Cover-Bild Sendling arisiert
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inkl. MwSt
  • Verlag: Schiermeier, Franz
  • Themenbereich: Gesellschaft und Sozialwissenschaften - Politik und Staat
  • Genre: keine Angabe / keine Angabe
  • Seitenzahl: 92
  • Ersterscheinung: 20.10.2016
  • ISBN: 9783943866490
Simon Goeke, Martin W. Rühlemann, Maximilian Strnad

Sendling arisiert

Enteignung und Vertreibung jüdischer Nachbarn im Nationalsozialismus
Sendling arisiert
Enteignung und Vertreibung jüdischer Nachbarn im Nationalsozialismus

Die Ausstellung „Sendling arisiert“ ­thematisiert die Enteignung und Ver­treibung der Sendlinger Juden während des Nationalsozialismus. Sie wurden gezwungen ihre Geschäfte und Immobilien deutlich unter Wert zu verkaufen. Nach und nach mussten sie alle ihre Wertgegenstände abliefern. Für die Sendlinger Juden bedeutete Arisierung ­Entrechtung, Verlust ihres Heims und ihrer sozialen Stellung, gesellschaftliche Isolation und Armut. Mit der Vernichtung ihrer Lebens­grundlage zwang das NS-Regime sie, ihr Land zu verlassen. Zu guter Letzt raubte der Staat denjenigen, die in Deutschland zurückblieben, bei ihrer Deportation in die osteuropä­ischen Ghettos und Vernichtungslager ihre letzten Vermögenswerte. Am Kriegs­ende lebten in Sendling keine Juden mehr.

In Sendling wohnten Anfang der 1930er Jahre mehr als einhundert Juden. ­Damit war der Anteil der jüdischen ­Bevölkerung in dem früheren Arbeiterviertel deutlich geringer als etwa in Schwabing oder in der Isarvorstadt. Doch auch in Sendling hinterließen die ­Arisierungen zahlreiche Leerstellen. Über Nacht wechselten die Inhaber von ­Geschäften oder die Geschäfte ­verschwanden ganz aus dem Stadtbild. Langjährige Nachbarn zogen aus und kehrten nicht zurück.
Die Vertreibung der Juden verlief nicht lautlos. Sie ­geschah in aller Öffentlichkeit und ­begann schon lange bevor ab Ende 1941 die ­Juden ­deportiert und ermordet ­wurden. ­Sendlinger profitierten von der Vertreibung ihrer Nachbarn. Sie übernahmen ihre Geschäfte, ­erwarben günstig ihren Hausrat und zogen in die freigewor­denen Wohnungen ein. Unlieb­same Konkurrenten verschwanden.

Die eingelegte Karte zeigt jene Orte, an denen in Sendling jüdische Geschäfte arisiert wurden oder an ­denen in Sendling jüdische ­Gewerbetreibende wohnten, deren Firmen im Zuge der „Entjudung” der Wirtschaft ­arisiert oder aufgelöst wurden. In der Ausstellung werden einige dieser Orte, die mit ihnen verbundenen Geschichten und Biografien aufgegriffen. Um die historischen Orte im heutigen Stadtteil wiederfinden zu können, sind aktuelle Fotos der dort ­befindlichen Gebäude abgebildet. Dieses Faltblatt soll Interessierten ein Wegweiser sein, der sie an jene Orte führt, an denen vor ihrer ­Vertreibung in Sendling Juden gelebt und gearbeitet haben.

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