Tolle Idee, sehr schlicht erzählt
Die Idee dieses Buches ist toll. Giorgio Colombo ist Tierarzt und Vogelkundler und hat die Sprache der Krähen so gut analysiert, dass er mit ihnen kommunizieren kann.
Als in den Bergen am Comer See vermehrt ...
Die Idee dieses Buches ist toll. Giorgio Colombo ist Tierarzt und Vogelkundler und hat die Sprache der Krähen so gut analysiert, dass er mit ihnen kommunizieren kann.
Als in den Bergen am Comer See vermehrt Hänge abstürzen, scheinen die Krähen das vorherzusagen. Kann man diese Gabe nutzen? Giorgio verfällt in eine Art Trance, wenn er mit den Krähen spricht. Wie zuverlässig ist so ein Orakel? Ist der Mann ein Genie oder Irrer?
Eine Vogelkundlerin aus Deutschland und ein italienischer Bergführer sind mit ihm befreundet und sollen helfen, das Phänomen zu ergründen.
Das Ganze wird verflochten mit einer Art Umwelt-Krimi. Kann am Comer See ein Ferienresort errichtet werden, während ringsherum die Hänge kollabieren? Wie viele Ferienresorts braucht der Mensch und wer braucht „Little Tibet“ in Italien? Auch in der Schweiz ist das Geschäft mit dem Tourismus in Gefahr, wenn immer öfter der Schnee ausbleibt.
Das sind alles spannende Themen, die hier auf den Tisch kommen, allerdings wird es nicht sonderlich gut präsentiert. Der Erzählstil ist trocken und schnörkellos, eher berichtend als poetisch, die Figuren schablonenhaft, das hat mir ein wenig den Spaß an der Sache genommen. Immer wieder bekommt man lange Vorträge zum Thema Umwelt, zum Schaden, den Tourismus anrichtet und auch zur Krähenkunde. Letzteres hat mir gefallen, ich sehe jetzt Krähen mit deutlich anderen Augen, aber der Rest des Buches hat mich nicht überzeugt.