Cover-Bild So ist das nie passiert
(29)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Heyne
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 400
  • Ersterscheinung: 12.06.2024
  • ISBN: 9783453274518
Sarah Easter Collins

So ist das nie passiert

Roman
Carola Fischer (Übersetzer), Beate Brammertz (Übersetzer), Ute Brammertz (Übersetzer)

»Und wenn es eine andere Geschichte gibt, verschüttet unter der, die ich zu kennen glaube?«

Als Willa ein Teenager war, verschwand ihre kleine Schwester Laika spurlos. Auch über zwanzig Jahre später hat Willa die Hoffnung nicht aufgegeben, dass Laika noch lebt. Hartnäckig sucht sie weiter nach ihr. Sie sehnt sich nach der Familienidylle, die mit Laika verloren zu sein scheint. Darüber vernachlässigt sie die Beziehungen zu den Menschen, die tatsächlich noch Teil ihres Lebens sind. Dann trifft sie auf einer Dinnerparty eine Frau, in der sie endlich ihre verlorene Schwester zu erkennen glaubt. Was als zwangloses Essen beginnt, wird zu einem denkwürdigen Abend, der alles verändert, was Willa von ihrem Leben zu wissen meinte.

Weitere Formate

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.05.2025

Unheimlich gute erste 3/4, aber enttäuschendes Ende

0

Eine Dinnerparty unter engen Freunden läuft aus dem Ruder, als Willa sich mit ihren Erinnerungen an ihre vor Jahrzehnten verschwundene Schwester auseinandersetzen muss.

Mit dieser spannenden Ausgangssituation ...

Eine Dinnerparty unter engen Freunden läuft aus dem Ruder, als Willa sich mit ihren Erinnerungen an ihre vor Jahrzehnten verschwundene Schwester auseinandersetzen muss.

Mit dieser spannenden Ausgangssituation startet “So ist das nie passiert”. Perspektivwechsel zwischen Willa und ihrer besten Freundin Robyn und Zeitsprünge zwischen Gegenwart und Vergangenheit lassen einen direkt tief in die Geschichte eintauchen und die ersten 300 Seiten konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen.
Auch der leichte Schreibstil trug dazu bei, ja es ist kein literarisches Meisterwerk, aber für eine gute Geschichte bedarf es ja nicht unbedingt einer anspruchsvollen Sprache. Nachdem das Thema der verdrängten/ falschen Erinnerungen so prominent in der Eingangsszene platziert wurde, habe ich mit einer raffinierten Auflösung gerechnet, bei der nichts so ist, wie es in Willas Erinnerungen zu sein scheint.
Dahingehend wurde ich leider enttäuscht: Es läuft genau auf die Lösung hinaus, die die ganze Zeit angedeutet wurde, es gibt keinen großen Twist und der ganze Plot drumherum ist so konstruiert, dass ich nur dachte: “SO ist das NIE passiert.”
Das rosarote Ende hat mir dann den Rest gegeben, es fehlten nur noch flauschige Hundewelpen und Glitzerstaub, um das Bild perfekt zu machen.
Ich hatte also 300 Seiten lang ein wirklich tolles Leseerlebnis, die letzten 100 Seiten haben mich dann aber sehr enttäuscht. ⭐️3,5/5⭐️

*Übersetzt von Carola Fischer und Beate Brammertz

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.10.2024

Verarbeitung von Wahrnehmungen des Alltags

0

Wilmas Gedanken kreisen um ihre jüngere Schwester Laika, die vor zwanzig Jahren als Teenager auf dem Schulweg nach Hause spurlos verschwand. Hätte sie verhindern können, was damals geschah? In ihrer Verzweiflung ...

Wilmas Gedanken kreisen um ihre jüngere Schwester Laika, die vor zwanzig Jahren als Teenager auf dem Schulweg nach Hause spurlos verschwand. Hätte sie verhindern können, was damals geschah? In ihrer Verzweiflung will sie immer wieder die Gestalt von Laika bei völlig fremden Frauen aufblitzen sehen. Doch hier ist eher der Wunsch Vater des Gedankens. Auf einer kleinen Dinnerparty jedoch, die von ihrer Freundin Robyn ausgerichtet wird, glaubt sie ihre Schwester wieder zu erkennen.
Stück für Stück erzählt Sarah Easter Collins in ihrem Roman 'So ist das nie passiert' eine Geschichte, die aus Bruchteilen der Erinnerung an vergangene Zeiten zusammengesetzt werden. Dabei stellt sich immer wieder die Frage was geschah tatsächlich und wieviel Phantasie baut das Erinnerungsvermögen um die Geschehnisse herum auf? Können unsere Sichtweisen, geprägt durch Erfahrungen, die Wahrnehmung ein und derselben Situation sich gravierend voneinander unterscheiden?
Das Buch ist sowohl unterhaltend als auch spannend aufgebaut.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.08.2024

Lesenswert

0

Wie fesselnd und raffiniert wird diese Geschichte aus mehreren Perspektiven erzählt. Manche Szenen werden wiederholt aus der Sicht verschiedener Figuren gezeigt. Dadurch zeigt die Autorin sehr geschickt, ...

Wie fesselnd und raffiniert wird diese Geschichte aus mehreren Perspektiven erzählt. Manche Szenen werden wiederholt aus der Sicht verschiedener Figuren gezeigt. Dadurch zeigt die Autorin sehr geschickt, dass jede Person dasselbe Ereignis unterschiedlich wahrnehmen kann. Man lernt Willa kennen. Der Leser wird allmählich mit den anderen Familienmitgliedern vertraut gemacht. Zwischendurch taucht ein oder das andere Geheimnis, das einen einfach sprachlos macht. Collins lenkt die Entwicklung der Geschichte erstmal in einer Richtung, dann in eine andere. Ich hatte ein paar Vermutungen. Bei einigen lag ich richtig.
Das Finale wird sehr dynamisch erzählt. Ein wenig konstruiert war es für mich doch. Manches bleibt ungesagt, aber zwischen den Zeilen kann jeder für sich eine Antwort finden.
Dieser Roman hat mich fasziniert und gleichzeitig fassungslos gemacht. „So ist das nie passiert“ ist definitiv eine empfehlenswerte und spannende Story über eine Familie, ihre Stärken und Schwächen, die lange in Erinnerung bleibt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.07.2024

Fesselndes Familiendrama

0

"So ist das nie passiert" ist ein fesselnder Roman, in dem es einerseits um das Thema Verlust und die unaufhörliche Suche nach Antworten geht, andererseits um eine Familie, die beim Blick hinter die Kulissen ...

"So ist das nie passiert" ist ein fesselnder Roman, in dem es einerseits um das Thema Verlust und die unaufhörliche Suche nach Antworten geht, andererseits um eine Familie, die beim Blick hinter die Kulissen von Schmerz und Gewalt geprägt ist. Der Roman beginnt mit einer Dinnerparty, auf der Willa eine Frau trifft, die sie für ihre verlorene Schwester hält. Willas kleine Schwester Laika verschwand spurlos, als sie ein Teenager war. Seither bestimmt die Suche nach der Schwester Willas gesamte Beziehungen und Lebensentscheidungen.

Die Beschreibung der Dinnerparty aus unterschiedlichen Perspektiven der Gäste zieht sich durch den gesamten Roman, was mir sehr gut gefallen hat. Das Setting des Abendessens erinnert an ein Kammerspiel: Unausgesprochene Konflikte und Spannungen aus Vergangenheit und Gegenwart liegen in der Luft, was die Atmosphäre dicht und intensiv macht. Die Autorin schafft es, die Leser:innen direkt in die Geschichte hineinzuziehen: Die Erzählung entwickelt einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Die klare und gefällige Sprache macht es leicht, immer weiterzulesen. Die Rückblenden, die die Geschehnisse des Abendessens unterbrechen, sind dabei geschickt eingeflochten und führen nach und nach an die Gründe für Laikas Verschwinden heran, die Gewalt und Schmerz in der Familie offenbaren. Dabei gibt es immer wieder überraschende Wendungen, die geschickt ineinandergreifen, sodass der Roman nie langweilig wird.

"So ist das nie passiert" ist ein spannender Roman über Verlust, Hoffnung und die zerstörerische Kraft von unausgesprochenen Wahrheiten. Die Spannung, die durch die ständige Suche nach der Wahrheit entsteht, und die tiefgehenden Charakterstudien machen das Buch zu einer packenden Lektüre, die man in einem Rutsch durchlesen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.07.2024

Dinge zerbrechen nicht von selbst

0

Obwohl das Verschwinden von Willas kleiner Schwester Laika schon mehr als zwanzig Jahre her ist, hat sie nie die Hoffnung aufgegeben, sie irgendwo und irgendwann zu finden. Ein seltsamer Eintrag auf der ...

Obwohl das Verschwinden von Willas kleiner Schwester Laika schon mehr als zwanzig Jahre her ist, hat sie nie die Hoffnung aufgegeben, sie irgendwo und irgendwann zu finden. Ein seltsamer Eintrag auf der von ihr erstellten Homepage gibt ihr Rätsel auf. Aber alle sind der Meinung, dass Willa endlich einsehen muss, dass Laika nicht mehr lebt. Dann ändert ein Abend mit Freunden plötzlich buchstäblich alles.

Die Perspektiv- und Zeitwechsel machen die Geschichte teilweise etwas konfus. Am Ende fügt sich zwar alles, aber es ist schon ein schwieriger Weg dahin. Die Chance, die Macht und die Tücken von Erinnerungen zu thematisieren, hat Sarah Easter Collins leider nicht gut genutzt. Das finde ich schade, zumal da wirklich eine Menge Potenzial gewesen wäre. Stattdessen lernt der Leser die unterschiedlichen Figuren näher kennen. Dabei bleibt es nicht aus, dass man Sympathien und Antipathien entwickelt. Die Blindheit der einen oder anderen Figur schockierte mich jedoch gewaltig.

Die Sprachmelodie, die die Autorin nutzt, ist zur Story stimmig. Als ich gerade ein Länge erwischte, kam sie mit einer Wendung um die Ecke, die mich hellwach machte und geradezu an die Story fesselte. Von diesem Punkt an änderte sich die Geschichte grundlegend und schockierte mich auf eine völlig unerwartete Weise. Dass ich dann auch noch mit dem Ende einverstanden war, macht mir fast schon Sorgen. Da entdecke ich eine Seite an mir, die mir bisher fremd war!

So wirklich ins Herz schließen konnte ich keine der Figuren, bis auf Elfrieda Laschamp. Die Handlungsweise diverser Figuren kann ich nicht nachvollziehen und sie schockieren mich. Wie viel Macht manche Menschen über andere Menschen haben, ist schockierend. Im Grunde erzählt das Buch auch mehr ohne Worte, als mit. Das, was zwischen den Zeilen steht, ist so viel wichtiger und tragender. Das Buch ist also rundum außergewöhnlich und alles, aber keine leichte Lektüre. Nein, Dinge zerbrechen nicht von selbst und Fesseln muss man sprengen.

Der Originaltitel Things don’t break on their own gefällt mir viel besser, er passt so viel schöner und besser. Da ist es oft schade, dass die Verlage abweichen und nicht direkt übersetzen. Der deutsche Titel kann sehr irritieren, wenn man ihn auf die Erinnerungen bezieht, statt auf die tatsächlichen Ereignisse.

Auch wenn ich streckenweise dachte, dass mich das Buch enttäuscht, hat es mich am Ende doch noch versöhnen können. Von mir bekommt es vier Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere