Wenn Aufklärung zur Gratwanderung wird
Behutsam und mit sichtbarem Anliegen versucht dieses Buch, Eltern bei einem schwierigen, oft verschwiegenen Thema zu unterstützen: Wie spricht man mit Kindern über Sexualität und die Gefahren von Pornografie? ...
Behutsam und mit sichtbarem Anliegen versucht dieses Buch, Eltern bei einem schwierigen, oft verschwiegenen Thema zu unterstützen: Wie spricht man mit Kindern über Sexualität und die Gefahren von Pornografie? Der Ansatz ist lobenswert – ehrlich, direkt und doch kindgerecht. Besonders schön finde ich die Idee eines Wendebuchs für Jungen und Mädchen. Es vermittelt das Gefühl, dass beide Geschlechter in ihrer Einzigartigkeit gesehen und ernst genommen werden. Auch die Illustrationen sind liebevoll, freundlich und tragen dazu bei, Schamgefühle zu nehmen, ohne etwas zu verharmlosen.
Trotzdem blieb bei mir ein zwiespältiges Gefühl zurück. Die Altersempfehlung ab sieben Jahren erscheint mir zu früh. In diesem Alter leben Kinder noch so sehr in ihrer Fantasiewelt, dass ein Thema wie Pornografie sie eher überfordert als stärkt. Ich verstehe den Wunsch, frühzeitig zu schützen – aber der Balanceakt zwischen Aufklärung und Überforderung gelingt hier nur teilweise. Die Botschaft über Gottes guten Plan für Sexualität ist warmherzig, verliert aber stellenweise an Tiefe, weil sie zu sehr in Erklärungen gefangen bleibt.
Unterm Strich ist „Ein wertvolles Geschenk“ ein wertvolles Werkzeug für Eltern, die sich mit Glauben und Erziehung beschäftigen – aber kein Buch, das man bedenkenlos jedem Kind in die Hand geben sollte. Es fordert Fingerspitzengefühl und vor allem: Zeit, um darüber zu reden.