Unterhaltsam, ehrlich und mit einem Augenzwinkern – aber nicht ganz rund
„Hör mir auf mit Glück“ ist ein Roman, der mit einer gehörigen Portion Selbstironie und Alltagsabsurdität aufwartet. Schon der Titel signalisiert: Hier geht’s um die kleinen Katastrophen, die das Leben ...
„Hör mir auf mit Glück“ ist ein Roman, der mit einer gehörigen Portion Selbstironie und Alltagsabsurdität aufwartet. Schon der Titel signalisiert: Hier geht’s um die kleinen Katastrophen, die das Leben so schreibt.
Helena Baum erzählt mit Witz und Charme von einer Protagonistin, die man nicht immer mögen, aber sehr wohl verstehen kann. Ihre Gedankengänge sind oft pointiert, manchmal herrlich überzogen, aber auch überraschend tiefgründig. Besonders gefallen haben mir die scharf beobachteten Dialoge und der trockene Humor – oft habe ich beim Lesen laut gelacht oder zustimmend genickt.
Allerdings: Manche Szenen ziehen sich, und nicht jeder Seitenhieb zündet. Die Handlung bleibt stellenweise etwas episodenhaft, als würde sie mehr von Anekdoten als von einem wirklichen Bogen zusammengehalten. Wer hier einen klassischen Spannungsbogen erwartet, könnte enttäuscht sein.
Trotzdem – wer das Leben lieber schräg als schönredet, bekommt hier genau den richtigen Roman. Für mich eine klare Leseempfehlung mit kleinen Abzügen in der B-Note. 4 von 5 Sternen