Cover-Bild Wir sind nicht alle
Band 6534 der Reihe "Beck Paperback"
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18,00
inkl. MwSt
  • Verlag: C.H.Beck
  • Themenbereich: Gesellschaft und Sozialwissenschaften - Politik und Staat
  • Genre: Sachbücher / Politik, Gesellschaft & Wirtschaft
  • Seitenzahl: 249
  • Ersterscheinung: 25.01.2024
  • ISBN: 9783406807251
Johannes Plagemann, Henrik Maihack

Wir sind nicht alle

Der globale Süden und die Ignoranz des Westens
WARUM MAN IM WESTEN NICHT VERSTEHT, WIE DER GLOBALE SÜDEN DIE WELT SIEHT

Der Westen ist nicht mehr der Nabel der Welt. Stattdessen treten die Staaten des Globalen Südens mit neuem Selbstbewusstsein auf. Was sind ihre Interessen, Motive und Sichtweisen? Warum teilen sie die Sichtweise des Westens nicht, zum Beispiel gegenüber Russland? Dieses Buch zeigt die Unterschiede der Wahrnehmung internationaler Politik im Westen und im Globalen Süden auf. Ein besseres Verständnis dieser Unterschiede wird immer drängender, je mehr die USA und Europa an ihrer einstigen Dominanz verlieren. Das Buch diskutiert, warum die Staaten des Globalen Südens so handeln, wie sie es tun, warum deren Skepsis gegenüber dem Westen so tief sitzt und warum in der neuen Vielfalt auch Chancen liegen.

Keine der drängenden globalen Herausforderungen kann mehr durch den Westen allein gelöst werden. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat auch unseren Blick auf den Globalen Süden verändert. Es herrscht Verwunderung darüber, dass die westliche Positionierung gegen Russland in Staaten wie Indien oder Südafrika nicht geteilt wird. Dabei ist dem Globalen Süden längst eine neue strategische Bedeutung zugefallen. Neue politische Allianzen mit den Staaten des Globalen Südens sind notwendig. Doch wer dort Unterstützung sucht, muss deren Motive und Interessen verstehen. Im Globalen Süden ist Multipolarität, also eine Ordnung, in der keineswegs nur die USA und Europa, sondern auch China, Indien, Südafrika oder Brasilien und mancherorts sogar Russland eine wichtige Rolle spielen, ein positives Zukunftsszenario. Weil sie vielen Ländern Autonomie verspricht, indem sie Entscheidungsspielräume eröffnet, wo vorher keine waren. Im Globalen Süden wird die internationale Politik daher ganz anders gesehen als im Westen, wo man den Abschied von der alten Machtordnung als «unübersichtlich» und damit potenziell bedrohlich wahrnimmt. Dabei eröffnen sich Chancen, dort wo viele bislang vor allem Risiken sehen. Denn die fundamentalen Interessen Europas in Wirtschaft, Politik und Ökologie überschneiden sich mit denen vieler Staaten des Globalen Südens.

  • Der Blick des globalen Südens auf die internationale Politik
  • Warum man dort die westliche Sanktionspolitik nicht mitträgt
  • Warum man sich einer neuen Blockkonfrontation entziehen will
  • Wie der Westen den globalen Süden vor den Kopf stößt und China den Weg bereitet
  • Die Autoren sind Experten für Asien und Afrika und medial präsent

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich bei Dr_M in einem Regal.
  • Dr_M hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.10.2025

Wir sind nicht alle, würden aber gerne über alle bestimmen

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Über diesen merkwürdigen Text kann man auch lachen, aber vermutlich werden es nur wenige Menschen tatsächlich tun. Es ist ein wenig mühsam, die innere Komik des Buches zu verstehen. Irgendwie haben die ...

Über diesen merkwürdigen Text kann man auch lachen, aber vermutlich werden es nur wenige Menschen tatsächlich tun. Es ist ein wenig mühsam, die innere Komik des Buches zu verstehen. Irgendwie haben die Autoren zwar verstanden, dass der Westen in der Welt nicht mehr agieren kann, wie er es gerne möchte, denn dazu sind viele Länder des sogenannten Globalen Südens inzwischen zu mächtig geworden. Allen voran China.

Auf der anderen Seite folgen sie aber, ohne dass sie es wirklich merken, der traditionellen Linie des Westens: Wir sagen euch, was ihr gefälligst zu tun habt. Dieses dümmliche Überlegenheitsgefühl, das in einem inzwischen offensichtlichen Kontrast zur Realität steht, können sie einfach nicht ablegen. Das äußert sich zum Beispiel darin, dass sie lange diskutieren, wie man mit „autokratischen Regimen“ umgehen sollte. Das betrifft dann vor allem China und Russland. In einer multipolaren Welt anderen vorzuschreiben, wie sie sich organisieren oder wie sie „das Klima retten“ sollten, ist nichts weiter als ein Ausdruck kolonialen Denkens. Die meisten Staaten des Globalen Südens besitzen eine koloniale Vergangenheit und dürften deshalb darauf empfindlich reagieren.

Immerhin aber erkennen beide Autoren, dass der Westen ständig Doppelstandards anwendet, einen für sich und einen für den Rest der Welt. Auch solche Begriffe wie zum Beispiel „regelbasierte Ordnung“, die auch die Autoren benutzen sind ein Ausdruck dieses Denkschemas. Denn eigentlich ist das Völkerrecht die geltende Regel. Da braucht es keine zweite „regelbasierte Ordnung“, von der man nicht weiß, um welche Regeln es eigentlich geht und wer sie festlegt. Oder man weiß es doch: Es ist der Westen, der die Regeln vorgibt. Es sind seine Regeln, die er ausschließlich zu seinem Vorteil nutzt.

Kurz gesagt: Das ist eigentlich ein sehr lehrreiches Buch, in dem die Autoren zwar die Wirklichkeit der westlichen Doppelmoral ganz gut beschreiben, aber selbst nicht merken, wie auch sie ihr folgen.

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