Cover-Bild Ab jetzt beginnt die Ewigkeit
Band der Reihe "Liebe in Schweden"
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11,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Tinte & Feder
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 381
  • Ersterscheinung: 09.09.2025
  • ISBN: 9782496718171
Heléne Holmström

Ab jetzt beginnt die Ewigkeit

Peter Zmyj (Übersetzer)

Ein Traumjob, zwei Konkurrenten und tiefe Gefühle. Eine warmherzige Liebesgeschichte von der schwedischen Bestsellerautorin Heléne Holmström

Als Moderatoren beim Stockholmer Sender TV24 sind Vendela und Samuel ein gutes Team. Doch beim Mittsommerfest kommen sie sich plötzlich näher; beide sind verunsichert. Ausgerechnet jetzt müssen die beiden um eine feste Stelle im Sender konkurrieren. Vendela arbeitet an einem Beitrag über ihre Familiengeschichte, die bald eine schockierende Wendung nimmt.

Trotz Wettbewerb vertiefen sich die Gefühle zwischen ihnen. Doch Samuel sorgt sich um seinen Ruf als Schürzenjäger und Vendela fühlt sich nie richtig angenommen. Letztlich müssen beide entscheiden, was wichtiger ist: Liebe oder Karriere?

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.09.2025

Nicht NOCH ein Konflikt

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Mit diesem Buch hat mich eine Hass-Liebe verbunden. Das Setting ist super: Stockholm als Kulisse, die schwedisch-estnische Geschichte, auch das Fernsehen. Aber die Konflikte werden SO simple gelöst, dass ...

Mit diesem Buch hat mich eine Hass-Liebe verbunden. Das Setting ist super: Stockholm als Kulisse, die schwedisch-estnische Geschichte, auch das Fernsehen. Aber die Konflikte werden SO simple gelöst, dass ich wollte, dass es aufhört.

Rezi enthält Spoiler!

Worum geht es?

Vendela ist nicht-schlank und Tochter einer berühmten Moderatorin - zwei Probleme, die der Jung-Moderatorin Sorgen bereiten. Sportjournalist Samuel kämpft als PoC nicht nur gegen Rassismus, sondern auch um seinen guten Ruf, der nach einem Vorfall gelitten hat. Dazu kommen noch zahlreiche Intrigen, die beiden das Leben schwer machen.

Wie hat mir das Buch gefallen?

Bis 30 % plätschert das Buch dahin. Vendela und Samuel werden als gute Freunde dargestellt, obwohl kaum Chemie zwischen den beiden ist. Ich habe keinen Humor, keine gemeinsamen Interessen gespürt, nur Respekt für die Arbeit des anderen. Und dass sie auf der Suche nach ihrem Platz im Sender und ihrer Vergangenheit sind.

Immerhin gibt es kaum Liebesszenen, ich erinnere mich vage an eine explizite Szene.

Interessant wird es erst, als eine zweite Erzählebene hinzukommt. Im Jahre 1951 sehen wir Vendelas Großmutter, die von Estland nach Schweden flüchtet und dabei ihre (erste) Tochter zurücklässt. Es handelt sich um die Zeit der "Estnischen Sozialistischen Sowjetrepublik". Zwischen 1941 und 1990 stand Estland unter der Herrschaft der Sowjetunion und tausende Partisanen (z.B. Waldbrüder) wurden nach Sibiren deportiert. Dieser reale Hintergrund trägt das Buch gut, auch, weil es interessant ist, wie unterschiedlich Großmutter und Enklelin leben, auch wenn sie sich im Buch nie begegnen.

Das Thema "Wurzeln" ist bei Vendela deutlich präsenter. Aber auch daraus macht die Autorin nicht viel: Ihre Mutter Krissi ist anfangs wenig begeistert, stimmt aber letztlich zu, dass ihre Tochter sogar einen Fernsehbeitrag daraus macht. Krissis Bedenken werden kaum aufgelöst, obwohl es belastend sein kann, so etwas über die eigene Mutter zu hören. Auch die Frage, warum die Großmutter beiden Familien nichts voneinander erzählte, wird für mich eher unbefriedigend beantwortet.

Auch Samuel, der adoptiert wurde, sucht seine leiblichen Eltern, muss aber erstmal den Widerstand seiner Mutter überwinden. In diesem Punkt war er mir wirklich unsympatisch, denn er sieht in der Ablehnung seiner Mutter eine übertriebene emotionale Reaktion. Ich finde es aber verständlich, dass die Mutter Angst hat, dass all ihre Leistung infrage gestellt wird. Es bringt das familiäre Gefüge durcheinander. Leider wird auch das nur mäßig aufgelöst.

Vendela nimmt viel Raum ein, ich kann mir aber nicht vorstellen, was an ihr im negativen Sinne "normal" ist. Der Konflikt mit der Mutter ist gut gedacht: Sie kritisiert ihre Tochter, weil sie "impulsiv" ist - das ist Vendela an einer (!) Stelle im Buch. Die unterschiedlichen Sichtweisen der Mutter und des Lesers prallen aufeinander: Vendela ist nicht impulsiv, aber weniger medienaffin. Sie nutzt das Fernsehen nicht aus, sie bleibt bei sich. Wie verletzend es ist, dass die eigene Mutter ihr sowenig zutraut, das wird immer wieder aufgegriffen, aber konfrontiert wird selten.

Hinzu kommt, dass Vendela von ihrer besten Freundin Moa beneidet wird und lernen muss, dass ihre eigenen Selbstzweifel nicht der Mittelpunkt der Welt sind. Außerdem wird sie in eine Intrige von Samuels Ex-Freundin Filippa hineingezogen. Und eine sexuelle Belästigung gibt es auch noch.

Samuel wird als Womanizer mit Herz dargestellt, man erfährt aber nicht, warum er das gemacht hat. Und zum Zeitpunkt der Handlung hat er auch keine Beziehungen mehr.

Der zentrale Konflikt im Buch ist der Kampf um eine Stelle als feste:r Moderator:in im Frühstücksfernsehen. Der Ausgang ist jedoch vorhersehbar.

Es gibt im Buch viele kleine Konflikte, denen es an Drama fehlt und die man mit einem guten Gespräch hätte schneller lösen können. Immerhin schafft es die Autorin, beide Hauptfiguren auch ein bisschen unsympatisch und damit menschlich zu machen.

Das Drumherum eines Fernsehsenders ist gut gestaltet, der Stress, die Moderationen usw. Ich fand es aber komisch, dass Vendelas Sommerserie relativ spontan entsteht, obwohl die Recherche zum Thema real wohl Monate gedauert hätte.

Das Beste am Buch ist Stockholm. Die Figuren bewegen sich darin, als wäre das völlig normal - nicht, als hätte ein:e Autor:in nur recherchiert. Freunde der Stadt werden Freude an all den vielen Orten haben. Auch ein Sänger namens Arash wird erwähnt - scheinbar eine Referenz an den iranisch-schwedischen Sänger.

Gut gefällt mir auch das Cover, weil es Samuel als PoC zeigt - habe ich selten auf Titelbildern gesehen. Der Titel ist jedoch beliebig.



Fazit

Trotz des guten geschichtlichen Hintergrunds ist das Buch vorhersehbar, die Chemie kaum vorhanden, die Fallhöhe gering. Gute Voraussetzungen, mäßig ausgeführt.



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