Wenn die Vergangenheit blutet
Jeanette Lagall entführt mit „Schloss der Schatten – Gesang des Blutes“ in eine Welt, in der Hoffnung und Horror untrennbar verwoben sind. Marcela ist keine strahlende Heldin, sondern eine gebrochene Mutter, ...
Jeanette Lagall entführt mit „Schloss der Schatten – Gesang des Blutes“ in eine Welt, in der Hoffnung und Horror untrennbar verwoben sind. Marcela ist keine strahlende Heldin, sondern eine gebrochene Mutter, die nach der Flucht aus einer kolumbianischen Favela nur eines will: Sicherheit für ihre Tochter Nelli. Doch der skrupellose Schleuser Rocco lässt sie nicht los und zieht die Schlinge aus Erpressung immer enger. Als Raoul in ihr Leben stolpert, glaubt man zunächst an einen Lichtblick – bis sich das Misstrauen zu blanker Angst verdichtet. Lagall spielt meisterhaft mit Erwartungen, kippt Rollenbilder und führt die Leser in moralische Grauzonen. Eindrucksvoll ist die emotionale Wucht: Marcellas Verzweiflung, ihre Entschlossenheit und die bedrohliche Atmosphäre sind spürbar pur. Zwischen Vampiren, Werwölfen und Action verliert die Geschichte nie ihren Kern – die Frage, wie weit man für sein Kind gehen würde