Cover-Bild Flügel aus Papier

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9,00
inkl. MwSt
  • Verlag: FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch
  • Genre: Kinder & Jugend / Kinderbücher
  • Seitenzahl: 288
  • Ersterscheinung: 24.08.2017
  • ISBN: 9783733501273
  • Empfohlenes Alter: ab 10 Jahren
Marcin Szczygielski

Flügel aus Papier

Thomas Weiler (Übersetzer)

Ein bewegender, preisgekrönter Roman über den Holocaust und darüber, was im Leben wichtig ist.
Warschau um 1942: Rafal lebt mit seinem Großvater im Ghetto, in dem Leid und Elend allgegenwärtig sind. Nur wenn er liest, fühlt Rafal sich geborgen und sicher. Allmählich verschwinden für ihn die Grenzen zwischen Realität und Phantasie. Als die Nazis ihn nach seiner Flucht aus dem Ghetto entdecken, wird er im Traum auf wundersame Weise von dem Helden aus seinem Lieblingsbuch gerettet.
Bei Antolin gelistet

»Szczygielski gelingt es meisterhaft, die auf einer realen Biografie beruhende Geschichte eines Holocaust-Überlebenden mit einem fantastischen Abenteuer zu verbinden.«
Christine Lötscher, Tages-Anzeiger

»Die ›Flügel aus Papier‹, die dem Buch den Titel gaben, sind die Tragflächen der Literatur, die Kinder wie Erwachsene verreisen lassen.«
Cornelia Geissler, Berliner Zeitung

»Ein berührende Geschichte aus dem Warschauer Ghetto.«
Hilde Elisabeth Menzel, Süddeutsche Zeitung

»Ein unter die Haut gehendes Kinderbuch.«
Sabine Schmidt, Börsenblatt Spezial Kinder-& Jugendbuch

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Lesejury-Facts

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.01.2018

Ergreifender, einfühlsam erzählter Kinderroman gegen das Vergessen

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INHALT
Warschau, 1942: Der achtjährige jüdische Rafal lebt mit seinem Großvater im sogenannten „Bezirk“. Sie führen ein entbehrungsreiches Leben voller Leid, Elend, Hunger und Sorge. Um dem schrecklichen ...

INHALT
Warschau, 1942: Der achtjährige jüdische Rafal lebt mit seinem Großvater im sogenannten „Bezirk“. Sie führen ein entbehrungsreiches Leben voller Leid, Elend, Hunger und Sorge. Um dem schrecklichen Alltag zu entgehen, flüchtet er sich in die sichere Welt der Bücher aus der Bibliothek des Ghettos. Zum Glück gelingt es dem Großvater, Rafals Flucht aus dem Ghetto zu organisieren. Im Warschauer Zoo findet er zunächst „seine Arche“ und in zwei anderen untergetauchten Kindern neue Freunde. Doch müssen sie sich bald erneut vor den Nazis in Sicherheit bringen …

MEINE MEINUNG
Dem polnischen Autor Marcin Szczygielski ist es gelungen, mit dem Thema Warschauer Ghetto und Holocaust ein dunkles Kapitel der Geschichte auch für jüngere Leser anschaulich, eindringlich und zugleich sehr einfühlsam zu schildern.
Im Mittelpunkt der bewegenden Geschichte steht der sympathische jüdische Junge Rafal, den man schnell in sein Herz schließt. Aus seiner kindlich-naiver Perspektive werden der für ihn so selbstverständliche Alltag, die trostlosen Zustände und die angsterfüllte Atmosphäre sehr offen und unbekümmert geschildert, so dass man rasch Anteil an Rafals Schicksal nimmt. Sehr rührend ist auch sein Verhältnis zum Großvater beschrieben, der versucht, die grausame Wirklichkeit vor ihm geheim zu halten. Die anfangs unterschwellige Spannung steigt mit Rafals abenteuerlicher Flucht immer mehr, so dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen kann.
Sehr glaubwürdig ist Rafals charakterliche Weiterentwicklung beschrieben, wie er die Zusammenhänge immer besser begreift, Freunde gewinnt und über sich hinaus wächst. Hierbei bleibt er aber immer noch ein Kind, das manchmal unvorsichtig handelt und sich in seine Bücherwelt hineinträumen kann. Der Autor macht in seinem Roman sehr deutlich, dass vor allem Freundschaft, Menschlichkeit, Liebe und die Kraft der Hoffnung in solchen schicksalhaften Zeiten am wichtigsten sind. Das geschickt eingeflochtene „Zeitreise“-Element aus Rafals Lieblingsbuch die „Zeitmaschine“ von H.G. Wells verleiht der Geschichte eine unerwartet fantastische Komponente.
Der flüssige, aber nicht anspruchslose Schreibstil ist perfekt an jüngere Leser angepasst und überzeugt mit einigen schönen Formulierungen. Gelungen sind die bildhaften Beschreibungen von Schauplätzen und Stimmungen, die einen in die bedrückende historische Vergangenheit zurückversetzen. Auch die vielen gut recherchierten historischen Details wurden gekonnt in die fesselnde Handlung eingebunden.
Der Ausgang des bewegenden Romans ist überraschend, wirkt aber insgesamt glaubwürdig und nachvollziehbar. Im „Nachwort oder Was die erste Leserin dieses Buches von mir wissen wollte“ findet man noch einige interessante Informationen zum historischen Hintergrund und den erfundenen Teilen der Geschichte. Zusammen mit dem Epilog erhält der Roman so einen nachdenklich stimmenden und zugleich versöhnlichen Ausklang.

FAZIT
Ein ergreifender, einfühlsam erzählter Roman über den Holocaust und das Warschauer Ghetto, den man nicht so schnell vergisst!
Ein empfehlenswerter Roman auch für jüngere Leser ab 10 Jahren!