Cover-Bild Toter Sommer
14,99
inkl. MwSt
  • Verlag: FISCHER FJB
  • Themenbereich: Belletristik - Thriller / Spannung
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 320
  • Ersterscheinung: 24.04.2014
  • ISBN: 9783841421555
Kat Rosenfield

Toter Sommer

Roman
Stefanie Schäfer (Übersetzer)

Vielschichtig und spannend: Dieser Thriller geht unter die Haut, er handelt vom Weggehen, vom Loslassen und von der großen Angst vor dem Neuen.

Dieser schwülheiße Sommer wird der letzte sein, den Becca in ihrer Heimatstadt verbringt. Tags zuvor hat sie ihr Zeugnis bekommen und mit ihrem Freund James noch einen drauf gemacht. Doch dann passieren gleich zwei schreckliche Dinge auf einmal: Erst macht James mit ihr Schluss, und am Morgen findet man das tote Mädchen im Straßengraben. Was danach geschieht, wird Beccas Leben für immer verändern.

Kat Rosenfield hat einen dichten atmosphärischen Roman geschrieben, der nicht nur die Hintergründe eines Mordes beleuchtet, sondern auch die dunklen Seiten der Liebe erforscht.


»Bewegend und eindringlich erzählt Kat Rosenfield vom Ende eines Lebensabschnitts und dem Beginn eines neuen.« The Boston Globe

»Vielschichtig und wunderbar geschrieben..« Publishers Weekly

»Eine einfühlsame Charakterstudie mit scharfem Thrillergeschmack –
absolut fesselnd.« Kirkus Review

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.08.2019

Drückende Atmosphäre, übermittelt durch ästhetische Beschreibungen

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Wir steigen in die Geschichte ein mit der Trennung von Rebecca und James, anschließend lernen wir deren Beziehung im Rückblick kennen. Tatsächlich nimmt diese Beziehung auch weiterhin einen nicht unwesentlichen ...

Wir steigen in die Geschichte ein mit der Trennung von Rebecca und James, anschließend lernen wir deren Beziehung im Rückblick kennen. Tatsächlich nimmt diese Beziehung auch weiterhin einen nicht unwesentlichen Teil der Handlung ein (auch in der Gegenwart), immer vor dem Hintergrund des unaufgeklärten Mordes.
Es ist hier nicht der Fall, dass Rebecca sich - wie es bei so vielen Thrillern dieser Art so ist - kopfüber in die Ermittlungen stürzt. Zwar beschäftigt sie der Mord, aber auch andere Dinge wie eben die Beziehung zu James und ihr Leben nach dem Sommer.

Das Buch wird hauptsächlich aus der Ich-Perspektive von Rebecca erzählt, wobei die Autorin zwischendurch von dem personalen in den auktorialen Erzähler rutscht, gerade was Gedanken und tatsächliche Erlebnisse von Personen in Bezug zu einem Mord oder das Kleinstadtleben angeht, Dinge, die Rebecca gar nicht wissen kann. Das kommt nur gelegentlich vor und passt außerdem auch zu dem Stil der Autorin, den ich später nochmal aufgreife.
Zwischendurch werden auch Abschnitte aus der Sicht des ermordeten Mädchens eingeschoben, die vor der Ermordung spielen. Die Sprache der Autorin ist teilweise relativ niveauvoll, dennoch ließ sich das Buch flüssig lesen.

Rebecca war mir prinzipiell nicht unsympathisch, aber ich konnte keine tiefere Beziehung zu ihr aufbauen. Dennoch ist sie ein sehr vielschichtiger und authentischer Charakter mit vielen Ecken und Kanten.
Auch James stellt sich als ein sehr tiefgründiger Charakter heraus, ebenfalls mit positiven und negativen Seiten und somit realistisch gezeichnet. Einerseits ist er unnahbar und eigenwillig, andererseits aber auch verletzlich. Als Leser erhält man auch einen Blick in seine Vergangenheit und ich mochte ihn.
Die Nebencharaktere verfügen ebenfalls über Ecken und Kanten, gerade dieses Zusammenspiel aus guten und schlechten Eigenschaft lässt alle Charaktere so authentisch wirken.

Ehrlich gesagt hatte ich den Hintergrund des Mordes und die Identität des Mörders ziemlich schnell durchschaut, ebenso wie die richtigen und falschen Hinweise darauf, und wurde somit nicht wirklich überrascht.
Prinzipiell konnte mich das Buch auch nicht ganz fesseln, dennoch konnte es mich gut unterhalten und eine unterschwellige Spannung ist durchaus vorhanden. Und in einem Merkmal hebt es sich deutlich von anderen Büchern ab: Dem atmosphärischen Stil.

Kat Rosenfield besitzt einen besonderen Stil, der relativ außergewöhnlich ist. Ihre Worte verfügen über eine Art schwere Süße, ihre vielen Beschreibungen ließen Bilder und Gerüche entstehen. Und der Autorin gelingt es perfekt, die drückende Schwüle des heißen Sommers einzufangen, diese Schwüle findet sich auch in ihren Worten wieder, auf eine fast poetische Weise.
Dadurch entsteht eine einlullende, melancholische Atmosphäre, noch verstärkt durch die Darstellung der abgelegenen Kleinstadt, in der alle zusammenhalten und die die Menschen in ihr festhält, sodass viele für immer in ihr hängen bleiben. Die Darstellung dieser abgeschotteten Stadt ist fast ein wenig unheimlich, was durch den Mord noch verstärkt wird, der das Leben der Menschen auf eine subtile Weise beeinflusst, ein Unbehagen heraufbeschwört, eine bedrückende, dunkle Stimmung.
Diese drückende Stimmung kommt dann auch bei dem Leser an, hüllt ihn und lässt ihn zurück mit dem Gefühl der süßlichen Schwere der Worte.

Fazit: Drückende, schwüle Atmosphäre, die den Sommer der abgelegen Kleinstadt einfängt und die durch ästhetische Beschreibungen auf den Leser übertragen wird; Charaktere mit Ecken und Kanten, allerdings vorhersehbare Auflösung