Hochtempo im All mit Schwächen in Tiefe und Realismus
Mit Exit Black legt Joe Pitkin seinen ersten Science-Fiction-Thriller vor und setzt dabei klar auf ein actiongeladenes Szenario. Die Handlung spielt auf einer ehemaligen Forschungsstation im Erdorbit, ...
Mit Exit Black legt Joe Pitkin seinen ersten Science-Fiction-Thriller vor und setzt dabei klar auf ein actiongeladenes Szenario. Die Handlung spielt auf einer ehemaligen Forschungsstation im Erdorbit, die zu einem luxuriösen Weltraumhotel für Superreiche umfunktioniert wurde. Kurz nach der feierlichen Eröffnung wird die Station von einer terroristischen Gruppe gekapert, die die Gäste als Geiseln nimmt und ein enormes Lösegeld fordert. Die Lage scheint aussichtslos – bis sich herausstellt, dass sich mit Dr. Chloe Bonilla noch eine Wissenschaftlerin an Bord befindet, die nicht bereit ist, sich kampflos zu ergeben.
Chloe entwickelt sich im Verlauf der Geschichte zur zentralen Gegenspielerin der Entführer und nimmt es nahezu im Alleingang mit ihnen auf. Daraus entsteht ein klassisches Katz-und-Maus-Spiel in den engen Korridoren der Raumstation. Die Action ist allgegenwärtig und häufig auch unterhaltsam, leidet jedoch unter deutlichen Realismusproblemen. Schusswechsel, Explosionen und massive Zerstörungen wirken angesichts des empfindlichen Settings im All oft überzogen und wenig glaubwürdig.
Auch die Figuren bleiben insgesamt blass. Weder die Protagonistin noch die Antagonisten erhalten genug Tiefe, um echte emotionale Bindung aufzubauen. Motivation und Hintergrund der Geiselnehmer werden spät und nur oberflächlich erklärt, wodurch Spannung und Fallhöhe verloren gehen. Der Schreibstil ist funktional, aber selten atmosphärisch, was es erschwert, vollständig in die Geschichte einzutauchen.
Fazit: Exit Black ist ein kurzweiliger, schnell gelesener Sci-Fi-Thriller mit klarer Ausrichtung auf Action. Wer cineastische Unterhaltung ohne großen Tiefgang sucht, kann hier zugreifen. Anspruchsvollere Leser werden jedoch kaum nachhaltig gefesselt.