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40 Tage blieb Jesus in der Wüste und wurde vom Teufel versucht. Was hat das mit dem vorliegenden Roman zu tun? Nun 27 + 13. Ich habe 27 Tage nach Erhalt des Buches mit dem Lesen begonnen und war in 13 ...
40 Tage blieb Jesus in der Wüste und wurde vom Teufel versucht. Was hat das mit dem vorliegenden Roman zu tun? Nun 27 + 13. Ich habe 27 Tage nach Erhalt des Buches mit dem Lesen begonnen und war in 13 Tagen durch.
Mir ist es nicht immer leichtgefallen, dem Handlungsverlauf aufmerksam zu folgen, da er zum einen recht komplex ist und ich mich zum anderen schwer damit tat, trotz gewisser Vorabinformationen, ihn vorurteilsfrei wirken zu lassen.
Ein Mann erzählt im Jahr 2000 auf dem Rückflug von L.A. nach Frankfurt einer „zufälligen“ Sitznachbarin, die sich als überaus aufmerksame Zuhörerin erweist, mehr oder weniger seine Lebensgeschichte, die eng mit der Musikgruppe „The Doors“ verbunden ist. Er hat in L.A. ein Konzert der verbleibenden 3 Bandmitglieder besucht und wollte eigentlich Ray Manzarek eine Botschaft überreichen. Diese Zeilen haben es in sich. Sie sind das Ergebnis einer jahrzehntelanger Aufreihung und Verknüpfung haarsträubender Vorkommnisse, die den Mann und seine Familie an einen zentralen Punkt des Weltgeschehens (und darüber hinaus) rücken.
Die Handlung ist schwer einem Genre zuzuordnen. Den Untertitel ‚Gralsroman‘ kann ich nicht nachvollziehen. Es handelt sich offensichtlich um einen sehr mutigen Autor, dem ich von Herzen wünsche, seine Leserschaft zu finden. Für mich stellt er einige faszinierende Grundhypothesen auf, ohne sie jedoch einer kritischeren Prüfung zu unterziehen. Das ist natürlich in Romanform möglich. Was mich persönlich jedoch störte, war seine gebetsmühlenartige Wiederholung, dass er wohl dem „Wahnsinn verfallen sei“. Was nun? Sollte er dieses Urteil nicht besser dem mündigen Leser überlassen? Ohne zu viel zu verraten: Manche Selbsterkenntnis des Protagonisten ist tatsächlich äußerst avantgardistisch.
Die Schleifen jedoch, die die Hauptfigur immer wieder dreht, empfand ich persönlich als ermüdend und zu Längen führend, die so nicht hätten sein müssen.
Nun, ich habe den Roman bis zum Ende geschafft und wunderte mich dann nochmals über die letzten ca. 20-30 Seiten, die ich so nicht erwartet, mir aber irgendwie anders gewünscht hätte.
Fazit: Alles hängt mit allem zusammen erhält durch diesen Roman eine ganz neue Bedeutung.