Cover-Bild Libertalia
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22,90
inkl. MwSt
  • Verlag: Matthes & Seitz Berlin
  • Themenbereich: Gesellschaft und Sozialwissenschaften - Gesellschaft und Kultur, allgemein
  • Genre: keine Angabe / keine Angabe
  • Seitenzahl: 238
  • Ersterscheinung: 16.12.2014
  • ISBN: 9783957570000
Daniel Defoe

Libertalia

Die utopische Piratenrepublik
Helge Meves (Herausgeber), David Meienreis (Übersetzer), Arne Braun (Übersetzer)

Jeder kennt die Welt der Piraten als abenteuerliches Universum aus Holzbein, Säbelkampf und Totenkopfflagge. Doch nur wenige wissen, dass viele Seeräuber ihre Beute teilten, demokratische Versammlungen abhielten und entlaufene Sklaven aufnahmen. Die fortschrittlichen Gemeinschaften der Freibeuter spiegeln sich auch in Daniel Defoes 1728 erschienenem Bericht über die Piratenrepublik Libertalia wider, der hier zum ersten Mal auf Deutsch erscheint. Defoe schildert die Geschichte des abenteuerlustigen Edelmanns Misson und des desillusionierten Priesters Caraccioli, die auf Madagaskar eine auf Toleranz, Gütergleichheit und radikaler Demokratie beruhende Piratenbruderschaft gründen, um Sklaven aus der Gefangenschaft zu befreien. Während die Republik in Defoes Geschichte schließlich niedergeschlagen wird, lebt Libertalia als humanistische, herrschaftsfreie Utopie bis heute weiter. Neben Defoes Text enthält das Buch historische Piratensatzungen sowie Reiseberichte und erläutert die politischen Ideen der Piraten im Kontext der staatstheoretischen Debatten und Utopien der damaligen Zeit. Nicht nur, dass die Seeräuber demokratischer und sozialer lebten als die absolutistischen Machthaber und Kolonialherren, auf ihren Schiffen segelte auch die Hoffnung auf einen Zusammenschluss gleicher und freier Menschen mit, die bis heute unabgegolten ist.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.03.2020

Piraterie, Anarchie, Utopie?

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Schwer zu beschreiben oder in Schubladen und Kategorien zu stecken - ein wunderbares Buch über und zu Libertalia, Piraten, Anarchie und Demokratie, Freiheit und Utopie. Lesen!

Als mir dieses Buch im Buchladen ...

Schwer zu beschreiben oder in Schubladen und Kategorien zu stecken - ein wunderbares Buch über und zu Libertalia, Piraten, Anarchie und Demokratie, Freiheit und Utopie. Lesen!

Als mir dieses Buch im Buchladen zufällig in die Hände fiel, war meine Neugier geweckt - ohne Cover und Klappentext verriet dieses Buch einfach nicht, worum genau es sich hierbei handelt. Aber Defoe und Piraten? Her damit!

Selten habe ich ein so ungewöhnliches Buch gelesen. Das liegt ja häufiger auf der Zunge - aber bei diesem Buch beginnt es schon damit, dass ich noch immer nicht weiß, was ich da eigentlich gelesen habe. Zur Hälfte besteht das Buch aus Texten von Defoe und anderen Autoren zur Piratenrepublik Libertalia, zur Anderen aus Anmerkungen des Herausgebers Helge Meves. Ist das ganze also eine wissenschaftliche Arbeit? Eine Kommentierung von Literatur? Ein politikwissenschaftlicher Gedankenprozess anhand von Quellen? Eine lose Zusammenstellung aller bekannten und relevanten Fakten zu Libertalia?

Was es auch ist, eines ist dieses Buch ganz gewiss: Bereichernd für jedes freiheitsliebendes Piratenherz! Ich hatte zuvor nicht von Libertalia gehört und finde den Gedanken unfassbar faszinierend, dass es möglicherweise eine autonome, basisdemokratische Piratenrepublik gegeben haben könnte, die ihrer Zeit in puncto Gleichheit und Freiheit weit voraus war! Gerade in heutigen Zeiten, wo Fragen nach Demokratie und alternativen Gesellschaftsmodellen (immer) wieder laut werden, ist es interessant, sich mit Ansätzen früherer Zeiten auseinander zu setzen.

Ich bin wissenschaftliche Texte durch mein Politikstudium mittlerweile ja gewöhnt - Helge Meves schreibt jedoch angenehm lesbar; lediglich die Quellen- und Literaturangaben geben Aufschluss über seinen akademischen Kontext. Mir als Leserin blieb es offen, das Buch entweder nur als Input über Libertalia zu lesen, oder es als Denk- und Recherchebeginn zu betrachten; weiteren Quellen zu folgen und mich tiefer in die Materie zu begeben.

Im Nachhinein würde ich sagen, dass ich die Kommentierung zuerst hätte lesen sollen, um dann die Originalquellen besser verstehen und einordnen zu können. Andererseits hätte ich so den Genuss nicht gehabt, (Abenteuer-)Roman und Sachbuch in einem zu haben. Mich, ohne jegliches Vorwissen in die Geschichten von Misson, Tew und Co zu begeben, um dann zu erfahren, was dahintersteht, bewiesen und spekuliert ist.

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