Cover-Bild Coco Chanel

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16,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Verlag Herder
  • Genre: Weitere Themen / Geschenkbücher
  • Ersterscheinung: 17.09.2018
  • ISBN: 9783451814044
Nadine Sieger

Coco Chanel

Paris der 1920er und das bewegte Leben einer Modeikone
Coco Chanel war eine der unabhängigsten, erfolg- und einflussreichsten Frauen des letzten Jahrhunderts. Sie hat die Mode wie keine Andere geprägt, sie auf ihr Wesentliches reduziert und Frauen mit ihren gradlinigen Schnitten bis dahin ungeahnte Bewegungsfreiheit ermöglicht. Ringelshirts, Matrosenhosen, das Kleine Schwarze, Tweed-Kostüme, Bademode und das berühmte Parfum Chanel No 5 – die Liste ihrer Meisterleistungen ist lang. Das alles klingt heute selbstverständlich, war aber Anfang des letzten Jahrhunderts eine modische Revolution.

Coco, eigentlich Gabrielle, Chanel wurde in ärmlichste Verhältnisse geboren und starb als eine der vermögendsten Frauen der Welt. Die Französin war schon zu Lebzeiten eine Legende und Stilikone, um die sich wilde Gerüchte rankten. Diese Romanbiografie macht den Versuch, ein bisschen näher heranzurücken an diese Frau, die Lücken und Unklarheiten ihrer Biografie mitreißend mit Leben und Emotionen zu füllen und dabei so dicht an der Wirklichkeit zu bleiben wie möglich. Sie ist ein Versuch zu verstehen, wie alles anfing, um zu begreifen, wie alles endete. Denn Coco Chanel hatte natürlich nicht nur eine Seite, sie besaß einen vielschichtigen Charakter, der sich im Laufe der Zeit immer wieder veränderte, wandelte und formte; geprägt vom Politik- und Weltgeschehen, ihren vielen schillernden Weggefährten und ganz unterschiedlichen Lebenspartnern und natürlich vom eigenen Erfolg. Sie war eine polarisierende Persönlichkeit, zeitlebens wurde ihr Opportunismus und Selbstherrlichkeit vorgeworfen. Aber sie war eben auch das Gegenteil. Sie unterstützte großzügig ihre Freunde und talentierte Künstler, war einnehmend und voller Charme und Humor. Ihre Lebensgeschichte ist voller Höhen und Tiefen, Niederlagen und Triumphen sowie endloser Widersprüche.

Von ihren eigenen Erzählungen weiß man, dass sie mit viel Einfallsreichtum ihren eigenen Mythos kreierte und unvorteilhafte Details einfach ausradierte. Ihre vielen legendären Freunde haben ganz unterschiedliches zu berichten, je nachdem in welchem Lebensabschnitt sie die Modeschöpferin begleiteten. Pablo Picasso, Jean Cocteau, Salvador Dalí, Sergei Djagilew – sie hat sich mit den kreativen Lichtgestalten des letzten Jahrhunderts umgeben und war mit Männern zusammen, die kaum gegensätzlicher hätten sein könnten: Igor Strawinsky, der Herzog von Westminster und Paul Iribe, mit Sozialisten, Aristokraten und sogar mit einem Nationalsozialisten. Fest steht, dass sie kein Talent für dauerhafte Beziehungen besaß, es aber trotz ihrer Unabhängigkeit kaum ohne einen Mann aushielt. Ihre größte Leidenschaft war jedoch bis zum Schluss die Arbeit. Das Glück und der Sinn des Lebens lagen für sie im Kreieren ihrer Kollektionen. Mit 70 Jahren gelang ihr nach 14 Jahren Auszeit ein sensationelles Comeback. Mit unermüdlichem Schaffensdrang stand sie bis zum letzten Tag in ihrem Atelier. Gabrielle Chanel starb mit 87 Jahren am 10. Januar 1971 in Paris. Doch die Legende Coco Chanel und ihre Mode leben für immer weiter.

Auf wunderbare Weise zeichnet Nadine Sieger nicht nur das vielschichtige Porträt einer besonderen Frau, sondern sie lässt auch das Flair einer der wichtigsten
modischen Epochen wieder aufleben. Sie porträtiert die stilprägende Modeikone Coco im Paris der 1920er-Jahre, erzählt die Geschichte des Hauses Chanel und seiner mondänen Erschafferin, die sich den Traum von einem unabhängigen Leben erfüllte und zu den berühmtesten Frauen ihrer Zeit zählte.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.10.2018

GUt gelungene Romanbiografie

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Nadine Sieger hat mit dieser Romanbiografie versucht, sich der Modeikone Gabrielle „Coco“ Chanel zu nähern. Angesichts der vielen Legenden, die Coco über ihre Herkunft selbst in Umlauf gebracht hat, kein ...

Nadine Sieger hat mit dieser Romanbiografie versucht, sich der Modeikone Gabrielle „Coco“ Chanel zu nähern. Angesichts der vielen Legenden, die Coco über ihre Herkunft selbst in Umlauf gebracht hat, kein leichtes Unterfangen.
Unbestritten ist, dass sich die Autodidaktin Gabrielle hervorgearbeitet hat. Allerdings hat sie auf ihrem Weg nach oben immer wieder zahlreiche zahlungskräftige Gönner gefunden, die ihr mit Rat und Tat sowie Geld zur Seite gestanden sind.
Unbestritten ist auch ihre Kreativität und der Weitblick mit der sie viele Jahre die Modeszene dominiert. Wer außer Chanel hätte die Jersey-Stoffe, aus denen bislang nur Herrenunterwäsche erzeugt wurde, salonfähig gemacht? Oder wer hätte es gewagt, jeglichen Zierrat von Kleidern und Hüten zu entfernen? Das ist der große Verdienst von Coco Chanel – alltagstaugliche Kleidung für berufstätige Frauen, damals im Ersten Weltkrieg, zu entwerfen.

Wie es sich für eine Romanbiografie gehört, wird auch dem Privatleben einiger Platz eingeräumt. Die Männer, die Coco auf ihrem Lebensweg begleiten sind Legion: Britische und russische Adelige, bekannte oder noch unbekannte Künstler sowie in den Tagen des Zweiten Weltkriegs auch Offiziere der Besatzungsmacht. Heiraten wird sie niemals.

Anders als in anderen Romanen spart Nadine Sieger ihre Drogensucht und ihren Alkoholismus nicht aus. Morphinist zu sein, ist in der Zwischenkriegszeit en vogue. Viele kommen von der ärztlich verschriebenen Sucht nie los, wie das Beispiel von Misia, Chanels Freundin zeigt. Coco Chanels ambivalente Rolle während des Zweiten Weltkrieges wird angedeutet.

Was bleibt von Coco Chanel? Das Chanel-Kostüm, natrülich das „Kleine Schwarze“, die Pillbox, die gesteppte Tasche an der Goldkette, der zweifärbige Pumps mit der Lackspitze und allen voran „Chanel No. 5“.

Meine Meinung:

Eine solide Romanbiografie, die gut recherchiert ist und sich leicht lesen lässt. Viele Zitate von Chanel und ihren Zeitgenossen sind eingearbeitet.
Wer eine echte Biografie über die große Modeschöpferin lesen möchte, kann im Literaturverzeichnis des Buches nachlesen. Ich empfehle „Coco Chanel. Ein Leben“ von Edmonde Charles-Roux und „Coco Chanel. Der schwarze Engel“ von Hal Vaghan.

Fazit:

Eine gut gelungene Romanbiografie, die Zahlen, Daten und Fakten mit fiktiven Ereignissen elegant verbindet. Gerne gebe ich hierfür 4 Sterne.