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inkl. MwSt
  • Verlag: VVB Laufersweiler Verlag
  • Genre: keine Angabe / keine Angabe
  • Seitenzahl: 163
  • Ersterscheinung: 26.03.2020
  • ISBN: 9783835968493
Miriam Keiner

Hämoglobingehalt der Retikulozyten (RETIC-HGB) als neuer, indirekter Parameter des Eisenstatus bei der Katze

Literaturübersicht
Der Parameter RETIC-HGB (ProCyte Dx®) wurde kürzlich zur Analyse des Vorliegens eines Eisenmangels für veterinärmedizinische Zwecke eingeführt. In den meisten tiermedizinischen Studien erfolgte bislang lediglich die Untersuchung des Zusammenhanges eines erniedrigten Hämoglobingehaltes der Retikulozyten und verschiedener Erkrankungen des Hundes. Im Hinblick auf die Katze finden sich zum aktuellen Zeitpunkt kaum Angaben in Bezug auf diesen Parameter und dessen klinischen Nutzen.

Ziel der Studie
Ziel dieser Studie war die Etablierung des Parameters RETIC-HGB für das in-house-Hämatologie-Analysegerät IDEXX ProCyte Dx® bei der Spezies Katze.
Neben der Bewertung der Wiederholbarkeit, der Akzeptabilität und der Stabilität erfolgte daher zudem die Untersuchung der Kompatibilität mit dem bereits zur Diagnose einer eisenlimitierten Erythropoese (ELE) etablierten Parameter CHr (Siemens ADVIA® 2120). Außerdem fand die Ermittlung von Referenzintervallen für RETIC-HGB, CHr und Parameter des Eisenstoffwechsels (Serumeisen, totale Eisenbindungskapazität (TIBC) und prozentuale Transferrinsättigung (%TfS)) statt. Darüber hinaus wurde der klinische und labordiagnostische Nutzen von RETIC-HGB im Vergleich zu CHr bei der Diagnose einer ELE evaluiert.
Die Hypothese dieser Studie war, dass RETIC-HGB auch bei der Katze als Frühindikator einer ELE verwendet werden kann und eine gute Vergleichbarkeit mit CHr aufweist.

Material und Methoden
Die Bewertung der Stabilität von RETIC-HGB bei Raumtemperatur erfolgte über 48 Stunden (n = 10). Die Intra-Assay-Variationskoeffizienten (CV) für RETIC-HGB und CHr wurden berechnet (n = 25 beziehungsweise n = 20) und die Korrelation beider Parameter untersucht (n = 275). Die Ermittlung der Referenzintervalle fand anhand von EDTA- und Serumblutproben einer gesunden Kontrollpopulation (n = 59) statt. Der diagnostische Nutzen beider Parameter (RETIC-HGB beziehungsweise CHr) hinsichtlich einer ELE wurde unter Verwendung von Cut-off-Werten (untere Grenze der ermittelten Referenzbereiche) untersucht.



Ergebnisse
RETIC-HGB wies über einen Zeitraum von 48 Stunden keine signifikanten Veränderungen auf (p = 0.1395), jedoch konnte ein geringer Aufwärtstrend verzeichnet werden. Der CV für RETIC-HGB und CHr betrug jeweils drei Prozent. Die Korrelation beider Parameter war mit einem Spearman’schen Rangkorrelationskoeffizienten (rs) von 0,59 und einem systematischen Messfehler (Bias) von - 1,2 pg moderat.
Es konnten folgende Referenzbereiche ermittelt werden: RETIC-HGB: 12,5 - 18,0 pg (0,8 - 1,1 fmol); CHr: 0,9 - 1,2 fmol (14,0 - 19,9 pg); Serumeisen: 6,3 - 24,2 µmol/l; TIBC: 36,7 - 73,4 µmol/l und %TfS: 12,3 - 55,9 Prozent.
Das Vorliegen einer ELE ließ sich für insgesamt 20 Tiere (7,3 % der Gesamtpopulation) nachvollziehen. Im Vergleich zu Katzen ohne ELE wiesen diese Tiere signifikant erniedrigte Median- (RETIC-HGB) beziehungsweise Mittelwerte (CHr) des Hämoglobingehaltes der Retikulozyten sowie eine signifikant erhöhte mediane SAA-Konzentration auf.
Die Verwendung der unteren Grenze des jeweiligen Referenzbereichs als Cut-off-Wert spiegelte mit AUCs von 0.66 (RETIC-HGB) beziehungsweise 0.74 (CHr) eine lediglich schlechte bis moderate Leistungsfähigkeit des Testverfahrens wider und resultierte in einer niedrigen Sensitivität bei einer relativ hohen Spezifität.

Diskussion und Schlussfolgerung
RETIC-HGB und CHr stellen präzise und stabile Parameter zur Bestimmung des Hämoglobingehalts der Retikulozyten dar und sind bei Katzen mit einer ELE signifikant erniedrigt. Im Vergleich zum Hund zeigen beide Parameter eine deutlich geringere Sensitivität zur Detektion einer ELE, wodurch ihre Nutzbarkeit eingeschränkt wird.
Die lediglich moderate Korrelation zwischen RETIC-HGB und CHr lässt sich anhand der divergierenden Messmethodik der Hämatologie-Analysegeräte sowie der unterschiedlichen Retikulozytentypen beider Spezies erklären.
Trotz aller Limitationen kann der Hämoglobingehalt der Retikulozyten als ergänzender Marker zur Erkennung einer sich entwickelnden ELE angesehen werden.

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