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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.03.2020

Feminismus rückwärts

Der Report der Magd
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In rot gekleidet mit weisser Scheuklappen-Haube kennt Desfred nur ein Ziel: schwanger werden und ein Kind bekommen. Gelingt ihr das nicht, steht ihr Leben auf dem Spiel. Denn als Magd hat sie nur diese ...

In rot gekleidet mit weisser Scheuklappen-Haube kennt Desfred nur ein Ziel: schwanger werden und ein Kind bekommen. Gelingt ihr das nicht, steht ihr Leben auf dem Spiel. Denn als Magd hat sie nur diese Aufgabe zu erfüllen. Gestützt auf religiösen Dogmen soll jede Magd ihrem Kommandaten und seiner Ehefrau ein Kind schenken, als ob es deren wäre. Doch Desfred lassen die Gedanken an die Vergangenheit nicht los.

Ich habe schon viel über diesen Bestseller gehört und wollte mir ein eigenes Bild machen. Desfred erzählt von ihren Erlebnissen, wodurch man sich bald ihr nahe fühlt. Der Schreibstil erfordert etwas mehr Konzentration beim Lesen, um nicht wichtige Details zu verpassen. Aber es lohnt sich. Grundsätzlich hätte ich gern etwas mehr Hintergrundinformationen während des Lesens, wieso die Welt ist, wie sie ist, bekommen. Man wird etwas ins aktuelle Geschehen hineingeworfen. Das ist das einzige, was ich als einen feinen Kritikpunkt anbringen kann.

Mein Fazit daher: Die Geschichte ist eine intensive Erzählung, die nachdenklich macht. Ich hätte mir etwas mehr Hintergrundinfos gewünscht, aber auch so schafft es Atwood eine realitätsnahe Atmosphäre zu erzeugen. 4 Sterne.

  • Cover
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  • Handlung
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Veröffentlicht am 16.03.2020

Zu pragmatisch

Geteilt durch zwei
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Nadja Kleman führt ein geregeltes Leben, doch schon ewig hat sie das Gefühl, ihr fehle etwas Entscheidendes in ihrem Leben. Per Zufall erfährt sie, dass sie eine Zwillingsschwester hat. Sie macht sich ...

Nadja Kleman führt ein geregeltes Leben, doch schon ewig hat sie das Gefühl, ihr fehle etwas Entscheidendes in ihrem Leben. Per Zufall erfährt sie, dass sie eine Zwillingsschwester hat. Sie macht sich auf die Suche nach ihr und ihrer biologischen Familie. Doch die Vergangenheit verbirgt viele Geheimnisse. Ein Wechselbad der Gefühle erwartet sie, mit vielen Fragen und schmerzhaften Erkenntnissen. Findet am Ende das Puzzlestück, nach dem sie sich immer gesehnt hat?

Das Cover und der Klappentext weckte in mir eine Vorfreude auf eine gefühlvolle Familiengeschichte. Leider wurde ich enttäuscht. Besonders die Hauptprotagonistinnen zeigten teilweise nicht vollziehbare Verhaltensweisen, bei denen man nur die Stirn runzeln musste. Ich glaube, dass Hauptproblem liegt in der Erzählweise, die zu pragmatisch war, und darin, dass die Autorin zuviele Themen verpacken wollte. So war es nicht packend Nadjas Suche nach der familiären Wahrheit zu verfolgen und emotional bewegt mich kaum ewas. Grundsätzlich muss ich sagen, das Buch war nett zu lesen, aber hat die Herzen der Leser verfehlt. 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 13.03.2020

Menschliche Realität

Ein wenig Glaube
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Lyle und Peg Hovde sind überglücklich als ihre alleinerziehende Adoptivtochter Shiloh mit ihrem fünfjährigen Sohn Isaac nach Hause zurückkehrt. Besonders ihr Enkel wärmt ihr Grosselternherz. Bis Shilo ...

Lyle und Peg Hovde sind überglücklich als ihre alleinerziehende Adoptivtochter Shiloh mit ihrem fünfjährigen Sohn Isaac nach Hause zurückkehrt. Besonders ihr Enkel wärmt ihr Grosselternherz. Bis Shilo sich einer radikalen Glaubensgemeinschaft anschliesst. Besonders Lyle beobachtet, wie sich Shilo und Isaac verändern. Shilo distanziert sich immer mehr von ihren Eltern und stösst damit Isaac in eine tödliche Spirale. Kann Lyle noch eingreifen?

Dieser Familienroman ist sehr realistisch und menschlich geschrieben. Die Erzählung aus Sicht des Grossvaters Lyle ist sehr berührend und emotional. Wie ist es, wenn man im letzten Lebensabschnitt mit neuen Ansichten und Werten konfrontiert wird? Kann man den Glauben eines anderen bedingungslos akzeptieren, wenn man selbst auf der Suche nach ihm ist? Besonders die Bodenständigkeit von Lyle und Peg und ihre Liebe zueinander, aber auch gegenüber Shilo und Isaac haben mich richtig am Herzen gepackt. Definitiv 5 Sterne wert.

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Veröffentlicht am 04.03.2020

Die Jagd geht weiter

Gefürchtet
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Die Ex-FBI-Agentin Jane Hawk verfolgt weiter ihr Ziel die Arkadier, eine Gruppe priviligierter Menschen, die andere durch Nano-Kontrollmechanismen verslaven oder zum Selbstmord treiben, zu stürzen. Je ...

Die Ex-FBI-Agentin Jane Hawk verfolgt weiter ihr Ziel die Arkadier, eine Gruppe priviligierter Menschen, die andere durch Nano-Kontrollmechanismen verslaven oder zum Selbstmord treiben, zu stürzen. Je näher sie dem Kern der Verschwörer kommt, desto gefährlicher wird es. Die Arkadier setzten alles daran Jane zum Schweigen zu bringen, was auch verherrende Auswirkungen auf ihren fünfjährigen Sohn Travis hat. Kann Jane ihn und sich gut genug beschützen?

Im dritten Teil der Reihe rund um Jane Hawk geht es vor allem am Anfang actionreich zur Sache. Ab der Mitte flacht die Geschichte zwar etwas ab, aber es bleibt spannend. Dean Koontz legt sehr viel Wert auf atmosphärische Beschreibungen des Geschehens, was mir sehr gefällt. Teilweise driftet der Autor aber etwas zu sehr in philosophische Gefilde ab, wobei die Frage "Wann wird das Gute böse?" interessant ist. Ich freue mich nun auf den vierten Teil, vor allem nach dem emotionalen Cliffhanger. 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 28.02.2020

Gegen das Vergessen

Rückkehr nach Birkenau
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Als die 19jährige Ginette Kolinka im März 1944 nach Hause kommt, wird sie zusammen mi ihrem Vater, ihrem kleinen Bruder und ihrem Neffen verhaftet und nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Nie hätte sie ...

Als die 19jährige Ginette Kolinka im März 1944 nach Hause kommt, wird sie zusammen mi ihrem Vater, ihrem kleinen Bruder und ihrem Neffen verhaftet und nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Nie hätte sie sich vorstellen können, was sie erleben wird. Schläge, Hunger, Kälte, beraubt jeder Menschlichkeit. Sie kehrt als einzige nach Hause zurück. Erst als Steven Spielberg Zeitzeugen für seinen "Schindlers Liste" sucht, findet sie den Mut von ihren Erlebnissen zu erzählen und sogar an den Ort des Grauens zurückzukehren. Heute mit 94 Jahren ermahnt sie, ihre Erinnerungen weiterzutragen.


Schon am Anfang ist man sogleich im Lager und im Irrsinn mitgefangen. Nüchtern erzählt die Autorin, wie sie naiv alles hinnahm und nie ein solches Schrecken erwartet hatte. Gebrochen, krank und nur mit einem letzten Hauch Lebenswille überlebte sie die Hölle. Leider hüpft Ginette in ihren Erinnerungen hin und her. Mir hätte eine chronologische Abfolge besser gefallen, um alles besser nachvollziehen zu können.


Dieses Buch ist ein erschreckender Tatsachenbericht. Eine schwere, aber wichtige Kost. Wer trägt diese Erinnerungen weiter, wenn Ginette und andere Zeitzeugen nicht mehr da sind? Niemals sollten sie vergessen werden. 4 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
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