Was für ein unruhiges Leben – gut in Szene gesetzt!
Die auf dem Cover abgebildete Landschaft könnte zu Patagonien passen, auch am Rand der Welt gelegen wie z.B. die Inseln um Estland, die im Roman ebenso wichtige Stationen im Leben der Hauptfigur Kristian ...
Die auf dem Cover abgebildete Landschaft könnte zu Patagonien passen, auch am Rand der Welt gelegen wie z.B. die Inseln um Estland, die im Roman ebenso wichtige Stationen im Leben der Hauptfigur Kristian Aavik sind. Dieser Ich-Erzähler wandert auf zwei Erzählebenen durch sein unruhiges Leben ab 1947, angefangen zunächst bei seiner Kindheit ab vier Jahren in der Schweiz in einem ehemaligen Fischerdorf zwischen Basel und Lörrach. Dort in Kleinhüningen wächst er mit seinem 6. Finger an der linken Hand und der komplizierten Freundschaft zu Mikkel Jacobsen auf. Mit 56 Jahren stellt er sich nach dreißig Jahren endlich seiner Wut auf seinen zwielichtigen Freund in Christiansø. Auf der 2. Erzählebene werden im Rückblick die Rätsel um seine immer noch nicht fassbare estnische Herkunft erläutert, seine Pariser Monate, seine Revolution schwangere Zeit um Christiania in Kopenhagen und seine Wanderungen durch Italien, Argentinien bis nach Patagonien.. Im Kopf stoßen sich seine wütenden Gedanken an den Rändern der Welt mit Mikkel. Während deren intensiver Gedankenaustausch über Bücher die Freundschaft festigt, zerstören deren Bindungen zu Frauen all das. Die Beschreibung der Charaktere dieser Sonderlinge und Außenseiter gefällt. Was ist Kunst? Diese Frage mäandert mehr philosophisch betrachtet zwischen Kristians Steinmetzarbeiten, seinen Zeichnungen und dem Bild von Wilhelm Bendz’ Tabaksgesellschaft daher. Bis zum finalen Abschied vom doppelgesichtigen Mikkel und ihrer Freundschaft werden auch historische Fakten wie die Gründung der alternativen Wohnsiedlung Christiania in Kopenhagen und die gefährliche politische Revolution in Argentinien erörtert. .
Insgesamt thematisch sehr umfangreich und interessant, streckenweise etwas langatmig.