Intensiv, erschütternt, schonungslos
Der Docht“ erzählt die Geschichte einer jungen Palästinenserin, die im Exil im syrischen Yarmouk lebt. Als gebildete Frau und Englischlehrerin ringt sie mit den Grenzen, die ihr das Regime, die Gesellschaft ...
Der Docht“ erzählt die Geschichte einer jungen Palästinenserin, die im Exil im syrischen Yarmouk lebt. Als gebildete Frau und Englischlehrerin ringt sie mit den Grenzen, die ihr das Regime, die Gesellschaft und das eigene Schicksal setzen. Ihr größter Wunsch: ein freies, selbstbestimmtes Leben.
Aeham Ahmad gelingt es auf eindringliche Weise, die Zerreißprobe zwischen Hoffnung und Verzweiflung zu schildern. Seine Protagonistin – namenlos, aber unvergesslich – steht sinnbildlich für unzählige Frauen, die im Schatten von Krieg und Unterdrückung überleben müssen. Durch die Ich-Perspektive wird der Leser unmittelbar in die Enge, die Angst und zugleich in die Sehnsucht dieser Frau hineingezogen.
Ahmads eigene Erfahrungen im belagerten Yarmouk verleihen dem Roman eine beklemmende Authentizität. Die Gewaltszenen sind schwer zu ertragen, doch gerade ihre Schonungslosigkeit macht den Text so glaubwürdig. „Der Docht“ ist kein leichtes Buch – aber eines, das lange nachhallt und tief bewegt.