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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.04.2021

Zu viele Handlungsstränge und Privates

Doggerland. Fester Grund
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Ich kannte weder die Autorin Maria Adolfsson, noch wusste ich, dass es sich bei "Doggerland - Fester Grund" um den 3. Teil einer Krimi-Reihe handelt. Nach ein paar gefühlten Startschwierigkeiten beim Lesen, ...

Ich kannte weder die Autorin Maria Adolfsson, noch wusste ich, dass es sich bei "Doggerland - Fester Grund" um den 3. Teil einer Krimi-Reihe handelt. Nach ein paar gefühlten Startschwierigkeiten beim Lesen, bin ich aber doch ganz gut in das Buch reingekommen.

Die Musikerin Luna will nach einer halben Ewigkeit ein Comeback starten. Sie kehrt in ihre Heimat zurück, um neue Lieder aufzunehmen. Plötzlich ist Luna aber spurlos verschwunden...

An diesem Punkt war ich richtig drin in der Story - die dann allerdings ganz anders weiterging, als erwartet. Dieser Handlungsstrang verliert sich nämlich zunächst immer mehr im Nichts und wird erst recht spät wieder aufgegriffen. Das fand ich sehr schade.

Statt dessen ermittelt Kommissarin Karen Eiken Hornby erst mal in einem anderen Fall bzw. mehreren Fällen überfallener und vergewaltigter Frauen. Das hat mich aber insgesamt vergelichsweise weniger gepackt.

Ganz viel passiert außerdem im Privatleben der Ermittlerin. Und obwohl ich ein Fan intensiver Charakterdarstellungen bin, war es mir hier doch insgesamt zu viel, weil es nochmal Spannung und Tempo rausgenommen hat.

Fazit: Der Plot zerfasert sich in den unterschiedlichen Handlungssträngen. Für meinen Geschmack wäre es besser gewesen, wenn die Autorin die Story um die Musikerin fortgesetzt und ausgeschmückt hätte. Trotz flüssiger Schreibe, fehlt es dem Buch leider an Spannung und Kontinuität.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.04.2021

Winkelmann mal anders

Wilder wird's nicht
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Der Thriller-Autor Andreas Winkelmann sucht den ganz besonderen Thrill. Pure Wildnis, unberührte Natur, Abgeschiedenheit. Begleitet wird er dabei von Schauspieler Markus Knüfken. Eine echte Männerfreundschaft. ...

Der Thriller-Autor Andreas Winkelmann sucht den ganz besonderen Thrill. Pure Wildnis, unberührte Natur, Abgeschiedenheit. Begleitet wird er dabei von Schauspieler Markus Knüfken. Eine echte Männerfreundschaft. Beide sind Outdoorfans und haben Lust auf Abenteuer. Sie gehen zusammen auf Tour - und lassen den Leser/Hörer an ihren Erlebnissen in den Bergen teilhaben.

Auf dem E5-Wanderweg geht es über die Alpen. Winkelmann und Knüfken besteigen den Gran Paradiso in Italien und den Brocken im Harz. Und schließlich verwirklichen sie ihren großen Traum mit einer Wanderung am Polarkreis in Schwedisch-Lappland.

"Wilder wird's nicht. Auf der Suche nach Europas letzten Abenteuern" ist ein interessanter Tourguide. Winkelmann und Knüfken berichten von ihren Outdoor-Abenteuern und schildern ihre Wander-Eindrücke zwischen Massentourismus und Einsamkeit. Die "harten Kerle" nehmen sich auch mal selbst aufs Korn - z.B. wenn sie bei einem Unwetter in den Bergen doch mächtig die Hosen voll haben. Es gibt Begegnungen mit wilden Tieren. Reißende Flüsse müssen überwunden werden. Und sogar eine waschechte Geisterhütte spielt eine Rolle.

Zwei Männer gehen an ihre Grenzen und überwinden ihre Ängste. Ich habe Andreas Winkelmann und Markus Knüfken gerne bei ihrer Selbstfindung begleitet und beide mal von einer ganz anderen Seite kennengelernt. Das (Hör-) Buch ist kurzweilg, unterhaltsam, amüsant und durchaus auch spannend. Ein interessanter Einblick in die Welt der Wanderei. Eine Auszeit vom Alltag. Gelungen, wie ich finde.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.04.2021

Tolles Buch über eine tolle Persönlichkeit

Der Marathon-Pater
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Pater Tobias ist bei uns im Duisburger Norden bekannt wie ein bunter Hund. Er hat hilft Bedürftigen, er läuft Marathon und das nutzt er, um Spenden für seine wohltätigen Projekte zu sammeln. Durch dieses ...

Pater Tobias ist bei uns im Duisburger Norden bekannt wie ein bunter Hund. Er hat hilft Bedürftigen, er läuft Marathon und das nutzt er, um Spenden für seine wohltätigen Projekte zu sammeln. Durch dieses Buch erfährt man, wie es dazu kam.

Der Marathon-Pater ist wirklich eine beeindruckende Persönlichkeit. Durch das Buch lernt man ihn auch privat näher kennen. Man erfährt etwas über seine Kindheit, seinen Werdegang und begleitet ihn bei seinen Marathonläufen.

Einmal mit dem Lesen angefangen, konnte ich gar nicht mehr aufhören. Das Buch ist so inspiriert und gibt durchaus auch Kraft in diesen schweren Zeiten. Die Message: Anpacken und positiv denken - es gibt immer einen Weg!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.03.2021

Die Online-Omi geht unter die Laubenpieper

Fertig ist die Laube
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Es gibt viel zu tun! Packen wir's an!
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In "Fertig ist die Laube" geht Renate Bergmann unter die Laubenpieper. Die Online-Oma übernimmt zusammen mit ihrer Freundin Gertrude die Pflege eines Kleingartens ...

Es gibt viel zu tun! Packen wir's an!
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In "Fertig ist die Laube" geht Renate Bergmann unter die Laubenpieper. Die Online-Oma übernimmt zusammen mit ihrer Freundin Gertrude die Pflege eines Kleingartens - weil der Parzellenbesitzer Gunter gerade mal an der Bandscheibe operiert werden muss.
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Autor Torsten Rohde hat die Kunst- und Kultfigur Renate Bergmann. ALs Online-Omi ist sie bekannt geworden. Seit sie ein "Händi" hat, entdeckt sie die Welt von "Fässbook, Twitter & Co". Ihre Geschichten tippt sie in einen "Klappcomputer" - und lässt uns Leser so an ihren Erlebnissen teilhaben.
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Renate Bergmann ist Ü80, vierfach verwitwet und reich an Erfahrung in allen Lebenslagen. Zu allem gibt die rüstige Seniorin ihren Senf dazu. Dabei kommt sie vom Höcksken aufs Stöcksken. Auch in "Fertig ist die Laube" muss der Leser einigen Erzähl-Schlenkern folgen. Aber letztendlich landen wir immer wieder im "KV Abendruh". Und da bewahrheitet sich, was man so vom Hörensagen kennt: Kleingärtnern ist kein Vergnügen. Der Vorstand achtet millimetergenau auf die Höhe der Hecke - und noch vieles mehr.
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"Fertig ist die Laube" passt thematisch gut in Die Zeit, wo doch jeder gerade seinen Garten, Vorgarten, Balkon oder irgendwas anderes frühlingsfit macht. Ausmisten, aussäen und aufhübschen ist angesagt. Renate Bergmann erzählt locker. Ich hätte sie mir aber noch amüsanter vorgestellt. Ein paar Kapiel statt eines durchgängigen Textes hätten mir das Lesen sicher erleichtert. Trotzdem ist das Buch ein guter Begleiter für die ersten lauen Tage auf der Terrasse und eine unterhaltsame Lektüre, bei der man nach Feierabend einfach mal den Kopp abschalten kann.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.03.2021

Spannendes Wiedersehen mit Thomas und Nora

Das Grab in den Schären
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"Das Grab in den Schären" ist Band 10 der Sandhamn-Reihe von Viveca Sten. Wo andere Reihen Ermüdungserscheinungen zeigen, dreht Viveca Sten nochmal voll auf und legt einen der stärksten Fälle um ihren ...

"Das Grab in den Schären" ist Band 10 der Sandhamn-Reihe von Viveca Sten. Wo andere Reihen Ermüdungserscheinungen zeigen, dreht Viveca Sten nochmal voll auf und legt einen der stärksten Fälle um ihren Ermittler Thomas Andreasson vor. Ein richtig guter Kriminalroman!
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Die Sandhamn-Reihe ist eine eher untypische schwedische Krimireihe. Keine Düsternis, Kälte und Melancholie. Dafür lichtdurchflutet mit sommerlichem Flatterkleidchen-Feeling. Und trotzdem gibt es auch in dieser Athmosphäre Probleme, Abgründe und Mord.
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Auf einer Baustelle auf der Nachbarinsel Telegrafholmen werden Skeletteile freigelegt. Zwei vor Jahren verschwundene Frauen rücken in den Blickpunkt. Thomas Andreasson und sein Partner Aram graben in der Vergangenheit. Und auch Nora Linde von der Staatsanwaltschaft kann die Füße nicht stillhalten - obwohl sie nach traumatischen Ereignissen im vorangegangenen Fall außer Dienst ist und sich dem Alkohol hingibt. Verschiedene Perspektiven, schnelle Wechsel, Blicke in die Vergangenheit. Viveca Sten hat hier ganz stark geplottet und erzählt einfach genial.
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Bis Thomas und Nora sich im Laufe der Handlung begegnen, vergeht einige Zeit. Bis sie ihre Erkenntnisse zusammenschmeißen dauert es noch länger. Aber letztendlich sind sie mal wieder ein tolles Team. Es gab schon Fälle, da haben mich Thomas mit seiner stoischen Ruhe, Nora mit ihrer notorischen Neugier und beide mit ihren privaten Problemen zur Weißglut getrieben. Diesmal liebe ich sie wieder heiß und innig.
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Fazit: Jubiläumsfall Nr. 10 ist ein besonders starker Fall für Thomas Andreasson und Nora Linde. Nordic muss nicht zwingend Noir, sondern kann auch Light sein - und trotzdem spannend. Viveca Sten stellt eindrücklich unter Beweis, dass sich die Reihe noch nicht totgelaufen hat. Ich bin jedenfalls wieder richtig auf den Geschmack gekommen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere