Cover-Bild Der Bauch des Wals
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  • Verlag: Diogenes
  • Themenbereich: Biografien, Literatur, Literaturwissenschaft - Biografien und Sachliteratur
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 128
  • Ersterscheinung: 23.08.2023
  • ISBN: 9783257072631
George Orwell, Ian McEwan

Der Bauch des Wals

Zwei Essays über Kunst und Politik
Felix Gasbarra (Übersetzer), Bernhard Robben (Übersetzer)

1940, der Zweite Weltkrieg wütete in Europa, schrieb George Orwell den Essay ›Im Innern des Wals‹, in dem er die Freiheit des Künstlers, sich von den Problemen der Welt abzuwenden, verteidigte – obwohl er selbst ein eminent politischer Autor war. Auf diesen berühmten Essay antwortet Ian McEwan in seiner ›Orwell Memorial Lecture‹, die erstmals in Buchform erscheint, und bezieht Orwells Überlegungen auf unsere Gegenwart.

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Veröffentlicht am 22.01.2024

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Mit "Im Bauch des Wals" hat der @diogenesverlag Essays von zwei großen Schriftstellern herausgegeben: George Orwell und Ian McEwan.

Orwells "Im Innern des Wals" erschien 1940. Orwell thematisiert darin ...

Mit "Im Bauch des Wals" hat der @diogenesverlag Essays von zwei großen Schriftstellern herausgegeben: George Orwell und Ian McEwan.

Orwells "Im Innern des Wals" erschien 1940. Orwell thematisiert darin die Frage nach der politischen Verantwortung von Schriftstellern. Wie politisch muss/soll/darf Kunst sein? Muss sie es überhaupt sein?

Als Beispiel dient ihm Henry Millers Roman "Wendekreis des Krebses". Ein Roman, der für ihn das Leben bejaht, der den Lesern nicht vorgibt, was sie zu denken haben, der das Weltgeschehen nicht vorantreiben oder bremsen möchte. Damit bildet er das Gegenstück zu den Romanen von den meisten von Millers schreibenden Zeitgenossen.

Orwell benutzt in diesem Zusammenhang das Bild eines Schriftstellers, der sich im Bauch eines Wals befindet: Dort ist man gleichgültig der Welt gegenüber und muss sich nicht mit ihr auseinandersetzen. Es ist für Orwell die Freiheit eines jeden Autoren, diese Position für sich auszuwählen und das eigene Schreiben nicht von politischen Glaubenssätzen diktieren zu lassen.

Ian McEwan antwortet mit seiner "Orwell Memorial Lecture" auf diesen Essay. Er stellt ihn in einen historischen Zusammenhang, erklärt ihn auch vor dem Hintergrund der persönlichen politischen Enttäuschungen Orwells und denkt ihn vor allem in der Gegenwart weiter.

Beide Essays bieten spannende und unterschiedliche Perspektiven auf die Frage nach der politischen Verantwortung des Schriftstellers. Dürfen Schriftsteller sich im Bauch des Wals verstecken? Floriert die Literatur nicht außerhalb des Wals (immerhin sind gerade Orwells bekannteste Romane, "1984" und "Farm der Tiere" sehr politisch!)? Oder gibt es in Zeiten des Klimawandels sowieso keinen Walbauch mehr, in dem man sich verstecken könnte?

Zu welchem Schluss McEwan kommt, will ich an dieser Stelle nicht verraten. Dafür solltet ihr das Buch lesen! Denn es lohnt sich, wenn man sich gedanklich mit Literatur und Verantwortung, mit Kunst und Aktivismus beschäftigen möchte.

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