North sich weiterentwickelt haben.
Der beschriebene Kriminalfall, in den Hulda hineingezogen wird, ist auch wieder sehr düster und unheimlich und führt in eine sehr dunkle Welt. Sehr gelungen beschrieben sind ihre Ermittlungen und ihr beherztes Handeln. Es gibt wieder einige überraschende Wendungen, aber insgesamt ist alles sehr stimmig und passend konstruiert.
Am besten hat mir auch in diesem Teil wieder die atmosphärische Beschreibung der Situation in Berlin. Man erkennt schon 1923, dass die Polizei und auch die Gesellschaft von Rechten durchzogen ist, es passiert schon ein erstes furchtbares Pogrom, dass sich gegen sog. „Ostjuden“ richtet… Und sehr authentisch und plastisch wird beschrieben, wie die Menschen unter der Inflation leiden und Lebensmittel mehrere Milliarden oder Billionen Reichsmark kosten.


Fazit:
Der Roman war viel zu schnell ausgelesen. Ich fand ihn wieder richtig gelungen und habe die spannende Geschichte sehr gerne gelesen, aber auch das Wiedersehen mit den liebgewonnenen Figuren.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere