Zart und leise, aber intensiv
Zoey kehrt nach dem Tod ihrer Mutter zurück an den Ort ihrer Kindheit, an die französische Atlantikküste. Mit 7 Jahren verbringt sie einen Sommer mit ihrer Mutter und ihrer Schwester auf einem Campingplatz, ...
Zoey kehrt nach dem Tod ihrer Mutter zurück an den Ort ihrer Kindheit, an die französische Atlantikküste. Mit 7 Jahren verbringt sie einen Sommer mit ihrer Mutter und ihrer Schwester auf einem Campingplatz, doch aus diesem Urlaub kehrt die Schwester nicht mehr mit heim. Fortan lebt Zoey mit ihrer Mutter allein, pflegt sie gar in den letzten Jahren. Doch die Schwester ist ein unausgesprochenes Tabu. Manches mal zweifelt Zoey gar daran, dass es sie gab. Zoey möchte ihre Mutter dort, am Ort der Kindheit, bestatten. Während ihres Aufenthaltes trifft sie auf Marlene, mit der sie unbeschwert über das Erlebte sprechen kann, und auf Kitty, deren Oma ebenfalls auf diesem Campingplatz lebt und sich erinnern kann. Nach und nach gelingt es Zoey das Rätsel zu entziffern und ihre Vergangenheit zu verstehen.
Die Geschichte um Zoey besticht durch ihre leisen Töne, die tiefe Atmosphäre und die bildhafte, poetische Sprache. Die Geschichte hat mich in den Bann gezogen, so dass ich recht schnell auch nur noch wissen wollte, was damals geschehen ist. Die Geschichte zeigt auf, dass (Ver)Schweigen niemandem hilft und das Problem nicht löst. Aber auch, dass Kinder doch mehr mitbekommen, als man glauben mag. Nach und nach tauchen Erinnerungen auf, die längst tief in Zoey verborgen lagen, da ein Mantel des Schweigens darüber an ihrer Existenz hat bereits zweifeln lassen. Und doch kann sich Zoey auf ihr Gefühl verlassen. Ein kurzes, aber intensives Leseerlebnis,