Cover-Bild Charité, mon amour.

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15,00
inkl. MwSt
  • Verlag: epubli
  • Genre: keine Angabe / keine Angabe
  • Seitenzahl: 208
  • Ersterscheinung: 20.11.2020
  • ISBN: 9783753121857
Andrej Poleev

Charité, mon amour.

Wie jedes Krankenhaus hat Charité ihre Geschichte, die mit dem Erlaß des preußischen Königs Friedrich I. vom 14. November 1709 zur Gründung von Lazareth-Häusern anfing, um der Ausbreitung der Pest entgegenzuwirken, wozu es allerdings in Berlin nie gekommen ist. Am 9. Januar 1727 verfügte König Friedrich Wilhelm I. die Umwandlung des vor dem Spandowischen Tor errichteten Lazareth in ein Hospital und nannte es „das Haus die Charité“ nach dem Vorbild von Hôpital de la Charité in Paris.

Das Wort und der Begriff Charité ist wesentlich älter als das Krankenhaus. Das Französische charité ist äquivalent dem Englischen charity und dem Deutschen Barmherzigkeit, während ihre Ursprünge im Griechischen zu finden sind: χάρις bedeutet Gnade, Gunst, χαριτόω Gnade oder Gunst zeigen oder empfangen, favorisieren oder favorisiert werden, gnädig oder begnadet sein. Das Krankenhaus ist ein Ort der Gnade, welche den Kranken und Bedürftigen zusteht aufgrund allgemeiner Verpflichtung, seinen Nächsten so zu lieben wie sich selbst. Die Gunst und die Gnade zu erweisen heißt auch, sich zu erbarmen und mitleidig sein, eigenes Herz für fremdes Leid zu offnen.

Seit ihrer Gründung weichte Charité von diesem Grundgedanke mehrmals ab, was bisher in ihrer Geschichtsschreibung mehr oder weniger wahrheitsgetreu festgehalten wurde. Dieser Tradition des Festhaltens und der Wiedergabe der Wahrheit bin ich verpflichtet, weil offizielle Geschichtsschreibung erneut beginnt, die Tatsachen zu leugnen, die sowohl unzweifelhaft sind als auch unzweifelhaft würdig sind, erzählt zu werden, weil es dabei um die Frage des Auftrags der Charité geht.

Charité wurde gegründet, um das Unheil abzuwenden, dennoch war ihre Geschichte keine Heilsgeschichte, wie ich bereits feststellte. Das Unheil setzte sich im 21. Jahrhundert fort, was ich zu unterbinden suche. Einziges Heilmittel dagegen ist die Wahrheit, daran besteht kein Zweifel, und der Weg, um die Wahrheit zu erkennen, ist die Barmherzigkeit.

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