Cover-Bild Die letzten Tage
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18,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Jung u. Jung
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 27.02.2025
  • ISBN: 9783990273166
Martin Prinz

Die letzten Tage

Roman
Ein erschütternder Tatsachenroman über einen einzigartigen Fall österreichischer Zeitgeschichte Eine Talöffnung in den Ostalpen, April 1945, die Tage des »Tausendjährigen Reiches« sind gezählt. Innerhalb kürzester Zeit ist es auf ein Nichts geschrumpft, und am Rand dieses Nichts steht die Rote Armee und wartet, bis die Schlacht um Wien entschieden ist. Wo alles längst zu spät ist, aber eben noch nicht alles vorbei, errichtet Kreisleiter Johann Braun sein höchstpersönliches Standgericht, ein privates Mordregime. Willkürlich werden Menschen abgeurteilt, mit denen er oder einer seiner Helfer eine Rechnung offen hat, »politisch Unzuverlässige«, vermeintliche Deserteure, Angeschwärzte, Männer wie Frauen, Ältere und Jüngere, Leute, die zur falschen Zeit am falschen Ort sind.Martin Prinz erzählt vom Ungeheuerlichen, nüchtern und den Tatsachen verpflichtet. Das ist möglich, weil den Mördern von damals wenig später der Prozess gemacht wurde. Weil das Monströse in penibler Kleinarbeit aufgearbeitet wurde. Und weil es zwei Menschen, die um ein Haar in das Geschehen verwickelt worden wären, der eine als Täter, der andere als Opfer, ein Leben lang keine Ruhe ließ.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.03.2025

Viele Fakten lassen mich sprachlos zurück

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Therese Wenninger ist die Mutter eines zum Tode Verurteilten. Ihr Gnadengesuch richtet sich an den Bundespräsidenten Österreichs. Ihr Sohn Hans Wellner, 17 Jahre alt, soll erschossen werden. Wegen Fahnenflucht. ...

Therese Wenninger ist die Mutter eines zum Tode Verurteilten. Ihr Gnadengesuch richtet sich an den Bundespräsidenten Österreichs. Ihr Sohn Hans Wellner, 17 Jahre alt, soll erschossen werden. Wegen Fahnenflucht. Dieses Urteil zu einer angeblichen Straftat war damals üblich. Auch wenn es die letzten Tage des Krieges waren und es kaum noch Vergehen im Sinne der Nationalsozialisten gab. Befehle wurden minutiös durchgeführt. „Blinder Gehorsam“ war während und nach dem Krieg gang und gäbe.

Die Täter hatten keinen Skrupel, Menschen zu töten. Ihnen wurde kein ordentliches Gerichtsverfahren gestattet. Auch der Hinweis auf Sonn- und Feiertage wurde von den Übereifrigen Männern ignoriert. Erst nach dem Krieg und bei der Aufarbeitung der Geschehnisse, kamen auch diese Fakten zur Sprache. Das Blatt wendete sich. Leider kam die Einsicht der Obrigkeitshörigen für die Verurteilten zu spät.

Es war im Jahr 1993 als der pensionierte Jurist Alois Karmers mit seinen Nachforschungen zu den Ereignissen zum Kriegsende begann. Die waren Grundlage für das Buch „Die letzten Tage“. Für Leser, die das Geschehen nicht nachvollziehen können, unvorstellbar. Was bewog die Henker zur ihren Taten? Schalteten sie ihr Mitgefühl aus oder hatten sie Furcht vor ihren Vorgesetzten? Das Buch lässt dem Leser viel Raum für seine eigenen Gedanken. Können wir urteilen? Aus heutiger Sicht? Diese Fragen mag sich jeder selbst beantworten.

„Es war eine Zeit, in der Niedertracht und Bosheit keine Befehle mehr brauchten, um aus Mitbürgern und Kollegen Täter zu machen.“ Dieses Zitat aus dem Buch beschreibt alles, was die Situation damals ausmacht. Ich empfehle allen das Lesen, die sich mit den Fakten auseinandersetzen möchten. Denn nach wie vor heißt es: „Wehret den Anfängen.“

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