Packender und fundiert recherchierter historischer Roman über eine spannende Zeit
Tage des WandelsZum Inhalt:
Münsterland, im 17. Jahrhundert: Als Kriege über das Land ziehen und Höfe von Soldaten geplündert und verwüstet werden, werden Adam und Eva als Zwillinge auf dem Kalmulehof geboren.
In dem ...
Zum Inhalt:
Münsterland, im 17. Jahrhundert: Als Kriege über das Land ziehen und Höfe von Soldaten geplündert und verwüstet werden, werden Adam und Eva als Zwillinge auf dem Kalmulehof geboren.
In dem damaligen Rechtsgefüge gilt der zweite Zwilling als Geschenk Gottes und ist leibfrei. So überlegt Eva, was sie machen soll, nachdem sie sich auf dem elterlichen Kalmulehof nach dem Einzug ihrer Schwägerinnen nicht mehr willkommen fühlt. Es ergibt sich über ihre Patin, dass sie bei einem Pfarrer den Haushalt führen kann und dort nach und nach zu einem geschätzten Mitglied der Gemeinde wird.
Meine Meinung:
Ich hatte den ersten Teil der Trilogie historischer Romane schon sehr gerne gelesen und mich auf das Erscheinen des zweiten Bandes sehr gefreut. Meine hohen Erwartungen an diesen zweiten Teil wurden nicht enttäuscht, sondern eher noch übertroffen.
Mit den handelnden Personen, allen voran Protagonistin Eva, konnte ich mich sofort sehr gut identifizieren und ich habe mit ihr mitgefiebert. Besonders gut gefallen hat mir, dass Eva als sehr reflektiert und empathisch beschrieben wird. Auch Gefühle kommen nicht zu kurz.
Die Geschichte an sich hat einen gelungenen Spannungsbogen, der (beruhend auf wahren Gegebenheiten) natürlich auch von den historischen Zusammenhängen getrieben- wird.
Hierbei merkt man deutlich die fundierte Recherche und sehr realistätsnahe Darstellung - zum Beispiel zu den kriegerischen Auseinandersetzungen, rund um die Religionszugehörigkeiten oder generell in Bezug auf den Alltag der Menschen, was sie gegessen haben, wie sie Häuser und Kleidung hergestellt haben etc. Ich bin sehr froh, dass ich heute lebe, denn man kann sich beim Lesen schon sehr gut vorstellen, wie hart und entbehrungsreich der Alltag zu der Zeit war. Hunger, Seuchen wie die Pest, Gewalt durch Kriege - was man aus den Seiten entnimmt, ist schon harter Tobak.
Auch das Lokalkolorit im Münsterland war sehr gut nachvollziehbar und ausgeprägt, so dass ich mich gefreut habe, über Burg Vischering, Haus Senden etc. zu lesen.
Fazit:
Insgesamt ist der Roman für mich ein Musterbeispiel für einen historischen Roman - gründlich recherchiert, spannend und emotional erzählt mit warmherzig gezeichneten handelnden Personen.