Cover-Bild Eugenische Phantasmen
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36,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Suhrkamp
  • Themenbereich: Geschichte und Archäologie - Geschichte
  • Genre: keine Angabe / keine Angabe
  • Seitenzahl: 390
  • Ersterscheinung: 20.05.2024
  • ISBN: 9783518588147
Dagmar Herzog

Eugenische Phantasmen

Eine deutsche Geschichte
Ulrike Bischoff (Übersetzer)

Dieses Buch ist ein Experiment. Es unternimmt den Versuch, eine Geistesgeschichte der geistigen Beeinträchtigung zu schreiben, indem es die Debatten über den Wert behinderten Lebens nachzeichnet, wie sie in den letzten 150 Jahren geführt wurden. Abgrund dieser Epoche war ein schier unvorstellbares Massenmordprojekt, das eine komplexe Vorgeschichte hat und eine erstaunlich lange Nachgeschichte. Die Eugenik zu verlernen, hat sich in Deutschland als ein außerordentlich zäher Prozess erwiesen, der bis heute nicht abgeschlossen ist.

Dagmar Herzog schildert die immer wiederkehrenden Konflikte über die Deutung von Fakten und die daraus zu ziehenden praktischen Konsequenzen. In diesen sowohl politisch als auch emotional hoch aufgeladenen Auseinandersetzungen vermischten sich Konzepte aus Medizin und Pädagogik mit religiös-theologischen Vorstellungen, aber auch mit solchen über Arbeit und Sexualität, menschliche Verwundbarkeit und wechselseitige Abhängigkeit. Wie soll man über die Mitbürger:innen mit den unterschiedlichsten kognitiven Beeinträchtigungen und psychiatrischen Diagnosen denken und fühlen? Wie mit ihnen umgehen? Indem die Deutschen über diese Fragen stritten, rangen sie stets auch um ihr Selbstverständnis als Nation.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.06.2025

Wichtiges Werk zum Thema!

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"eugenische phantasmen" besteht zur Hälfte aus Fußnoten bzw Anmerkungen. Ohne diese bleibt ein fokussierter Haupttext mit viel Präzision. Themen die schwierig sind trennscharf zu fassen werden trotzdem ...

"eugenische phantasmen" besteht zur Hälfte aus Fußnoten bzw Anmerkungen. Ohne diese bleibt ein fokussierter Haupttext mit viel Präzision. Themen die schwierig sind trennscharf zu fassen werden trotzdem differenziert behandelt, insbesondere die betroffenen Personengruppen und deren Konstruktion. Der Fokus auf Menschen mit Lernbehinderung hat mich überzeugt. Domänen die oft getrennt voneinander verhandelt werden sehr klar und gewinnbringend in ihren Funktionen zusammen gedacht, insbesondere Medizin, Pädagogik, Psychiatrie und Theologie. Statt eines rückblickend-abwertenden Stil steht das beschreibende nachvollziehen von Standpunkten und Entwicklungen im Vordergrund, aber basierend auf einer Haltung die Menschen- und Lebensfeindlichkeit ablehnt. Die kritische Betrachtung der Rolle der Kirchen fand ich wichtig und einen Aspekt der sonst oft weniger oder zumindest weniger kritisch behandelt wird.

Ich fand das Buch inhaltlich bereichernd, gut recherchiert und gut lesbar. Ich finde, es ist ein must-read zum Thema Eugenik und Ideen wie der von "lebensunwertem Leben".

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