Cover-Bild Der Bücherdrache

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13,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Penguin
  • Themenbereich: Belletristik - Fantasy
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 176
  • Ersterscheinung: 08.03.2021
  • ISBN: 9783328107118
Walter Moers

Der Bücherdrache

Roman − mit Illustrationen des Autors
Die Buchlinge sind wieder da!

In den Katakomben von Buchhaim erzählt man sich eine alte Geschichte vom sprachmächtigen Drachen Nathaviel. Angeblich besteht er aus lauter Büchern, die von der mysteriösen Kraft des Orms durchströmt sind. Die Legende besagt, der Bücherdrache habe auf jede Frage die richtige Antwort.

Der Buchling Hildegunst Zwei, benannt nach dem zamonischen Großschriftsteller Hildegunst von Mythenmetz, macht sich eines Tages auf den Weg in den Ormsumpf, wo Nathaviel hausen soll. Dabei wagt er sich in Bereiche der Katakomben, in denen es von Gefahren wie den heimtückischen Bücherjägern nur so wimmelt. Und er ahnt nicht, dass die größte Gefahr, die ihm droht, vom Bücherdrachen selber ausgeht.

Dies ist ein Roman, der im legendären Bücherreich Zamonien spielt. Folgende weitere Zamonienromane sind bislang erschienen:

Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär

Ensel und Krete

Rumo & Die Wunder im Dunkeln

Der Schrecksenmeister

Das Labyrinth der Träumenden Bücher

Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr

Weihnachten auf der Lindwurmfeste

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.04.2021

Eine große Liebeserklärung an die Literatur

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"Der Bücherdrache" bietet höchst unterhaltsame zamonische Lesestunden mit Hildegunst von Mythenmetz und dem Buchling Hildegunst Zwei. Letzterer erzählt von seiner Begegnung mit dem Bücherdrachen Nathaviel. ...

"Der Bücherdrache" bietet höchst unterhaltsame zamonische Lesestunden mit Hildegunst von Mythenmetz und dem Buchling Hildegunst Zwei. Letzterer erzählt von seiner Begegnung mit dem Bücherdrachen Nathaviel. Dieser Bücherdrache gibt seine Lebensgeschichte preis und nimmt den Leser mit in eine berauschende Welt voller Bücher.

Als großer Walter-Moers-Fan ist "Der Bücherdrache" ein Buch das einfach in keiner Sammlung und keinem Bücherregal fehlen sollte.Hildegunst von Mythenmetz ist wieder einmal ein großartiger Charakter und ich hatte bei diesem Abenteuer meinen Spaß. Hinzu kommen noch die Illustrationen, die wie immer einfach großartig sind. Das Abenteuer um Buchling Hildegunst Zwei ist sehr kurzweilig und höchst unterhaltsam.

Es ist ratsam sich schon einmal mit Hildegunst von Mythenmetz auseinander gesetzt zu haben, aber keine Notwendigkeit. Zamonien ist immer eine Reise wert und diese in die Welt der Literatur und Bücher ist eine ganz besonders schöne. Der Bücherdrache selbst ist ein fantastischer Charakter, der perfekt in die zamonische Welt von Walter Moers passt und dem Leser ein weiteres lesenswertes Band beschert hat.

Fazit: Für alle Walter-Moers-Fans und begeisterte Leser!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.03.2021

Eine schöne Schachtelerzählung

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Vorab eine kleine Spoilerwarnung: Zum besseren Verständnis beschreibe ich in der Rezension kurz, was ein Buchling ist. Das ist ein kleiner Spoiler zu „Die Stadt der Träumenden Bücher“. Zur Handlung des ...

Vorab eine kleine Spoilerwarnung: Zum besseren Verständnis beschreibe ich in der Rezension kurz, was ein Buchling ist. Das ist ein kleiner Spoiler zu „Die Stadt der Träumenden Bücher“. Zur Handlung des Buches wird aber nichts gespoilert.

Inhalt: Der Buchling Hildegunst Zwei möchte unbedingt zu den „Ormlingen“, einer Buchling-Geheimorganisation, gehören. Doch zuerst muss er das Aufnahmeritual überstehen: Er soll zum Ormsumpf, der tief in den Katakomben unter Buchhaim verborgen ist, reisen und dem sagenumwobenen Bücherdrachen Nathaviel eine Frage stellen.

Persönliche Meinung: „Der Bücherdrache“ von Walter Moers ist der neunte Roman des Zamonien-Zyklus. Wie schon in anderen Werken Moers‘ kommt es auch hier wieder zu einer Herausgeberfiktion: Moers gibt sich nur als Übersetzer aus dem Zamonischen aus; der eigentliche Autor sei Hildegunst von Mythenmetz. Die Erzählung ist mit seinen knapp 170 Seiten nicht so umfangreich wie andere Romane Moers‘ und besitzt insgesamt eher Züge einer Novelle. So setzt sich der Roman z.B. aus Rahmenhandlung und (zweifacher) Binnenerzählung zusammen, die Handlung ist einsträngig und insgesamt eine „unerhörte Begebenheit“. Die Handlung selbst ist eine kleine Abenteuergeschichte und dreht sich – wie vorherige Romane von Moers – um Literatur und das Orm (die Kraft, die kreative Prozesse und besonders vollkommene Literatur erzeugt). Die Figur des Bücherdrachen ist außerdem eine schöne Ergänzung innerhalb des Zamonien-Universums, da sie die Kraft des Orms bildhaft darstellt. Wodurch „Der Bücherdrache“ sich aber besonders auszeichnet, ist der Aufbau der Handlung. Dieser ist vergleichsweise komplex, verschachtelt und dadurch interessant. (Ich hoffe, ich drifte jetzt nicht zu sehr ab und werde nicht allzu trocken und theoretisch). Die Novelle beginnt mit einem kleinen Comic, der die Rahmenhandlung bildet: Hildegunst von Mythenmetz (der Lindwurm) ist in einem luziden Traum, in dem er den Buchling Hildegunst Zwei trifft. (Buchlinge sind kleine, einäugige Zyklopen, die in den Katakomben von Buchhaim wohnen. Jeder Buchling lernt das Werk eines bestimmten Autors auswendig und trägt den Namen des jeweiligen Autors. Hildegunst Zwei memoriert das Werk Hildegunst von Mythenmetz‘). Der eigentliche Kern der Novelle, also die Binnenerzählung, ist nun das Bücherdrachen-Abenteuer von Hildegunst Zwei. Dieses wird in Form eines Dialogs zwischen Hildegunst Zwei und Hildegunst von Mythenmetz erzählt, bei dem sich Hildegunst von Mythenmetz – obwohl er als übergeordnete Erzählinstanz auftritt – auf einzelne Nachfragen beschränkt. Hildegunst Zwei tritt in seinen Dialoganteilen als Ich-Erzähler auf. Um die Verschachtelung noch auf die Spitze zu treiben, gibt es in der Erzählung von Hildegunst Zwei noch eine Binnenerzählung (zweiten Grades): Der Bücherdrache (die Figur) erzählt Hildegunst Zwei seinen Lebensweg. Runtergebrochen: Hildegunst v. M. erzählt uns eine Traumgeschichte, in der Hildegunst Zwei ihm eine Geschichte erzählt, in der der Bücherdrache Hildegunst Zwei eine Geschichte erzählt. Eine Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte. Aber damit sind wir noch nicht am Ende. Zwischen dem Autor Hildegunst v. M. und uns als Leser*innen hat sich noch eine Person geschlichen: der „Übersetzer“ Moers. Das, was „Der Bücherdrache“ besonders macht, ist weniger die Handlung, sondern viel mehr dieser komplexe Aufbau, sodass die Novelle eine schöne Schachtelerzählung ist.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.11.2020

eine wundervolle, sprachgewaltige Geschichte mit liebenswerten und faszinierenden Figuren

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Der Bücherdrache ist völlig anders als erwartet, aber trotzdem richtig gut und von der ersten Seite an so fesselnd wie faszinierend, nur leider viel zu schnell gelesen.
Das Buch beginnt und endet mit ein ...

Der Bücherdrache ist völlig anders als erwartet, aber trotzdem richtig gut und von der ersten Seite an so fesselnd wie faszinierend, nur leider viel zu schnell gelesen.
Das Buch beginnt und endet mit ein paar Comic Seiten, in die dann die eigentliche Geschichte eingebettet ist. Der Ich-Erzähler ist zwar im Grunde Hildegunst von Mythenmetz, die Ereignisse um Nathaviel werden allerdings nicht von ihm selbst geschildert. Im Vordergrund steht vielmehr das Abenteuer des nach ihm benannten Buchlings Hildegunst Zwei, der dem bekannten Lindwurm von seiner aufregenden Begegnung mit dem legendenumwobenen Bücherdrachen berichtet. Es handelt sich sozusagen um eine Geschichte in einer Geschichte.

Infolgedessen besteht das Buch größtenteils aus Dialogen bzw. aus dem Monolog des kleinen Buchlings, dessen Erzählung nur gelegentlich kurz durch Nachfragen oder Bemerkungen von Hildegunst unterbrochen wird. Dabei gibt er wiederum innerhalb seines Abenteuers nahezu wortgetreu die gesamte, interessante Lebensgeschichte des Bücherdrachen wieder, wie Nathaviel sie ihm berichtet hat. Der Autor hat also mehrere Geschichten geschickt ineinander verschachtelt, lässt am Ende jedoch offen, ob es sich nun um ein echtes (fiktives) Erlebnis oder lediglich um einen Traum des Lindwurms handelt. Spannend ist diese außergewöhnliche Geschichte in jedem Fall.

Der im Ormsumpf lebende Bücherdrache ist eine ausgesprochen faszinierende Kreatur, die man trotz seiner tödlichen Tendenzen irgendwie ins Herz schließt und der man in späteren Werken gern noch einmal begegnen möchte. Nathaviel ist weise, klug und ein wenig melancholisch. Er hat in seinem Leben viel durchgemacht und man versteht durchaus seine Beweggründe. Einerseits will er sich bloß selbst schützen, andererseits ist er dadurch unendlich einsam, zumal er sich scheinbar sehr gern mit anderen Wesen unterhält. Es grenzt an ein Wunder, dass er noch nicht völlig verrückt geworden ist.

Der Drache ist Orakel und Schatz zugleich, denn neben seinem Geist sind auch seine Schuppen ormdurchtränkt und daher wahnsinnig wertvoll. Sie sind der Grund, warum er lange Zeit gejagt wurde. Um zu Überleben fing er irgendwann an die Besucher zu fressen oder zumindest zu vertreiben, die es nicht mehr nur auf einen Ratschlag, sondern eine seiner Schuppen abgesehen hatten. Dieses Vorgehen war umso wichtiger, da es Nathaviel inzwischen nicht mehr möglich ist die Katakomben zu verlassen. Der arme Drache ist im Ormsumpf gefangen.

Der junge, etwas zu leichtgläubige Buchling Hildegunst Zwei ist einem ebenfalls sehr sympathisch. Er glaubt nichts Interessantes erzählen zu können, dabei ist sein Leben im Ergebnis nicht annähernd so ereignislos oder vorhersehbar wie er denkt. Stattdessen kann er von einem Abenteuer berichten, wie es sicher nicht viele Buchlinge erlebt haben. Es macht Spaß dank ihm eine neue Seite an Zamonien sowie neue Geschöpfe, die in dieser Welt leben, kennenzulernen und eine Geschichte zu lesen, in der einige Buchlinge sowie ein Drache die Hauptakteure sind. Hinzu kommt eine vielversprechende Prophezeiung Nathaviels, die vielleicht – oder eher hoffentlich – noch einmal in anderen Büchern zur Sprache kommt. Das Ende deutet zumindest ein wenig darauf hin.

Darüber hinaus begeistert das Buch vor allem durch die tolle, malerische Sprache von Walter Moers, die langen Sätze und wunderbaren Beschreibungen, deren Klang man sich auf der Zunge zergehen lassen möchte. Die Liebe des Autors zu Büchern und zur Sprache wird folglich nicht nur durch die zamonische Welt, sondern auch durch seine Art zu erzählen deutlich.

Möglicherweise hat der Autor sogar ein paar autobiographische Gedanken einfließen lassen, nämlich als es um die Leiden und Ängste von Schriftstellern geht, die Nathaviel sehr anschaulich beschreibt. Man ist sich nicht ganz sicher, ob es scherzhaft oder als Kritik gemeint ist, dass man sich als Autor gelegentlich zu viele Gedanken über Dinge wie (negative) Rezensionen oder Schreibblockaden macht.

Ebenso fantastisch wie der Schreibstil ist die einzigartige Gestaltung des Buches mit den zahlreichen, vielseitigen Illustrationen des Autors. Besonders hervorzuheben sind an dieser Stelle die sehenswerten Zeichnungen des Bücherdrachen in seiner ganzen Pracht, die sich über mehrere Doppelseiten erstrecken.

Es handelt sich bei Der Bücherdrache zwar um eine völlig eigenständige und insgesamt überaus empfehlenswerte Geschichte, sodass man die anderen Zamonien-Romane zuvor nicht alle gelesen haben muss, es schadet allerdings nicht, wenn man zumindest schon ein wenig mit der Welt vertraut ist und zum Beispiel weiß, was Buchlinge überhaupt sind.

Zum Abschluss folgt im Übrigen eine Leseprobe aus Die Insel der 1000 Leuchttürme, die auf jeden Fall neugierig auf das gesamte Buch macht – und vielleicht ein erster Hinweis darauf ist, dass dieses Buch als nächstes erscheint, obgleich ein konkreter Erscheinungstermin bislang noch nicht bekannt ist. Hierin dreht sich wieder alles um ein Abenteuer des Lindwurms Hildegunst, der den ersten Abschnitt einer beschwerlichen Reise in einem Brief an seinen Freund Hachmed Ben Kibitzer schildert.

FAZIT
Der Bücherdrache ist eine wundervolle, sprachgewaltige Geschichte mit liebenswerten und faszinierenden Figuren, die viel zu schnell vorbei ist und augenblicklich Lust auf weitere Abenteuer aus Zamonien macht.

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