Familie
In diesem Roman geht es um die drei Schwestern Ella, Mira und Juli. Sie wachsen in den 80er Jahren in Kaiserlautern in einer Arbeiterfamilie auf. Der Vater verbringt seinen Feierabend lieber in Kneipen. ...
In diesem Roman geht es um die drei Schwestern Ella, Mira und Juli. Sie wachsen in den 80er Jahren in Kaiserlautern in einer Arbeiterfamilie auf. Der Vater verbringt seinen Feierabend lieber in Kneipen. Auch die Mutter trinkt zu viel und ist nicht so für die Mädchen da, wie sie es gebraucht hätten. Die damals 16jährige Mira muss ein Kind tot auf die Welt bringen, Ella hat sich zeitig in ein bürgerliches Leben gerettet und Juli, die jüngste der Schwestern, ist rebellisch und willensstark.
Wir begleiten die drei Schwestern durch ein paar Jahre in ihrem Leben. Sie träumen von einem besseren Leben, wollen nicht werden wie ihre Eltern, doch sind auch gefangen in ihren Rollen und Mustern. Mira verbringt sogar eine Zeit in Berlin mit unkonventionellen, politisch aktiven Menschen aber kommt nie so richtig an. Gesellschaftskritik wird ordentlich geübt. Die Frauen versuchen gegen Klassenzwänge anzukämpfen aber das Umfeld ist noch nicht so weit zu dieser Zeit. Die realistische Millieuschilderung konnte mich begeistern, sowie auch die starke Beziehung der Schwestern untereinander. Sie versuchen auszubrechen und sind doch gefangen in ihrer Welt. Haben trotzdem noch ganz viel Hoffnung auf ein besseres Leben.
Ein realistischer, zarter Roman über ungleiche Chancen, Vergangenheit, die einen nie ganz loslässt und die Verbundenheit in der Familie. Empfehle ich euch gern weiter.