Cover-Bild Scheißkerle
(2)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
25,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Luchterhand
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 416
  • Ersterscheinung: 15.10.2025
  • ISBN: 9783630878157
Andrev Walden

Scheißkerle

Roman - Der Nummer-1-Bestseller aus Schweden - ausgezeichnet mit dem August-Preis.
Justus Carl (Übersetzer)

Ein Buch über einen Sohn - und seine Väter: "Ich hatte einmal sieben Väter in sieben Jahren. Dies hier ist die Geschichte über jene Zeit. Wenn etwas davon erfunden klingt, kannst du sicher sein, dass es wahr ist."

Weihnachten 1983, in einem Haus in den schwedischen Wäldern. Während draußen der Schnee fällt und ein kleiner Junge auf den Weihnachtsmann wartet, kommt es drinnen zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung, die dazu führt, dass der Mutter ein Geheimnis entschlüpft. Der siebenjährige Junge namens Andrev erfährt an diesem Tag, dass sein Vater nicht sein richtiger Vater ist. Der lebt in einem Land in weiter Ferne und hat lange schwarze Haare. Wie ein Indianer, sagt die Mutter, und deutet auf den Ellbogen, damit der Junge es auch wirklich versteht. Das Herz des Jungen hüpft vor Freude. Das ist das Beste, was er je gehört hat. Es fühlt sich für ihn an, als sei er ein Junge in einem Buch über einen Jungen, der gerade erfahren hat, dass sein Vater der König eines geheimnisvollen Reiches ist. Es fühlt sich für ihn an, dass bald ein guter Geist kommen wird, um ihn dorthin mitzunehmen. Aber so ist es nicht. Kein guter Geist wird kommen, nur neue Väter, die nicht die seinen sind.

Andrev Waldens umjubeltes Romandebüt ist eine wilde Geschichte über das Aufwachsen in Zeiten der '68-Bewegung, über Mütter, die "diese Scheißkerle" küssen und unter der Dunstabzugshaube rauchen, über die Liebe, wie sie beginnt und wie sie endet, über einen skalpierten Hamster und den Hauch eines Wunders, vor allem aber eine Geschichte über Männer.

Weitere Formate

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich bei Ritja in einem Regal.
  • Ritja hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.01.2026

Erwachsenwerden mit verschiedenen Vätern

0

„Ich weiß nicht, wie es mit Papas anfängt und aufhört, aber bald schon werde ich begreifen, dass die Familiengrenzen lose sind und Papas binnen kurzer Zeit herein- oder hinausschlüpfen können.“ (S. 53)

Weihnachten ...

„Ich weiß nicht, wie es mit Papas anfängt und aufhört, aber bald schon werde ich begreifen, dass die Familiengrenzen lose sind und Papas binnen kurzer Zeit herein- oder hinausschlüpfen können.“ (S. 53)

Weihnachten 1983, irgendwo in den schwedischen Wäldern.
Während draußen leise der Schnee fällt, zerbricht drinnen eine Familie. Inmitten eines Streits erfährt der siebenjährige Andrev, dass sein Vater nicht sein leiblicher Vater ist. Sein echter Vater lebt weit weg und hat lange dunkle Haare. Er wird für Andrev sofort zur Projektionsfläche für alle seine Träume.

Für einen Moment fühlt sich diese Wahrheit wie Magie an. Wie der Anfang eines Abenteuers. Wie das Versprechen auf ein anderes, besseres Leben. Doch statt eines Märchens folgt die Realität: Keine Rettung, kein Zauber, keine Ankunft. Nur neue Männer, die kommen und gehen und ein Junge, der lernt, was Verlust wirklich bedeutet.
🥦
„Ich weiß, dass ich die Art von Kind bin, bei der andere Leute Gänsehaut bekommen. Es ist schwer, mich zu lieben, für alle bis auf eine […]“ (S. 148)

Das ist nur einer der vielen Sätze in dem Buch, bei dem ich den siebenjährigen Andrev am liebsten in den Arm genommen und getröstet hätte. Denn er ist fest davon überzeugt, dass keiner ihn wirklich lieben kann, außer seiner Mutter. Der Abend, an dem er erfährt, dass der „Pflanzenmagier“ nicht sein echter Papa ist, stellt einen Schicksalsabend dar. Von da an muss Andrev mit den wechselnden Freunden seiner Mutter klar kommen – den Ersatzvätern. Seiner Mutter würde ich durchaus ein Händchen für besonders toxische Männertypen attestieren.

Mit großer Fantasie gibt der kleine Andrev den „Papas“ Namen. So gibt es in seiner Realität z.B. nur den Künstler, den Dieb oder den Kanuten. Ich hatte das Gefühl, dass er durch diese Namensgebungen die Männer nicht so sehr an sich heranlassen muss.
🥦
„Scheißkerle“ ist ein stark autobiofiktionaler Roman. Andrev Walden verarbeitet darin seine eigene Kindheit in Schweden. Dabei verweist er schon zu Beginn des Buches darauf, dass „wenn etwas erfunden klingt, kannst du sicher sein, das es wahr ist“.

Der Stil ist humorvoll und direkt und es wird aus der Perspektive eines Kindes erzählt, ohne dabei an Tiefe zu verlieren. Das Buch handelt vom Aufwachsen mit verschiedenen Vätern und der Suche nach dem eigenen Vater und der eigenen Identität. Vermutlich wollte der Autor dadurch auch ein Stück weit seine eigene Kindheit verarbeiten.
🥦
Der Roman hat in Schweden den renommierten August-Preis erhalten, der seit 1989 jährlich von der schwedischen Verlegervereinigung verliehen wird.

Es ist eine leise, berührende Geschichte über Herkunft, Hoffnung und das Erwachsenwerden zwischen Wunsch und Wirklichkeit, die ich gern gelesen habe und Fans von emotionalen Familiengeschichten werden dabei sicher auf ihre Kosten kommen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.11.2025

Lesenswerte Geschichte

0

Sieben Väter, die Andrev durch seine Kindheit und Teenagerzeit begleiten. Sieben Väter in sieben Jahren, die es nicht geschafft haben, bei ihm zu bleiben. Sie kamen und gingen. Dabei hinterließen sie Spuren ...

Sieben Väter, die Andrev durch seine Kindheit und Teenagerzeit begleiten. Sieben Väter in sieben Jahren, die es nicht geschafft haben, bei ihm zu bleiben. Sie kamen und gingen. Dabei hinterließen sie Spuren bei Andrev und seiner Mutter. Andrev lebt mit seiner Mutter in prekären Verhältnissen. Die Mutter hat keine Ausbildung, arbeitet u.a. als Reinigungskraft und Kellnerin. Das Geld ist knapp und so kommt es nach fast jeder Trennung zu einer Runde Couchsurfing bei den Freundinnen. Der Zustand änderte sich meistens, wenn ein neuer Mann in das Leben der Mutter eintrat.

Es wird die Geschichte aus seiner Sicht geschrieben. Andrev erzählt von seinen Gedanken, Gefühlen und Erlebnissen mit den verschiedenen Männern in seinem Leben. Manchmal kindlich, manchmal sehr reflektiert und nüchtern, aber stets mit einer kleinen Portion Humor. Trotzdem ist es kein lustiges Buch, eher versucht der Autor mit Humor die dunklen Seiten des Lebens wie Armut, Obdachlosigkeit, Alkohol sowie häusliche und psychsiche Gewalt etwas abzumildern. Andrevs Mutter rutscht immer wieder in die gleichen alten Muster, geht mit Männern eine Beziehung ein, die ihr nicht gut tun. Mit jedem Start in eine neue Beziehung ahnte man schon, wohin das führen wird - traurig und betrunken am Tisch der Freundin, schimpfend über die "Scheißkerle". Bis der nächste Mann kommt.

Der wunderbare Schreibstil des Autors sorgt dafür, dass das Eintauchen in die Geschichte gut gelingt. Man kann sich gut in die Gefühlswelt von Andrev hineinversetzen (auch wenn er manchmal recht skurrile Gedanken hat).

Lesenswerte Geschichte von einem Jungen, der sieben Väter innerhalb von sieben Jahren in seinem Leben hatte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere