Cover-Bild Am Volk vorbei
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26,00
inkl. MwSt
  • Verlag: C.H.Beck
  • Themenbereich: Gesellschaft und Sozialwissenschaften - Politik und Staat
  • Genre: Sachbücher / Politik, Gesellschaft & Wirtschaft
  • Seitenzahl: 208
  • Ersterscheinung: 20.02.2026
  • ISBN: 9783406844324
Jörg Baberowski

Am Volk vorbei

Zur Krise der liberalen Demokratie
Jörg Baberowski erinnert an die wahre Stärke der Demokratie

Alle reden von der Demokratie und ihrer Krise. Aber was meinen wir eigentlich, wenn wir von der Demokratie sprechen? Offenbar gibt es keinen Konsens in der Frage, was sie eigentlich sei und wie sie beschaffen sein müsse, um die Erwartungen derjenigen zu erfüllen, die ihren Verfall beklagen.

Jörg Baberowski erzählt eine andere Geschichte der Demokratie. Eine, die hinter die Kulissen blickt und Illusionen offenlegt. Dazu gehört die Erkenntnis, dass alle Beziehungen zwischen Menschen von Macht durchzogen sind, auch in der Demokratie. Und die Tatsache, dass das Volk zwar der Souverän sein soll, sich aber nicht selbst regieren kann, also repräsentiert werden muss. Überall müssen diejenigen, die sich auf das Volk berufen, dem kritischen Blick derer standhalten, die sie zu vertreten vorgeben. Im Modell der Repräsentation ist der Populismus daher als Möglichkeit immer schon enthalten. Anstatt den Widerspruch von unten als unanständige Regung des «Pöbels» zu sehen, sollte man sich an die größte Stärke der Demokratie erinnern: dass sie es erlaubt, auch im Streit mit anderen im Einklang zu sein. Gegner sollten nicht zu unerbittlichen Feinden werden, die Demokratie sollte unbequemen Meinungen deshalb einen Raum zu ihrer Entfaltung geben. Denn stets kann der Verlierer von heute der Gewinner von morgen sein. Dieses Buch ist daher ein Versuch, es allen und keinem Recht zu machen und den Streit als das zu erweisen, was er ist: der eigentliche Kern der Demokratie.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.03.2026

Sehr theoretische philosophische Abhandlung

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Die liberalen Demokratien vieler Länder sind in der Krise: populistische Parteien sind im Aufschwung und man hört immer wieder den Vorwurf, es werde "am Volk vorbei" regiert, was auch immer das heißen ...

Die liberalen Demokratien vieler Länder sind in der Krise: populistische Parteien sind im Aufschwung und man hört immer wieder den Vorwurf, es werde "am Volk vorbei" regiert, was auch immer das heißen soll. Von einem Buch mit diesem Titel, verfasst von einem Historiker, hätte ich mir auch eine soziologische oder politikwissenschaftliche Aufarbeitung dieses sehr aktuellen Phänomens erwartet.

Mit dieser Erwartung ist man aber bei diesem Werk falsch: es handelt sich stattdessen um eine sehr philosophische, theoretische, ideengeschichtliche Abhandlung dazu, was mit verschiedenen Begriffen, zum Beispiel Demokratie, Macht, Herrschaft oder Staat gemeint sein könnte. Die Sprache ist sehr anspruchsvoll und erfordert konzentriertes Lesen und am besten ideengeschichtliche Vorkenntnisse in vielen Bereichen, z.B. "Macht ist ein produktives soziales Geschehen, in dem sich Fügsamkeit mit Erwartungen verbindet. Es gibt also ein Interesse am Gehorsam, das gar nicht von Überzeugungen, sondern von pragmatischen Erwägungen motiviert wird."

Insgesamt handelt es sich um ein interessantes Werk mit vielen diskussionswürdigen Ideen, das sich nach meiner Einschätzung aber jedenfalls mehr an ein akademisches Fachpublikum mit großem Interesse an Philosophie und Theoriegeschichte richtet als an interessierte Laien.

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