Cover-Bild Hans Fallada
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154,95
inkl. MwSt
  • Verlag: De Gruyter
  • Themenbereich: Biografien, Literatur, Literaturwissenschaft - Literatur: Geschichte und Kritik
  • Genre: keine Angabe / keine Angabe
  • Ersterscheinung: 27.10.2011
  • ISBN: 9783110227130

Hans Fallada

Autor und Werk im Literatursystem der Moderne
Patricia Fritsch-Lange (Herausgeber), Lutz Hagestedt (Herausgeber)

„Dieser Autor hat keine Ästhetik gestiftet, er hat keine weltanschaulichen Varianten begründet; es gibt nicht einen Aufsatz von ihm, über den heute noch nachzudenken wäre. Der essayistische Aspekt fehlt in seinem Werk überhaupt fast ganz. Noch nicht einmal über den Einfluß von Autoren, die ihm Vorbild waren, gibt es Auskünfte oder gar theoretische Erörterungen.“
Wilhelm Genazinos harsches Resumee aus dem Jahre 1977 wäre zu diskutieren, aber es fällt schon auf, dass Hans Fallada (1893-1947), wie viele andere Poetae minores auch, bislang kaum Forschung ausgelöst hat, die den anthropologischen und narratologischen Merkmalen des Œuvres gerecht würde. Sieht man von biographisch orientierten Studien ab, ist das Feld der Fallada-Philologie weitgehend unbestellt geblieben: Die Fallada-Rezeption hat sich seit dem Tod des Autors 1947 überwiegend mit der (legitimen) Frage des „autobiographischen Anteils“ am Werk beschäftigt und daraus ihre (bisweilen kaum legitimierbaren) Folgerungen gezogen. Es erscheint daher an der Zeit, der bereits von Carsten Gansel und Werner Liersch geforderten (und praktizierten) Neuausrichtung der Forschung Taten folgen zu lassen und Autor und Werk im denkgeschichtlichen und literarhistorischen Kontext zu betrachten.

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich bei Heinzmann in einem Regal.
  • Dieser Titel ist das Lieblingsbuch von Heinzmann.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.08.2025

Verästelte Moderne: Ein faszinierender Blick auf Fallada

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Wer sich in das Dickicht der Literaturgeschichte wagt, wird bei dem Band Hans Fallada. Autor und Werk im Literatursystem der Moderne (herausgegeben von Patricia Fritsch-Lange und Lutz Hagestedt) auf eine ...

Wer sich in das Dickicht der Literaturgeschichte wagt, wird bei dem Band Hans Fallada. Autor und Werk im Literatursystem der Moderne (herausgegeben von Patricia Fritsch-Lange und Lutz Hagestedt) auf eine wahre Schatzkammer stoßen. Als begeisterte Leserin und Kennerin von Falladas Romanen hat mich dieses Buch nachhaltig beeindruckt. Die Sammlung versammelt namhafte Stimmen der Fallada-Forschung und eröffnet neue Perspektiven auf einen Autor, der inmitten sozialer und politischer Umschwünge einen eigenen, oft berührenden Ton gefunden hat.
Die Vielschichtigkeit von Falladas Werk wird hier nicht nur anhand klassischer Literaturanalysen, sondern – und das ist das Faszinierende – im Kontext der literarischen Moderne und seiner Zeitgenossen beleuchtet. Besonders aufschlussreich fand ich die klugen Beiträge zur Frage, wie Falladas Protagonisten – mit all ihren Zweifeln und Niederlagen – zu Sympathieträgern einer ganzen Generation werden konnten. Die Essays zeichnen nach, wie Fallada zwischen Anpassung und Widerstand balancierte und sich die gesellschaftlichen Umbrüche der 1920er und 1930er Jahre auf seine Erzählweise auswirkten.
Als Leserin habe ich selten einen Sammelband gefunden, der wissenschaftliche Sorgfalt so elegant mit einem erzählerischen Blick verbindet. Die Artikel sind zugänglich geschrieben, bieten zugleich Tiefe und regen immer wieder dazu an, Fallada mit neuen Augen zu lesen. Wer sich für deutsche Literatur, Biografien und ZEITGENÖSSISCHE Diskurse interessiert, wird diesen Band – trotz seines stolzen Preises – mit Gewinn genießen und immer wieder zur Hand nehmen.

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