Cover-Bild Überleben
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26,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Wallstein Erfolgstitel - Belletristik und Sachbuch
  • Themenbereich: Biografien, Literatur, Literaturwissenschaft
  • Genre: keine Angabe / keine Angabe
  • Seitenzahl: 248
  • Ersterscheinung: 26.11.2025
  • ISBN: 9783835358775
Alma Hirschel

Überleben

Zwei Erzählungen
Gesa Dane (Herausgeber), Jan Strümpel (Übersetzer)

Eine Sensation: erstmals publizierte Texte der Mutter Ruth Klügers von ganz eigenem literarischen Wert.

Im Nachlass von Ruth Klüger (1931-2020) fanden sich Aufzeichnungen ihrer Mutter Alma Hirschel, die in den frühen 1970er-Jahren entstanden. In autofiktionaler Erzählhaltung hält sie darin ihre Erinnerungen an die Zeit der Verfolgung unter dem Nationalsozialismus fest. Der erste Text handelt vom Leben der jüdischen Familie Klinger in Wien 1938. Die Autorin beschreibt die Verschleppung nach Theresienstadt, Auschwitz und Christianstadt-Groß-Rosen bis zum Todesmarsch im Februar 1945. Im zweiten Text »The Flight« erzählt Alma Hirschel davon, wie Mutter und Tochter Ruth zusammen mit Pflegetochter Susan aus dem Todesmarsch fliehen und sich nach Straubing durchschlagen, wo sie von amerikanischen Truppen befreit werden.
Die Entdeckung dieser Texte kommt einer Sensation gleich, haben beide doch sowohl einen literarischen als auch einen hohen dokumentarischen Wert. Sie verschaffen zudem eine neue Verständnisgrundlage für das in der Klüger-Forschung viel diskutierte Mutter-Tochter-Verhältnis: Eine Verdrängung des Erlebten hat es weder für die Mutter noch für die Tochter gegeben, vielmehr den beständigen Versuch, dafür eine Sprache zu finden.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.02.2026

Überleben, das unter die Haut geht

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Manchmal liegt ein Buch vor einem, das nicht laut sein muss, um alles zu sagen. Überleben von Alma Hirschel gehört genau in diese Kategorie – leise, roh, fast tastend erzählt, und gerade deshalb so erschütternd ...

Manchmal liegt ein Buch vor einem, das nicht laut sein muss, um alles zu sagen. Überleben von Alma Hirschel gehört genau in diese Kategorie – leise, roh, fast tastend erzählt, und gerade deshalb so erschütternd nah. Keine große literarische Pose, kein geschliffenes Erinnerungsnarrativ, sondern Worte, die wirken, als müssten sie sich ihren Weg erst durch Schmerz und Erinnerung freikämpfen. Beim Lesen sitzt man nicht bequem daneben, sondern steht mittendrin in Wien 1938, in den Lagern, im Todesmarsch, in dieser unfassbaren Mischung aus Angst, Hoffnung und purem Weitergehen.

Besonders berührend ist die Perspektive der Mutter. Viel wurde über Ruth Klügers Blick geschrieben, doch hier öffnet sich ein neuer Raum – ein anderer Ton, weniger analytisch, dafür unmittelbarer, fast wie ein innerer Monolog, der Jahrzehnte zu spät auf Papier gefunden hat. Genau das macht den Text so wertvoll. Dokument und Literatur zugleich, unfertig wirkend und doch voller Wahrheit. Mehrmals kurz innegehalten, nicht weil es schwer verständlich wäre, sondern weil es emotional nachhallt.

Trotz der Schwere steckt darin auch etwas zutiefst Menschliches: der Wille zu überleben, das Festhalten an Beziehung, ein leiser Trotz gegen das Vergessen. Kein Buch, das man „gern“ liest – aber eines, das man gelesen haben sollte. Und eines, das noch lange still im Kopf weiterarbeitet, während der Kaffee längst kalt geworden ist.

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