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Veröffentlicht am 22.05.2026

nope

Der letzte Sommer vor dem Rest unseres Lebens
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Diese Erzählung ist eher leise, zaghaft, langsam und, sorry, langweilig.

Mina und Caplan kennen sich schon seit der Grundschule und sind beste Freunde, obwohl sie ganz unterschiedlich sind. Jetzt machen ...

Diese Erzählung ist eher leise, zaghaft, langsam und, sorry, langweilig.

Mina und Caplan kennen sich schon seit der Grundschule und sind beste Freunde, obwohl sie ganz unterschiedlich sind. Jetzt machen sie ihren Highschool-Abschluss und Dinge verändern sich, auch zwischen ihnen. Ich mochte Mina und Caplan. Ich war neugierig auf ihre Beziehung. Aber trotz gefühlter tausend Rückblenden hatte ich bis zum Schluss das Gefühl als Leser emotional außen vor zu bleiben und ihrer Beziehung wie das dritte Rad am Wagen zu zusehen. Die Beziehung der beiden wirkt echt und authentisch. Nur eben auch unzugänglich. Was vermutlich deep wirken soll, kam bei mir hauptsächlich emotional distanziert an. Und das trotz einiger wirklich gelungener Szene. Die für mich von der Charakter- und Plotentwicklung zu sehr in der Luft hingen. Ich hatte immer wieder schlicht keine Lust weiterzulesen…

Auch sprachlich-stilistisch hat das Buch mich leider nicht überzeugt. Ich hatte immer wieder Schwierigkeiten mir zu merken, aus wessen Perspektive das jeweilige Kapitel gerade geschrieben war, weil sich dies nicht genug auf die Erzählweise ausgewirkt hat. Genauso habe ich mich in aneinandergereihter wörtlicher Rede verloren. Dass man dem Text deutlich anmerkt, dass es sich um eine Übersetzung handelt, hat auch nicht geholfen.

Am Stärksten fand ich noch die Darstellung der sich entwickelnden Freundschaft zwischen Mina und Hollie und die Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt, vielleicht wäre ein Fokus auf diese Themen für die Erzählung besser gewesen und hätte statt einzelner guter Szenen ein konsistenteres Ergebnis geliefert.

So ist mein Eindruck aber, dass es sich nicht lohnt „Der letzte Sommer vor dem Rest unseres Lebens“ zu lesen.

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Veröffentlicht am 18.05.2026

Geniale AuDHS Rep

Violet – Die Wasserhexe und der Totengott
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Eine AuDHS Hexe im Burnout, Berlin überrannt von Zombies und ein depressiver Todesgott? Was für eine Mischung!

Dieses Buch lebt von seinem Humor und seinen Charakteren. Die Darstellung von Violet, der ...

Eine AuDHS Hexe im Burnout, Berlin überrannt von Zombies und ein depressiver Todesgott? Was für eine Mischung!

Dieses Buch lebt von seinem Humor und seinen Charakteren. Die Darstellung von Violet, der Hexe, ist so unfassbar gut. Auch, wenn ich den ADHS Part nicht aus eigener Erfahrung nachfühlen kann, die Autismus Aspekte und allem voran der Burnout sind so treffend und in Nuancen, die ich niemals selber hätte formulieren können, authentisch, das hat mich immer wieder kalt erwischt. Gleichzeitig ist das ganze so gut erklärt, dass ich denke, auch Lesende ganz ohne entsprechende eigene Erfahrungen sollten sich gut einfühlen können. Die Fantasywelt, insbesondere natürlich Violets Erleben ihrer eigenen Magie, verstärkt diese Charakterisierung und Darstellung von Violets Sein. Zusammen mit dem zweiten Hauptcharakter und der Interaktion zwischen den Beiden, hat mich das sehr berührt. Für mich war diese Repräsentation ein großes Geschenk.

Der Plot muss zeitweise hinter der intensiven Charakterisierung zurück stecken und ist ein wenig uneben gepaced. Er nimmt erst im letzten Drittel so richtig Fahrt auf. Die Fantasywelt ist leicht chaotisch und voller Möglichkeiten und das macht ihre Faszination aus. Ich hatte bezogen auf die Zombies wirklich bis zuletzt keine Ahnung, wie das alles ausgehen würde und war dann überrascht, dass es sich um einen Reihenauftakt statt einen Einzelband handelt. Dazu passt die Gestaltung des Plots auch besser und für die folgenden Bände haben wir noch jede Menge Fragen und Aufgaben über, das wird toll!

Die Sprache im Buch ist recht jung, gleichzeitig ist Violet kein Teenager mehr und das wird auch deutlich. Mit dem Satzbau hatte ich teilweise Schwierigkeiten, insbesondere, wenn Personalpronomen für mich „in der Luft hingen“ und ich der Logik der Sätze nicht ganz folgen konnte. Das ist sehr authentisch ADHSig, ich fand‘s mitunter trotzdem anstrengend zu lesen. Der Humor im Buch ist grandios, da ist Situationskomik, manchmal bis hin zum Slapstick, viel Neckerei und Satire. Das hat mir richtig Spaß gemacht und Schwung ins Lesen gebracht. Viele der Nebencharaktere haben bisher ungenutztes Potential und ich gehe davon aus, dass sie die nächsten Bände noch mehr bereichern werden.

Alles in allem hat die Erzählung ihre Schwächen, aber auch ganz klare Stärken, die es für mich sehr lohnenswert gemacht haben.

Besonders gefallen hat mir die detaillierte Einordnung dessen, was wir erwarten können, bevor die eigentliche Erzählung beginnt. So schön klar und hilfreich um mich zu entscheiden, ob dieses Buch (gerade) für mich passt – das hätte ich gerne in jedem Buch!

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Veröffentlicht am 11.05.2026

Einmal Herzschmerz

Last Kiss of Summer
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Cape Cod hat die perfekten Sommervibes und ein heimeliges Kleinstadtfeeling. Mir fiel es leicht mit Sera an diesen Ort zurück zu kommen und gleich mitten im Geschehen zu sein. Die meisten Charaktere kennen ...

Cape Cod hat die perfekten Sommervibes und ein heimeliges Kleinstadtfeeling. Mir fiel es leicht mit Sera an diesen Ort zurück zu kommen und gleich mitten im Geschehen zu sein. Die meisten Charaktere kennen sich und die Autorin schafft es, uns als Lesenden das Gefühl zu geben, auch wir würden alle(s) schon ewig kennen. Das liegt auch an Seras Erzählstimme, die ab und zu von Lukes Perspektive abgewechselt wird. Sera ist eine sehr offene und emotionale Erzählerin und ich hatte sie schon nach wenigen Seiten sehr gern. Sie erzählt freimütig von ihrer Freude und Sehnsucht nach Leben in diesem Sommer und von der schwierigen Zeit, die sie in den zwei Jahren davor mit ihrer Herzerkrankung hatte. Das Buch schafft es bis zum Ende diese Mischung aus Hoffnung, Leichtigkeit, Angst und Schwere zum Besten der Erzählung auszutarieren. Es fühlt sich durchgängig einfach stimmig an. Die Darstellung von Seras Krankheit hat mir gut gefallen, Leben und der Horizont des Sterbens werden in vielen Kleinigkeiten authentisch reflektiert. Ich mag besonders, wie viel Raum Sera als Charakter für die Zwischentöne bekommt. Sowohl darin, was sie als Person ausmacht, als auch darin, wie sich die Krankheit auf ihr Leben aus(ge)wirkt (hat). Gleichzeitig ist dieses Buch so eine emotionale Wucht, dass es sich ein bisschen Kitsch und „Schicksal“ erlauben kann ohne dadurch billig zu wirken. Das Gute ist ein bisschen zu gut und das Schlimme ein bisschen zu schlimm, aber irgendwie passt das zum Buch.

Ich habe es geliebt mit Sera (und Luke) die vielen kleinen Ausflüge und Momente zu erleben und habe mit den beiden mitgefiebert, ob sie das zwischen sich klären können. Die Kulisse von Cape Cod, mit der kleinen Innenstadt, dem geheimen Strand, dem Kunst Camp und den Veranstaltungen war perfekt. Mir hat gefallen wie nerdig Sera und Luke sind und welche Rolle Kunst in ihren Leben spielt, ohne, dass dahinter andere Teenager-Dinge zurücktreten mussten. Die Nebencharaktere bleiben zwar deutlich Nebencharaktere, sind aber alle greifbar und bereichern die Geschichte. Seras Familie und beste Freundin kamen mir trotzdem etwas zu kurz in der Ausgestaltung der Auswirkungen von Seras Erkrankung auf sie.

Der Schreibstil liest sich so sommerlich leicht, ich fand es war fast wie einer guten Freundin zuzuhören und brauchte wenig Konzentration, mehr emotionale Kapazität. Dadurch eignet sich das Buch auch gut für Zwischendurch, aber Achtung, einmal angefangen, wollte ich es gar nicht mehr aus der Hand legen und habe es recht schnell durchgelesen!

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Was wir sagen und was wir denken

Schon schwankte die Welt
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Die große Stärke dieses relativ schmalen Bandes Gegenwartsliteratur ist seine Auseinandersetzung mit Perspektive und Miss_Kommunikation. Wir lesen zwar in der dritten Person über unsere Charaktere, werden ...

Die große Stärke dieses relativ schmalen Bandes Gegenwartsliteratur ist seine Auseinandersetzung mit Perspektive und Miss_Kommunikation. Wir lesen zwar in der dritten Person über unsere Charaktere, werden aber trotzdem sehr in die Gedankengänge der jeweiligen Perspektive mitgenommen und bekommen keinen „neutralen“ Überblick oder Einordnung geliefert. Zum Teil wechselt die Innenperspektive auch kurzfristig, so dass wir unterschiedliche Perspektiven bzw Verarbeitungen und Interpretationen der Charaktere direkt abgleichen können, ansonsten bekommen wir diese Chance in der Regel in den folgenden Kapiteln. Diese Art zu Erzählen wirft uns Lesende ein bisschen herum, Interpretationen, die wir gerade sehr schlüssig aus der einen Perspektive gelesen haben, werden in der nächsten deutlich oder subtil in Frage gestellt und es bleibt an uns emotional Partei zu ergreifen – oder uns zu fragen, was denn nun stimmt. Dabei schafft die Autorin meisterhaft Raum für die Wertschätzung des Subjektiven und den Meta-Blick auf Kommunikation und Beziehung über ein „Recht haben müssen“ hinaus.

Hauptsächlich lesen wir aus der Perspektive der Freundinnen Viktoria und Helene, wobei Love-Interest Polly auch deutlich Raum bekommt. Weniger hören wir von Viktorias Tochter Lara. Die Freundinnenschaft zwischen Viktoria und Helene wird nahbar und über den Verlauf des Buches hoffnungsstiftend erzählt, und komplementiert die, hauptsächlich mit der Figur Polly gestellte, Frage nach dem Erfolg des Feminismus oder womöglich doch nur anderen-neuen Strukturen des Patriarchats. Den Versuch eines Plots der die Entwicklungen auf den Beziehungsebenen forciert und zusammenbringt macht das Mysterium um den Raben Toni. An diesem Punkt ist das Buch für mich am Schwächsten, auch wenn ich das zu Beginn nicht gedacht hätte.

Sehr realistisch sind die kleinen persönlichen Veränderungen und neuen Kommunikationsversuche, die die Charaktere erleben und wagen. Insbesondere Laras Entwicklung hat mich berührt, auch, weil diese tatsächlich miterlebend erzählt wird, statt in eher kurzen Rückblenden erklärt, wie bei Viktoria und Helene leider oft. Für mich fehlte hier der Fokus der Erzählung, es werden viele Themen mehr beiläufig erwähnt, kurz berücksichtigt und dann wieder fallen gelassen und eben, aus meiner Sicht, bei relevanten Entwicklungen der Beziehung und Charaktere, die den Buchfokus ausmachen, das Prinzip show don’t tell nicht ausreichend angewandt. Das verstärkt für mich die Distanz, die durch das Spiel mit den Perspektiven ohnehin schon entsteht. Mir fehlt ein wenig die Tiefe, für mich hat dieses Buch vor allem unausgeschöpftes Potential, was ich schade finde.

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Wenn mich jemand fragt, wie ich mein "new adult" mag: so!

The Darlington - Logan & Rose
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Der dritte Band hat mich endgültig überzeugt, die ganze Reihe als beispielloses Highlight zu sehen. Anders als die meisten anderen new adult Reihen, die einem Freundeskreis folgen und dabei eher locker ...

Der dritte Band hat mich endgültig überzeugt, die ganze Reihe als beispielloses Highlight zu sehen. Anders als die meisten anderen new adult Reihen, die einem Freundeskreis folgen und dabei eher locker miteinander verbunden sind, folgt die "the Darlington" Reihe einem übergeordneten Plot, der im dritten Band ganz in den Fokus rückt. Der dritte Band hat mir vielleicht auch deshalb nochmal ein Ticken mehr gefallen, weil er von der Vorarbeit der ersten beiden Bände profitiert. Mit Henry und Kate haben wir das "The Darlington" lieben gelernt, mit Ethan und Grace durften wir stärker in die Familiengeschichte und den Charakter von Mr. Darlington einsteigen und bei Logan und Rose kann und darf es jetzt thematisch ganz um die von den sexuellen Übergriffen Betroffenen gehen.
Dabei ist die Erzählung für mich weitestgehend vorhersehbar gewesen, auch, dass Logan und Rose im Grunde füreinander bestimmt sind, ist ja von Anfang an deutlich. Das hat für mich den Raum geöffnet mich ganz auf das Wie einzulassen und verdammt, was habe ich mit den beiden mitgefiebert! Ich bin durch die Seiten geflogen und wollte doch jeden Moment auskosten. Laura Kneidel hat wieder die perfekte Balance zwischen Anziehung, Sensibilität und starken Charakteren geschaffen. Dass sie das kann wissen wir von den ersten beiden Büchern, es nochmal zu erleben und zu lesen ist trotzdem atemberaubend. Ich habe gelacht und geweint und wurde von der mutigen Wut inspiriert.

Zum Reihenfinale passt es für mich auch, dass alle Hauptcharaktere der Reihe eine deutliche Rolle spielen, die Brüder in Verbindung zu Logan noch mehr als Kate und Grace als Rose Freundinnen. Ich hatte an keinem Punkt den Eindruck, dass sie stören oder den Fokus unangenehm von Logan und Rose weglenken würden, was sicherlich auch daran liegt, dass das Fokusthema ihrer Liebesgeschichte eben dem übergeordneten Reihenthema entspricht.

Ich will nicht spoilern, aber die Differenziertheit mit der die Autorin das Prozessende geschrieben hat, ist beeindruckend. Ich respektiere die Entscheidungen, die sie für diese Geschichte getroffen hat, sehr. Ich glaube, in unserer Gesellschaft, wie sie nunmal ist, braucht es das, braucht es alles, was sie zu be_denken gibt. Eine Reihe zu schreiben, bei der Unterhaltung und gesellschaftliche Reflexion so gut zusammenkommen, ist eine große Leistung.

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