Das Böse im ländlichen Idyll
Die 43-jährige Isabel Engels, hat seit einem Vorfall im Kindesalter unter schlimmen Albträumen und Ängsten zu leiden, die sich nur sehr schwer bekämpfen lassen. Ihr Therapeut rät ihr dringend an die Mosel ...
Die 43-jährige Isabel Engels, hat seit einem Vorfall im Kindesalter unter schlimmen Albträumen und Ängsten zu leiden, die sich nur sehr schwer bekämpfen lassen. Ihr Therapeut rät ihr dringend an die Mosel zurückzukehren und den Ort aufzusuchen, wo sie vor mehr als 30 Jahren fast verbrannt wäre. Wie passend, dass der Architekt Louis Pfeiffer gerade eine House-Sitterin für sein Smart-Home in ihrem Heimatort an der Mosel sucht und Isabel den Job bekommt. Während man sich im Dorf über ihre Rückkehr sehr freut, ist man auf den Hausbesitzer nicht gut zu sprechen. Angeblich ist BAUZILLA ein technisches Spukschloss, das mittels KI seine Bewohner verängstigt. Pfeiffers Frau Tessa lebte angeblich in Angst und Schrecken vor dem Haus, bevor sie unauffindbar verschwand. Isabel will davon nichts wissen, bis sie selbst mit problematischen und teils unheimlichen Vorkommnissen konfrontiert wird. Wer ist die Frauenleiche, die man aus der Mosel birgt? Kann Isabel ihrem Arbeitgeber Louis Pfeiffer vertrauen oder kann er geschickt manipulieren? Welche Geheimnisse hat der Künstler Milan vor ihr? Gibt es ein Entrinnen?
Die Autorin Kaja Neff hat es geschafft, der Handlung gleich von Beginn an eine ganz besondere Stimmung zu geben. Ich hatte Zweifel, ob Isabel das richtige tat, als sie allein in das vollautomatische Smart-Home eingezogen ist. Keinen Einfluss auf die Steuerung zu haben und gar eingeschlossen zu sein, lösten in mir eine absolute Panik aus. Doch Isabel, die eigentlich über mangelndes Selbstwertgefühl verfügt, gibt sich in dieser Hinsicht relativ souverän und bietet sogar dem kurz angebundenen Louis Pfeiffer die Stirn. Die herrschende Vormeinung des Dorfes rund um das Verschwinden von dessen Ehefrau Tessa ließen mich jeden der mitspielenden Charaktere misstrauisch betrachten. Genau wie Isabel fühlte ich mich hin und hergerissen, wem ich wirklich vertrauen kann.
Die Spannung baut sich ganz leise und unauffällig auf, bis man plötzlich mittendrin ist in einem Geflecht von seltsamen Vorfällen und mysteriösen Todesfällen. Ich fühle mich bei einigen Charakteren hin und hergerissen zwischen dem Gefühl von Argwohn und Sicherheit, verlor zeitweise sogar das Vertrauen in mein Gespür. Das Finale krönt die Autorin mit absolut überraschenden Wendungen, die ich nie erwartet hätte. Herzlichen Dank Kaja Neff für das fesselnde Erlebnis.
Mein Fazit:
Ein beschaulicher Ort an der Mosel, in dem das Böse lauert. Traue nie dem äußeren Schein. Ein fesselnder und atmosphärischer Thriller mit interessanten Charakteren und überraschenden Wendungen.