Cover-Bild Schamrot
Band 144 der Reihe "edition offenes feld"
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40,00
inkl. MwSt
  • Verlag: BoD – Books on Demand
  • Themenbereich: Belletristik - Biografischer Roman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 212
  • Ersterscheinung: 11.11.2025
  • ISBN: 9783819273834
Johanna Hansen

Schamrot

Eine niederrheinische Kindheit
In ihrem autofiktionalen Buch schildert die Malerin und Dichterin Johanna Hansen ihre Kindheit am Niederrhein in einer hellsichtigen Mischung aus Träumen, Phantasien, inneren Monologen und schonungsloser Darstellung. Jenseits der ländlichen Idylle beschreibt sie, wie in den fünfziger und sechziger Jahren die Wunden des zweiten Weltkriegs längst nicht alle geschlossen sind, wie religiöse Moral die Wahrnehmung des eigenen Körpers auch noch in den siebziger Jahren beeinflusst und wie die Umwelt auf ein ebenso sensitives wie hochbegabtes Kind reagiert. Hansens unbedingt lesenswerter Bericht ist ein ebenso erschütternd persönliches wie raffiniert poetisch aufgeladenes Zeitzeugnis.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.01.2026

Ein durch und durch außergewöhnliches Werk

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„Ich habe angefangen, aufzuschreiben, wie alles begann. Wie meine Mutter sich die Lippen mit meinen Augen färbte.“

Wenn eine außergewöhnliche Künstlerin und preisgekrönte Lyrikerin ein autofiktionales ...

„Ich habe angefangen, aufzuschreiben, wie alles begann. Wie meine Mutter sich die Lippen mit meinen Augen färbte.“

Wenn eine außergewöhnliche Künstlerin und preisgekrönte Lyrikerin ein autofiktionales Buch schreibt (oder vielmehr erschafft) – dann kann daraus nur etwas ganz Besonderes werden. Und es ist mir beinahe unmöglich, eine Rezension zu verfassen, die diesem einzigartigen Werk gerecht wird. Doch ich will es wenigstens versuchen.

Stellt euch ein Kind vor, das feinsinnig und sensibel ist, gesegnet mit einer außerordentlichen Beobachtungsgabe und einem unbändigen Staunen über die Welt, durch die es wandelt, tänzelt, manchmal auch mit den Füßen stampft oder der großen Schwester wie ein Schatten folgt. Ein Kind, das Wörter sammelt. Ein Kind, das Angst vor dem frühen Tod hat.

„Wenn es zu dunkel wird, fehlen der Nacht die Sterne. Sie landen auf dem Teppich vor dem Bett.“

Und nun stellt euch vor, wie dieses Kind in den Fünfziger-, Sechzigerjahren am Niederrhein aufwächst, an einem Ort und zu einer Zeit, als Frauen und Mädchen im Haus Schürzen trugen und montags „große Wäsche“ war. Wo Streitereien zwischen den Eltern wortlos ausgetragen wurden. Und Söhne wertvoller waren als Töchter. Ländliche Idylle und verkrustete Ansichten – und gleichzeitig ein Ort, an dem Träume und Fantasien gedeihen können. Zur Not kann man immer noch im Märchen leben ...

„Schamrot“ ist ein durch und durch ungewöhnliches Buch – wobei der Terminus „Buch“ ungeachtet seiner physischen Gestalt zu kurz greift. (Und schon gar nicht ist es ein Buch, das man „mal eben nebenher“ liest.) „Schamrot“ ist ein eigener Kosmos, in den ich hineingezogen wurde; eine wort-, bild- und wortbildgewaltige Collage, die mich vollkommen gefangen genommen, bisweilen sanft belustigt und mitunter zu Tränen gerührt hat. Große Leseempfehlung!

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