Schnappt euch einen Platz in der „Show Illusion“
𝗦𝘁𝗲𝗹𝗹𝗮 𝗥𝗵𝗼𝗱𝗲𝘀 ist einsam, pleite, verschuldet und verbringt ihre Abende in einer Bar als Kellnerin mit gelegentlichen Gesangseinlagen, die niemand zu schätzen weiß. Als ein merkwürdiger Fremder in ihr ...
𝗦𝘁𝗲𝗹𝗹𝗮 𝗥𝗵𝗼𝗱𝗲𝘀 ist einsam, pleite, verschuldet und verbringt ihre Abende in einer Bar als Kellnerin mit gelegentlichen Gesangseinlagen, die niemand zu schätzen weiß. Als ein merkwürdiger Fremder in ihr Leben tritt, ändert sich für die junge Sängerin alles – nicht nur die Geldsorgen sind verschwunden, auch sind da plötzlich Menschen, die Familie werden könnten, und ein Publikum, das sie hört – und sieht. Mitten in Las Vegas empfangen sie Glitzer, Glamour und verheißungsvolle Versprechungen. Ein Neuanfang, von dem Stella niemals gewagt hätte, auch nur zu träumen. Doch die Zweifel bleiben, denn wann war ihr das Schicksal je gnädig gesinnt? Bald schon zeigt sich, dass der wohl bekannteste Illusionist Vegas’ nichts dem Zufall überlässt, sondern sein Spielfeld ganz genau bestimmt …
☆ »𝐷𝑖𝑒 𝑆ℎ𝑜𝑤 (…) 𝑆𝑖𝑒 ℎ𝑜𝑒𝑟𝑡 𝑛𝑖𝑐ℎ𝑡 𝑎𝑢𝑓, 𝑤𝑒𝑛𝑛 𝑑𝑒𝑟 𝐴𝑝𝑝𝑙𝑎𝑢𝑠 𝑣𝑒𝑟𝑘𝑙𝑖𝑛𝑔𝑡. 𝑆𝑖𝑒 𝑠𝑖𝑐𝑘𝑒𝑟𝑡 𝑖𝑛 𝑑𝑒𝑖𝑛𝑒 𝑇𝑟𝑎𝑒𝑢𝑚𝑒, 𝑖𝑛 𝑑𝑒𝑖𝑛𝑒 𝐻𝑎𝑢𝑡, 𝑖𝑛 𝑑𝑒𝑖𝑛 𝐻𝑒𝑟𝑧. 𝑆𝑖𝑒 ℎ𝑜𝑒𝑟𝑡 𝑛𝑖𝑒 𝑎𝑢𝑓. (...) 𝐵𝑖𝑠 𝑑𝑢 𝑛𝑖𝑐ℎ𝑡 𝑚𝑒ℎ𝑟 𝑤𝑒𝑖ß𝑡, 𝑤𝑎𝑠 𝑒𝑐ℎ𝑡 𝑖𝑠𝑡 𝑢𝑛𝑑 𝑤𝑎𝑠 𝑛𝑢𝑟 𝑤𝑖𝑟𝑘𝑒𝑛 𝑠𝑜𝑙𝑙.«
𝗟𝗲𝘃𝗶𝗻 𝗥𝗶𝗽𝗹𝗲𝘆 ist ein Visionär, der hart dafür gearbeitet hat, um dorthin zu kommen, wo er jetzt ist. Mithilfe seiner sorgsam gewählten Crew begeistert er mit technisch modifizierten, komplexen Räumen und fantastischen Shows seit Jahren scharenweise ZuschauerInnen. Aber um dem Erbe seiner Eltern gerecht zu werden, sich einen Namen in der Stadt, die niemals schläft, zu machen, reichten weder Träume noch fortschrittliche Entwicklungen oder intensive Forschung – Levin musste auch sich, seine Ideen, verkaufen. Doch der 25-Jährige hat einen Plan, mit dem er die Ketten, die um ihn, sein Werk, seine Wahlfamilie liegen, sprengen und gleichzeitig ein Versprechen erfüllen kann. Nicht einmal Fias Abgang oder die Tatsache, eine Außenstehende in sein fragiles Netz zu ziehen, halten ihn jetzt noch davon ab, sich zurückzuholen, was ihm gehört. Was ihm schon immer gehörte … Dabei ist Levin längst nicht mehr der Spielmacher.
Zuerst: „𝐈𝐥𝐥𝐮𝐬𝐢𝐨𝐧: 𝐀 𝐥𝐢𝐞 𝐰𝐨𝐫𝐭𝐡 𝐛𝐞𝐥𝐢𝐞𝐯𝐢𝐧𝐠“ ist optisch wunderschön – die aufgehübschten Kapitelanfänge sowie die visualisiert dargestellten Notizen und Zeitungsartikel werten das Buch zusätzlich auf. Vor allem begeistert bin ich aber von der Idee: Inmitten spektakulärer Illusionen, zwischen eindrucksvollen Shows und auf das Individuum reagierenden Räumen, stetig im Wandel, wartet eine Suspense-Romance, in die Janine Ukena Mysterien, Halbwahrheiten und perfide Pläne gesetzt hat, nebulöse Figuren und Misstrauen an jeder Ecke.
Stilistisch dürfen wir in einen Mix aus Poesie und purem Gefühl eintauchen, in Verletzlichkeit und malerisch-leuchtende Worte. Das Setting von Las Vegas – nie dunkel, nie still – kam genauso greifbar zur Geltung wie die in der Handlung verstreuten Informationen über die Funktion der hier angewandten Technik, die magischen Showeinlagen und die zahlreichen Fragen, die sich nicht nur vor Stella auftun. Ihr nagendes Unbehagen über Levins wankelmütiges, aber anziehendes Auftreten, ihr Unglaube darüber, dass dies, dieses glamouröse Leben, wirklich ihres sein könnte, sein soll, und die Angst vor dem Haken in Kombination mit Euphorie flauten zu keiner Zeit ab. Ob ihr Zögern berechtigt ist, ihr Hinterfragen Antworten bringt?
Levin, von dessen – unheilvollen – Gedanken wir im selben Maße Teil werden wie von Stellas, hüllt sich zumindest für uns nicht in Schweigen – wenn auch lange nicht gewiss ist, wieso gerade sie. Welches Ziel er im Alleingang verfolgt. Und was es mit dem plötzlichen Verschwinden von Rhodes’ Vorgängerin auf sich hat – Fia Rivers, von der selbst das Internet nichts weiß. Vage Andeutungen, Kalkül und seine steinharte Fassade, Levins widersprüchliches Verhalten und die bemühte Distanz machen den Illusionisten interessant. Lassen ihn signifikant zum Auslöser der Anspannung werden – denn Stella ist nicht nur hier, auf seiner Bühne, weil sie Musik atmet …
Im Verlauf erhaschen wir Einblicke in das Aufwachsen beider, in ihre Empfindungen und Eindrücke, erhalten Fragmente, die sich zu einem Ganzen zusammensetzen, Verständnis auslösen. Sind bei spritzigen Schlagabtauschen dabei, bei emotionalen Gesprächen. Dennoch bleibt die beständige Ahnung einer Bedrohung, subtil und unterschwellig, erhalten. Ebenso wie das Wissen, dass längst noch nicht alle Geheimnisse enthüllt wurden, und Levin … Levin nicht alles kontrolliert. Nicht als einziger manipuliert. Im Auftakt der Dilogie werden wir von Wendungen überrascht, von erinnerungswürdigen Inszenierungen, von leisen Herzklopfen und Offenbarungen, die alles infrage stellen …
Ukena bestückte ihre Storyline mit einer dichten, einnehmenden Atmosphäre, mit etwas Gefährlichem und einem raffinierten Labyrinth aus Täuschungen und Irrungen. Einem Hauch Wahnsinn. Wir lernen Charaktere kennen, die sowohl FreundIn als auch FeindIn sein könnten – ausreichend integriert, mit Eigenheiten gezeichnet, mit Charme und Resignation.
Aber wem misstraust du, wenn du nichts von alledem glauben kannst? Wo findest du Realität, wenn um dich herum alles eine Lüge ist?
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☝🏻Gut zu wissen: Band 2 der Dilogie erscheint bereits im Mai!