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Veröffentlicht am 31.07.2021

Wohin geht's?

Madame le Commissaire und der Tod des Polizeichefs
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Madame Le Commissaire Isabelle Bonnet ist langsam in ihrem neuen, entschleunigten Leben an der Côte d’Azur in Südfrankreich angekommen. Die Geister der Vergangenheit spuken noch herum, aber dafür ist Arbeiten ...

Madame Le Commissaire Isabelle Bonnet ist langsam in ihrem neuen, entschleunigten Leben an der Côte d’Azur in Südfrankreich angekommen. Die Geister der Vergangenheit spuken noch herum, aber dafür ist Arbeiten die beste Ablenkung. Gerade als sie sich einem Cold Case Fall, bei dem es um einen Juwelenraub in Cannes geht, widmen will, bekommt sie den Auftrag den Selbstmord des Polizeichefs zu untersuchen. Zusammen mit ihrem Assistenten Apollinaire geht sie auf Spurensuche, aber nicht alle sind über ihr Herumstochern erfreut.

Dieser dritte Provence-Krimi von Pierre Martin ist etwas ruhiger in der Grundstimmung. Mir gefiel es sehr, wie Isabelle ihre traumatischen Erlebnisse in Paris langsam hinter sich lässt und sich selbst den Fragen "Wer bin ich?" und "Wer will ich sein?" widmet. Die beiden Krimifälle erfordern viel Ermittlungsarbeit und waren für mich etwas in der Auflösung vorhersehbar, aber ich fand sie trotzdem spannend.

Mein Fazit: Wer Madame le Commissaire näher kennenlernen will, muss dieses Buch lesen. Es beinhaltet eine wichtige Charakterentwicklung für die Reihe. 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 28.07.2021

Zurück ins Mittelalter

Der Fluch von Blaye
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In der Stadt Blaye, am Ufer der Gironde, findet jddes Jahr ein mitteralterliches Theaterfestival statt. Doch dieses Jahr überschattet ein gefundener Toter am Fusse eines Aussichtspunkt die Festivitäten. ...

In der Stadt Blaye, am Ufer der Gironde, findet jddes Jahr ein mitteralterliches Theaterfestival statt. Doch dieses Jahr überschattet ein gefundener Toter am Fusse eines Aussichtspunkt die Festivitäten. Madame le Commissaire Pauline Castelot übernimmt mit ihrem Sonderermittlerteam den Fall und bald stellt sich die Frage: War der mysteriöse Unfall ein heimtückischer Mord? Sind andere auch in Gefahr?

Der zweite Band rund um die Madame le Commissaire Pauline Castelot gefiel mir etwas besser als der erste. Die Autorin legt nach wie vor viel Wert auf die Beschreibungen von Land, Leuten und Kulinarik des Bordeaux, aber dieses Mal in einem Mass, so dass man sich fühlt, als würde man gerade selbst Ferien in der Gegend machen. Die Ermittlungen ziehen sich etwas, aber ich fand sie trotzdem spannend mitzuverfolgen. Ein kleines Kritikpünktchen habe ich zum Text: Einzelne Beschreibungen wurden 1:1 aus dem ersten Buch übernommen. Da ich Band eins gerade gelasen habe, fand ich die wortwörtlichen Wiederholungen unschön. Aber davon gibt es zum Glück nicht allzu viele.

Mein Fazit: Ein Kriminalfall mit leichten Schwächen, bei dem Ferienstimmung aufkommt. 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 24.07.2021

Savoir vivre

Das Grab im Médoc
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In namhaften Weingütern rund um Bordeaux häufen sich Einbrüche. Als zudem der Winzer Armand tot in einem Brunnen gefunden wird, nimmt die Sonderermittlungseinheit Médoc die Ermittlungen auf. Geleitet von ...

In namhaften Weingütern rund um Bordeaux häufen sich Einbrüche. Als zudem der Winzer Armand tot in einem Brunnen gefunden wird, nimmt die Sonderermittlungseinheit Médoc die Ermittlungen auf. Geleitet von Madame le Commissaire Pauline Castelot suchen sie nach Hinweisen auf die Täter. Als eine zweite Leiche in den Weinberger entdeckt wird, stellt sich für alle schnell die Frage: Haben die Einbrüche wirklich eine Verbindung zu den Toten?

Dieser Auftakt einer neuen Reihe rund um Pauline Castelot lässt sich leicht lesen. Ich genoss das Abtauchen in das französische Genussleben. Die Sonne, das Essen, die Kultur. Man merkt die Liebe der Autorin für diese Gegend.

Leider kam vor lauter Schlemmerei die Spannung etwas zu kurz. Ich glaube, dass lag aber vor allem an den vielen Charakteren. Jeder wird einzeln eingeführt, meist mit einem tragischen Hintergrund. Es viel mir etwas schwer den Überblick zu behalten und durch die Menge blieben alle für mich eher oberflächlich. Der Fall selbst baut sich eher langsam auf, schliesslich muss man pünktlich im Restaurant ein Mehr-Gänge-Menu verputzen. Das Ende kam mir dann auch zu abrupt . Ich hätte mir etwas mehr Wendungen gesamthaft gewünscht.

Mein Fazit: Wer weniger auf einen spannenden Krimi aus ist, dafür sich über eine sommerliche Lesereise ins Bordeaux freut, dem kann ich dieses Buch sehr empfehlen. 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 23.07.2021

Stay away

Stay away from Gretchen
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Tom Monderaths Leben dreht sich auf den Kopf, als seine Mutter Greta immer eigenartiger und vergesslicher wird. Als ob sein Job als bekannter Nachrichtenmoderator nicht schon stressig genug wäre. Doch ...

Tom Monderaths Leben dreht sich auf den Kopf, als seine Mutter Greta immer eigenartiger und vergesslicher wird. Als ob sein Job als bekannter Nachrichtenmoderator nicht schon stressig genug wäre. Doch er entdeckt bald, dass seine Mutter während des Zweiten Weltkrieges und der Nachkriegszeit vieles erlebt hatte und sich ihre Geheimnisse auch auf sein Leben in der Gegenwart auswirken. Kommt er ihnen auch im Angesicht von Greta immer schlechteren Gedächtnisses auf die Spur? Und vorallem: Will er das?

Die Erzählung dieses Romans bringt sehr viel Diskussionsstoff mit sich. In zwei Zeitebenen verfolgt der Leser Tom und seine Mutter und dann Gretas Leben von früher. Greta ist mir schnell ans Herz gewachsen. Unglaublich, was sie schon als Kind mitmachen musste und wie sich die Demenz im Alter auswirkt. Doch Tom konnte mich nicht berühren. Er wirkte auf mich egozentrisch und arrogant. Dazu kamen ganz viele Themen der Weltgeschichte auf den Tisch. Hitlerjugend, Zweiter Weltkrieg, Vertriebene Ostpreussen, Besatzungsdeutschland, Rassismus in Deutschland/in Amerika, US-Bürgerrechtskriege, Brown Children, Traumata, Demenz und und und. Ich fand alles sehr spannend, aber die Menge erschlug mit beim Lesen etwas. Wobei alles von der Autorin sehr gut recherchiert war.

Mein Fazit: Wer sich dem Gräuel der Weltgeschichte stellen möchte, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Mir waren es etwas zuviele Themen. Aber es ist trotzdem sehr eindrücklich. 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 18.07.2021

Bewegende Geschichte eines Staates

Der letzte Palast von Prag
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Der jüdische Industrielle Otto Petschek hatte Anfang des 20. Jahrhunderts eine Vision und wollte einen Palast in Prag bauen. Doch er konnte nicht ahnen, das dieses Gebäude die Weltgeschichte durchleben ...

Der jüdische Industrielle Otto Petschek hatte Anfang des 20. Jahrhunderts eine Vision und wollte einen Palast in Prag bauen. Doch er konnte nicht ahnen, das dieses Gebäude die Weltgeschichte durchleben wird. Düstere politische Zeiten mit den darin lebenden Menschen. Ein Jahrhundert später bezieht der neue US-Botschafter in Prag Norman Eisen das Haus, das als letzten Palast in Prag berühmt war. Von Neugier gepackt verfasste er dessen Geschichte und spiegelt darin die Geschichte dieser einzigartigen Stadt und ganz Europas im 20. Jahrhundert wider.

Vom Erbauer Otto Petschek, über unterschiedliche US-Botschafter bis zu der ehemaligen Schauspielerin Shirley Temple. Viele bewohnten das Palais und trugen zur Geschichte der Tschechoslovakai bei. Dem Autor Norman Eisen ist es gelungen Weltgeschichte auf eine menschliche Weise darzustellen, auch durch die Geschichte seiner eigenen Mutter, die ein Konzentrationslager überlebte.

Die Erzählung umfasst die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg bis zur Spaltung der Tschechischen Republik und Slowakei 1993. Mir wurde bewusst, wie das junge Land durch viel Unheil gehen musste und dennoch sich allem stellte. Besonders, neben der Zeit des Zweiten Weltkrieges, ging mir die Invasion der Russen 1968 sehr nahe, da meine Familie diese miterlebt hatte.

Mein Fazit: Ein sehr tiefgehendes Buch über die Geschichte der Tschechoslovakei, die kompakt alle Geschehnisse der Weltgeschichte erzählt. Sehr empfehlenswert. 5 Sterne.

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