Der Versuch, Simon Dubnow zu gedenken
Der Versuch, Simon Dubnow zu gedenken
Es gibt in Leipzig ein Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur, das den Namen Simon Dubnow trägt. Gabriel Bronstein versucht, diesen bedeutenden Wissenschaftler ...
Der Versuch, Simon Dubnow zu gedenken
Es gibt in Leipzig ein Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur, das den Namen Simon Dubnow trägt. Gabriel Bronstein versucht, diesen bedeutenden Wissenschaftler noch einmal zum Leben zu erwecken, aber tatsächlich ist er in Riga, genauer am 8. Dezember beim Massaker im Wald von Rumbula von den Deutschen umgebracht worden. Sein Werk aber, vor allem die zehnbändige Geschichte des jüdischen Volkes, hat sich der Nachwelt erhalten.
Die Geschichte, die der Autor um Simon Dubnow bzw. um den jungen Israeli David Dubnow, der wähnt, er könnte mit Simon verwandt sein, fabuliert, fühlt sich ein bisschen übertrieben an. "Gefunden" hat sie der Journalist Rafael Shapiro, der sie versehentlich ausdruckt und sich in ihr verstrickt.
Immer wieder las ich bewegende Szenen, die in Riga spielen, Anfang der 1970er Jahre und während des Zweiten Weltkrieges, trotzdem konnte mich dieses Buch nicht vollkommen überzeugen. David Dubnow, der da durch Riga geisterte, blieb für mich immer eine Kunstfigur. Mit Judica, Davids Angebeteter, oder mit Opa Samuel, "vor dem Krieg war er Rabbiner und Kantor. Leute aus ganz Lettland kamen nach Riga, um Rabbiner Samuel Melamed singen zu hören", ging es mir ähnlich.
Trotzdem, was mir sehr gefiel, waren die ausführlichen Anmerkungen im Glossar, die mir das Buch und die jüdische Geschichte von Riga dann doch sehr nahebrachten.
Ich habe bei Recherchen nach der eigenen Familiengeschichte auch Riga betrachtet, der Ehemann meiner Großtante wurde im Wald von Biķernieki, auch ein Wald in Riga, ermordet. Das war auch der ursprüngliche Anlass, dass ich zu diesem Buch gegriffen habe.
Wer sich für die Geschichte interessiert, dem empfehle ich das Buch, auch wenn es sich nicht sofort erschließt, berührt es doch, wenn man weiß, dass nur ein Prozent der Rigaer Juden den Holocaust überlebt hat. Wie es den wenigen Überlebenden, die in der Sowjetunion blieben, ergangen ist, ist dann schon wieder eine neue Geschichte.
Diese Rezension gibt meine eigene Meinung wieder und wurde nicht mit Hilfe von KI erstellt.