Unheimlich gute erste 3/4, aber enttäuschendes Ende
Eine Dinnerparty unter engen Freunden läuft aus dem Ruder, als Willa sich mit ihren Erinnerungen an ihre vor Jahrzehnten verschwundene Schwester auseinandersetzen muss.
Mit dieser spannenden Ausgangssituation ...
Eine Dinnerparty unter engen Freunden läuft aus dem Ruder, als Willa sich mit ihren Erinnerungen an ihre vor Jahrzehnten verschwundene Schwester auseinandersetzen muss.
Mit dieser spannenden Ausgangssituation startet “So ist das nie passiert”. Perspektivwechsel zwischen Willa und ihrer besten Freundin Robyn und Zeitsprünge zwischen Gegenwart und Vergangenheit lassen einen direkt tief in die Geschichte eintauchen und die ersten 300 Seiten konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen.
Auch der leichte Schreibstil trug dazu bei, ja es ist kein literarisches Meisterwerk, aber für eine gute Geschichte bedarf es ja nicht unbedingt einer anspruchsvollen Sprache. Nachdem das Thema der verdrängten/ falschen Erinnerungen so prominent in der Eingangsszene platziert wurde, habe ich mit einer raffinierten Auflösung gerechnet, bei der nichts so ist, wie es in Willas Erinnerungen zu sein scheint.
Dahingehend wurde ich leider enttäuscht: Es läuft genau auf die Lösung hinaus, die die ganze Zeit angedeutet wurde, es gibt keinen großen Twist und der ganze Plot drumherum ist so konstruiert, dass ich nur dachte: “SO ist das NIE passiert.”
Das rosarote Ende hat mir dann den Rest gegeben, es fehlten nur noch flauschige Hundewelpen und Glitzerstaub, um das Bild perfekt zu machen.
Ich hatte also 300 Seiten lang ein wirklich tolles Leseerlebnis, die letzten 100 Seiten haben mich dann aber sehr enttäuscht. ⭐️3,5/5⭐️
*Übersetzt von Carola Fischer und Beate Brammertz