Cover-Bild Köln
Band 287 der Reihe "Salto"
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Wagenbach, K
  • Themenbereich: Lifestlye, Hobby und Freizeit - Reiseberichte, Reiseliteratur
  • Genre: keine Angabe / keine Angabe
  • Seitenzahl: 144
  • Ersterscheinung: 20.03.2025
  • ISBN: 9783803113863

Köln

Eine literarische Einladung
Alwin Müller-Jerina (Herausgeber)

»Et es wie et es« lautet der Artikel 1 des Kölschen Grundgesetzes. Der Wahrheitsgehalt dieses Satzes steht außer Zweifel. Die humorvolle Rhein-Metropole und ihre Bewohner haben eine ganze Reihe bemerkenswerter Eigenheiten, die sich auch in literarischen Texten niedergeschlagen haben.
Hier versammelt sind Dom-Betrachtungen und Bier-Exkurse, Initiationsriten für Zugezogene sowie Prozessionen und Proteste unterschiedlichster Art. Es geht um den Fluss und um Autos, um Tauben und Fußball.
Mit einladenden Texten von Heinrich Böll, Jürgen Becker, Jabbar Abdullah, Margot Scharpenberg, Liane Dirks, Dieter Wellershoff, Peter Faecke, Hanns-Josef Ortheil, den Bläck Fööss, Armin Foxius, Julia Trompeter, Martin Wolkner, Ingeborg Drews, Ulla Hahn, Navid Kermani, Selim Özdoğan, Sabine Schiffner und Gunter Geltinger.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.09.2025

Ein schmales Bändchen mit literarischer Tiefe

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“Köln - Eine literarische Einladung”, herausgegeben von Alwin Müller-Jerina, versammelt 22 literarische Texte, die das Phänomen “Köln” umreißen. Die Texte des ersten Kapitels “Do sin mer dobei” nähern ...

“Köln - Eine literarische Einladung”, herausgegeben von Alwin Müller-Jerina, versammelt 22 literarische Texte, die das Phänomen “Köln” umreißen. Die Texte des ersten Kapitels “Do sin mer dobei” nähern sich literarisch der Definition des Kölschen an. So findet sich einerseits das Kölsche Grundgesetz, andererseits ein kurzer Text Jürgen Beckers, in dem die Stadt Köln mit ihren Widersprüchlichkeiten dargestellt wird. Auch Heinrich Böll gibt hier in “Was ist kölnisch?” eine anschauliche, mit Zeitgeist gewürzte Definition, in der vor allen Dingen Karneval, Dom und Klüngel eine Rolle spielen. Sehr hat mir auch Hanns-Josef Ortheils “Antrittsbesuch” gefallen: Der namenlose Ich-Erzähler, dessen Familie seit Urzeiten immer wieder Köln besucht, begibt sich mit seinen Töchtern auf deren ersten Köln-Besuch - der natürlich im Gedächtnis bleiben soll, weshalb neben dem Dom auch das Schokoladenmuseum, die Seilbahn und der Heinzelmännchenbrunnen besichtigt werden. Der folgende Text “Raqqa am Rhein” von Jabbar Abdullah nimmt eine sehr eindrückliche Perspektive ein: diejenige eines jungen Geflüchteten, für den Köln völlig neu ist. Das zweite Kapitel “Im hillije Kölle” fokussiert Texte über den Kölner Dom. Den Auftakt macht dabei Margot Scharpenbergs Gedicht “Kölner Dom”. Danach folgt Dieter Wellerhoffs “Der Dom als Vatergestalt”, in dem atmosphärisch wie persönlich die Aura des Kölner Doms betrachtet wird. In der nächsten Kurzgeschichte “Domplatte” begibt sich Liane Dirks auf den titelgebenden Bereich um den Dom, indem sie autobiografisch anmutende Episoden ihres Lebens erzählt, die sich dort zutrugen. Das zweite Kapitel schließt mit dem Gedicht “Melaten” von Sabine Schiffner. Das Kapitel “Em Veedel” setzt sich mit der besonderen Beziehung der Kölner zu ihren Stadtteilen auseinander: Hier findet sich der Liedtext von “En unserem Veedel” (Bläck Fööss) und die Kurzgeschichte “Einmal ums Karree ziehen und beten” von Armin Foxius (eine nostalgische Prozession, beginnend in St. Aposteln am Neumarkt). Das Kapitel “Drink doch ejne met” beschäftigt sich mit einem ehemaligen Lokal in Köln (Ingeborg Drews: “Giorgio Campi”), dem Karneval (Julia Trompeter: “Lotta”) sowie den CSD (Martin Wolkner: “Morgenreport”). Das folgende Kapitel “E Büttche bunt” versammelt unterschiedlichste Geschichten. In Jürgen Beckers “Taubenbrunnen” wird augenzwinkernd der Umgang der Kölner mit den Tauben thematisiert; in “Hohe Straße” von Peter Faecke hetzen wir über die titelgebende Einkaufsmeile - Konsumrausch inklusive. In dem Interview “Studentenprotest auf Kölsch” gibt Ulla Hahn interessante Einblicke in das Leben einer jungen Frau in den 1960ern. Eine Liebeserklärung an den EffZeh wiederum sind die Auszüge aus Navid Kermanis Rede zum 70. Geburtstag des 1. FC Köln. Abgerundet wird “E Büttche bunt” durch “Stock und Knopf”, eine Erzählung von Selim Özdoĝan, in der die Perspektive von Migrant*innen in Köln eingenommen wird. Das letzte Kapitel “Lans der Rhin” versammelt Geschichten, die am Rhein spielen. In der kurzen Geschichte “Anekdote zur Arbeitsmoral” von Husch Josten werden die Veränderungen des Kölner Hafens aus der Perspektive eines Hafenmeisters gespiegelt. Gunter Geltingers “Brücke für R.” ist eine melancholische Geschichte, in deren Zentrum ein tragisches Ereignis steht. Den Abschluss bildet Elke Heidenreichs “Die Südbrücke”, in der der gleichnamigen Brücke ein literarisches Denkmal gesetzt wird. Insgesamt ist “Köln - eine literarische Einladung” eine vielfältige Anthologie, die Köln aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Die Texte besitzen dabei eine schöne Komplexität und Tiefe, sodass man, auch wenn das Bändchen recht kurz ist, lange an diesem zehrt.

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