Cover-Bild Die Waffen-SS
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20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Theiss in Herder
  • Themenbereich: Geschichte und Archäologie - Geschichte
  • Genre: Sachbücher / Geschichte
  • Seitenzahl: 368
  • Ersterscheinung: 16.02.2026
  • ISBN: 9783534611980
Klaus-Jürgen Bremm

Die Waffen-SS

Hitlers überschätzte Prätorianer

Klaus-Jürgen Bremm wagt eine ebenso kritische wie fundierte Gesamtdarstellung der militärischen Eliteformation. Er schildert die Verfahren der Ideologisierung und die Organisationsgeschichte von den ersten Totenkopfverbänden und der Leibstandarte Adolf Hitler bis zu den schließlich 38 Divisionen der Waffen-SS am Kriegsende, zu denen auch viele Einheiten mit ausländischen Soldaten zählten. Er fächert detailliert ihre Operationsgeschichte und ihre Kampfeinsätze auf. Er widmet sich den Kriegsgräueln der 1946 zur »verbrecherischen Organisation« erklärten Truppe und den Aktivitäten ihrer Angehörigen in der frühen Bundesrepublik. Sein prägnantes Fazit: Am besten war die Waffen-SS nach dem Krieg.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.02.2026

Der Autor überschätzt sich leider selbst

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Mit "Die Waffen-SS - Hitlers überschätzte Prätorianer" legt Klaus-Jürgen Bremm eine sachliche Ausarbeitun vor, die laut Klappentext als „Entzauberung eines Mythos“ verstanden werden will. Tatsächlich setzt ...

Mit "Die Waffen-SS - Hitlers überschätzte Prätorianer" legt Klaus-Jürgen Bremm eine sachliche Ausarbeitun vor, die laut Klappentext als „Entzauberung eines Mythos“ verstanden werden will. Tatsächlich setzt der Autor ein deutliches Zeichen gegen die Glorifizierung der Waffen-SS und bemüht sich, mit den überlieferten Heldennarrativen aufzuräumen. Seine Sprache ist über weite Strecken verbindlich, der Stil flüssig und gut lesbar. Besonders der Blick auf das Wirken ehemaliger Waffen-SS-Angehöriger im Nachkriegsdeutschland ist aufschlussreich und verdeutlicht, wie weitreichend Einflussnahmen auch nach 1945 noch möglich waren. Das beigefügte Bild- und Kartenmaterial unterstützt die Darstellung, bleibt qualitativ jedoch eher durchschnittlich.

Im weiteren Verlauf verliert Bremm jedoch zunehmend die notwendige Distanz. Seine Ausführungen werden spürbar wertender, teilweise provokativ im Ton. Seine zunehmende Schärfe gegenüber Personengruppen außerhalb der Waffen-SS wirkt stellenweise respektlos und unangemessen verallgemeinernd.

Problematisch ist zudem, dass Bremm der Leserschaft wenig Raum für eigene Urteilsbildung lässt. Seine Argumentation gerät mitunter unpräzise und verliert an sachlicher Ausgewogenheit. Für fachfremde Leserinnen und Leser fehlt es stellenweise an kontextueller Tiefe und differenzierter Einordnung; gleichzeitig setzt der Autor an anderen Stellen ein Vorwissen voraus, das nicht alle mitbringen dürften.

Nach dem Lesen des Buches bleibt der Eindruck eines ambitionierten Werkes mit berechtigtem Anliegen, das jedoch durch mangelnde Neutralität, argumentative Zuspitzungen und Schwächen in der Analyse deutlich an Überzeugungskraft einbüßt. Der Autor überschätzt sich leider selbst. Es gibt Sachbücher zu dieser Thematik, deutlich überzeugender und ausgewogener verfasst sind.

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