Eine kluge Groteske voller Witz und Tiefgang – eine literarische Abrechnung
Selten gelingt es einem zeitgenössischen Autor, die Groteske so virtuos zu nutzen wie Frank Hilgenfeld in Geld ist Tod. Dieses Buch ist weit mehr als ein Roman: Es ist eine kluge, intertextuelle Inszenierung, ...
Selten gelingt es einem zeitgenössischen Autor, die Groteske so virtuos zu nutzen wie Frank Hilgenfeld in Geld ist Tod. Dieses Buch ist weit mehr als ein Roman: Es ist eine kluge, intertextuelle Inszenierung, die das fragile Fundament unseres gesellschaftlichen Denkens und Handelns sichtbar macht.
Hilgenfeld lässt fiktive Figuren in ebenso fiktive Gespräche eintreten und versieht sie mit Zitaten, die überraschen, belustigen und zugleich irritierend nah an der Realität sind. Diese Dialoge sind pointiert, oft hinreißend komisch, und doch schwingt stets die Ernsthaftigkeit einer tiefen Systemkritik mit.
Der Autor verbindet literarische Traditionen mit akademisch präziser Recherche. Besonders bemerkenswert ist der Einsatz heuristischer Elemente, die das Lachen ebenso ermöglichen wie das Nachdenken. Wer sich auf dieses Buch einlässt, wird reich belohnt – nicht durch einfache Antworten, sondern durch den intellektuellen Genuss einer sprachlich brillanten und inhaltlich aufrüttelnden Groteske.
Geld ist Tod ist fern vom Mainstream, aber genau darin liegt seine Stärke. Es ist ein Werk für Menschen, die sich trauen, die Dinge anders zu sehen – ein Roman für ein Publikum, das Bildung nicht nur als Zierde, sondern als geistige Herausforderung versteht.