Alt trifft jung und ist doch gar nicht so verschieden
Liss (Elisabeth) bewirtschaftet die Felder ihres Hofes. Sally (Sarah) ist gerade aus einer Jugendklinik abgehauen, in der sie wegen Depressionen und Magersucht behandelt wurde bzw. werden sollte. Die beiden ...
Liss (Elisabeth) bewirtschaftet die Felder ihres Hofes. Sally (Sarah) ist gerade aus einer Jugendklinik abgehauen, in der sie wegen Depressionen und Magersucht behandelt wurde bzw. werden sollte. Die beiden Frauen haben offensichtlich nichts gemeinsam. Doch Sally braucht einen Platz zum Schlafen, wenigstens für eine Nacht. Liss hat reichlich Platz in ihrem Wohnhaus. So verbinden sich die Leben zweier fremder Menschen und es knüpfen sich wie von selbst Fäden, die zu Seilen werden.
Das genaue Alter von Liss wird nicht erwähnt. Ich schätze sie zwischen 45 und Mitte 50 Jahren. Sally ist 17 Jahre alt. In den meisten Büchern stört es mich, wenn ich das genaue Alter der Protagonist*innen nicht kenne. In diesem hier spielt es fast keine Rolle. Liss könnte genau so gut Mitte 20 oder 30 sein. Zumindest am Anfang ist das unwesentlich.
Mich hat die Geschichte, die das Mädchen und die Landwirtin verbindet, sofort in Bann gezogen. Das Buch liest sich sehr leicht und die Seiten fliegen nur so dahin und plötzlich zieht die Handlung an und es wird sehr spannend (kein Spoiler!).
Es geht um eine ungewöhnliche Freundschaft, um Zusammenhalt und Unterstützung ohne Gegenleistung zu erwarten. Genau das hat Liss mir unheimlich sympathisch gemacht und sie ist mir ein Vorbild mit ihrer nach außen hin (größtenteils) eher gelassenen Art die gegebenen Umstände zu akzeptieren und einfach zu helfen, wo sie gebraucht wird. Sally ist so ziemlich das Gegenteil: impulsiv und empfindlich, schnell aufbrausend. Aber auch sie lässt sich von Liss Charakterzügen anstecken und erfährt dabei noch etwas über sich selbst.
Eine wirklich schöne Geschichte um eine etwas ungewöhnliche Freundschaft, die ich innerhalb von 7 h durchgelesen habe.