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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.04.2026

Wieder stark

Nebelbeute
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Gruppe 4 ermittelt wieder! NEBELBEUTE ist der dritte Fall für Mila Weiss und Jakob Krogh. Damit legt Benjamim Cors in der Reihe absolut stark nach.
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Darum geht’s: In einem verschneiten Bergdorf jagt Mila ...

Gruppe 4 ermittelt wieder! NEBELBEUTE ist der dritte Fall für Mila Weiss und Jakob Krogh. Damit legt Benjamim Cors in der Reihe absolut stark nach.
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Darum geht’s: In einem verschneiten Bergdorf jagt Mila Weiss dem Phantom Johannes Toblach hinterher. Dann wird eine Leiche gefunden und kurz darauf verschwindet Mila spurlos…
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Mit NEBELBUTE hat Cors mich erneut überzeugt. Plot, Charaktere, Atmosphäre - alles spielt hier nahezu perfekt zusammen. Ich habe Cors Schreibstil wieder genossen. Wie er das Setting beschreibt, die Charaktere zum Leben erweckt und die Handlung entwickelt ist großes Kino. Ich war direkt drin in der Geschichte, habe mit Mila das Bergdorf erkundet, dessen Bewohner kennengelernt und bin mit ihr auf die Jagd gegangen. Cors schafft es, die Leser*innen nicht nur mitzunehmen, sondern in die Story hineinzuziehen. Man ist nah dran am Geschehen, auch emotional.
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Wir haben hier eine absolut gelungene Reihenfortsetzung. Temporeiche Szenen wechseln sich mit ruhigen und nach innen gerichteten Momenten ab, was für eine besondere Intensität sorgt. Die Atmosphäre ist düster und das Spannungslevel durchweg hoch. Gerade die Schlussphase hat es nochmal in sich. Da geht es im Stakkato-Stil nahezu Schlag auf Schlag. Und wenn man glaubt, man hat die Lösung gefunden, kommt nochmal eine Wendung um die Ecke, die einem den Atem verschlägt. Das Ganze mündet in einem actiongeladenen Herzschlagfinale. Und Cors tritt sogar noch den Beweis an, dass es gute und absolut berechtigte Epiloge gibt.
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Fazit: NEBELBEUTE macht durchweg Freude. Der Thriller liest sich so flüssig, dass ich ihn kaum aus der Hand legen wollte. Ich hatte einerseits das Gefühl, in hohem Tempo durch die spannende Story hindurchrauschen zu wollen. Andererseits wollte ich den Handlungsverlauf und Cors wunderbaren Erzählstil wiederum förmlich in mich aufsaugen und einfach nur genieße. Also: Absolute Leseempfehlung. Ich freue mich jetzt schon auf mehr.

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Veröffentlicht am 16.04.2026

Falsche Fährte

The Sea Sisters
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Lucy Clarke gilt als Königin des Destination-Thrillers. Mit ihren Büchern bin ich in den letzten Jahren nach Griechenland (ONE OF THE GIRLS), Norwegen (THE HIKE) und Marokko (THE SURF HOUSE) gereist. Darauf ...

Lucy Clarke gilt als Königin des Destination-Thrillers. Mit ihren Büchern bin ich in den letzten Jahren nach Griechenland (ONE OF THE GIRLS), Norwegen (THE HIKE) und Marokko (THE SURF HOUSE) gereist. Darauf folgt jetzt THE SEA SISTERS. Aber, Achtung! Das Buch ist anders, als man als Fan der Autorin erwarten dürfte.
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Darum geht’s: Mia wird auf Bali tot aufgefunden. Sie ist von einer Klippe gestürzt. Ihre Schwester Katie begibt sich mit Hilfe von Mias Reisetagebuch auf Spurensuche…
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Yeah, diesmal geht es also nach Bali. Das Cover in sonnigen Farben gestaltete Cover lässt auch keinen Zweifel daran, dass man hier einen Urlaubsthriller zu lesen bekommt. Schaut man genauer hin, fällt aber auf, dass das Buch als Roman gelabelt ist. Und wenn man dann einen noch genaueren Blick ins Buch wirft, stellt man fest, dass es sich hier gar nicht um ein neues Buch, sondern lediglich um eine Neuauflage des Debütromans von Lucy Clarke handelt. Die Geschichte ist bereits vor 14 Jahren unter dem deutschen Titel DIE LANDKARTE DER LIEBE bei Piper erschienen. Und hoppla, das hört sich jetzt nicht wirklich nach einem Thriller-Titel an, oder? Darüber sollte man sich im Klaren sein, bevor man das Buch liest.
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Lucy Clarke liefert in THE SEA SISTERS starke Landschaftsbeschreibungen, die an Sehnsuchtsorte entführen. Die Geschichte um Mias Tod und Katies Nachforschungen hat auch durchaus spannende Züge. Nimmt man beides zusammen, hat sich also schon vor Jahren abgezeichnet, wo die Autorinnen-Reise für Lucy Clarke hingeht. Damals war sie aber eben eindeutig erst auf dem Weg dorthin. THE SEA SISTERS ist tatsächlich eher Roman als Thriller. Die Story um eine schwierige Schwesternbeziehung und andere Dramen ist intensiv, interessant und hat auch spannende Momente, allerdings auch ein paar Längen. Insgesamt darf man THE SEA SISTERS nicht mit Lucy Clarkes Thrillern, wie wir sie mittlerweile kennen, vergleichen. Der Verlag lockt die Leser hier auf eine falsche Fährte. Das ist schade, denn unter dem Gesichtspunkt der geschürten Erwartungshaltung muss ich in meiner Bewertung dann leider Abstriche machen.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

The Housemaid lässt grüßen

Die Ehefrau – Was hat sie zu verbergen?
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Mit DIE EHEFRAU bin ich nach einer Pause wieder ins Freida McFadden-Game eingestiegen. Die gute Freida macht auch hier zuverlässig das, was ich von ihr erwarte. Der Thriller ist einfach zu konsumieren ...

Mit DIE EHEFRAU bin ich nach einer Pause wieder ins Freida McFadden-Game eingestiegen. Die gute Freida macht auch hier zuverlässig das, was ich von ihr erwarte. Der Thriller ist einfach zu konsumieren und ein schneller Lesesnack, den man quasi mal eben nahezu am Stück verschlingt.
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Darum geht’s: Sylvia wird von Adam als Betreuerin für dessen Frau engagiert. Victoria ist seit einem Treppensturz auf Pflege angewiesen. Victorias Tagebuch enthüllt Stück für Stück die Hintergründe des Unfalls…
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Das hört sich an, wie Housemaid 2.0. Das ist Housemaid 2.0. Es ist, als würde man eine weitere Geschichte aus dem Millie-Universum lesen. Die Personen und auch die Handlung sind ein Abklatsch ihrer selbst und 1:1 gegeneinander austauschbar. Das mutet zwar etwas einfallslos an, ist mir aber egal, weil sich bei mir trotzdem der McFadden typische Lesesog und Lesespaß eingestellt haben.
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Was bei McFadden immer funktioniert, ist der simple, aber trotzdem mitreißende Schreibstil. Auch der Handlungsverlauf und damit verbundene Spannungsbogen sind im Großen und Ganzen immer gleich – hier mit einer Ausnahme: Der Mega-Plottwist, den ich pünktlich zur Mitte des Buches erwartet habe, ist diesmal ausgeblieben. Vielleicht lag es aber auch an den sehr eklatanten Ähnlichkeiten zur Housemaid-Reihe, dass ich Twists in diesem Fall gar nicht als solche wahrgenommen habe. Erst recht spät im Buch konnten mich die Entwicklungen nochmal ein bisschen überraschen.
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DIE EHEFRAU ist nicht der stärkste McFadden-Thriller. Es wirkt ein bisschen so, als wäre das Buch aus Überresten der Housemaid-Reihe zusammengebastelt. Aber, sei’s drum. Das Buch liest sich wieder super weg und ist einfach ein schneller Snack. Wer nicht mehr erwartet, wird hier gut bedient.

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Irre... gut!

Guilty Pleasure
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Zuletzt habe ich mich öfter darüber geärgert, dass wir in Thrillern gerade sehr viel Einheitsbrei mit immer wiederkehrenden Settings und Handlungsmotiven vorgesetzt bekommen. Und genau in dem Moment kreuzt ...

Zuletzt habe ich mich öfter darüber geärgert, dass wir in Thrillern gerade sehr viel Einheitsbrei mit immer wiederkehrenden Settings und Handlungsmotiven vorgesetzt bekommen. Und genau in dem Moment kreuzt GUILTY PLEASURE von Linda Schipp meinen Weg und hat mich wider Erwarten umgehauen.
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Hotel Guilty Pleasure ist ein Luxusresort, in dem die elitären Gäste besondere Gelüste ausleben können. So scheint es zunächst. Es könnte aber alles auch ganz anders sein…
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Es geht also wieder in ein Luxushotel an einem exotischen Ort. Das ist aber auch schon das Einzige, was GUILTY PLEASURE mit anderen Destination-Thrillern gemeinsam hat. Die Story kommt von Anfang an zwar seltsam, gleichzeitig aber auch faszinierend daher und entwickelt sich dann absolut abgefahren und durchgeknallt… im positiven Sinne. Ich bin jedenfalls voll auf die Story angesprungen.
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Ich bin mehr oder weniger unwissend in den Thriller gestartet und war zunächst eher skeptisch. GUILTY PLEASURE hat bei mir Anlaufzeit gebraucht. Ich musste mich erst mal zwischen fünf undurchschaubaren Perspektiven und sehr seltsamen Sequenzen zurechtfinden. Trotzdem war da dieser unbestreitbare Lese-Sog. Und dann ist plötzlich der Knoten bei mir geplatzt und ich konnte das Buch keine Sekunde mehr aus der Hand legen. Dabei konnte ich für keine der handelnden Personen Sympathien entwickeln, geschweige denn, mich mit ihnen identifizieren. Mitfiebern konnte ich trotzdem mit ihnen. Ich habe es genossen, dass in dieser Geschichte nichts ist, wie es scheint. Ein Twist jagt den nächsten. Manchmal sind mir sogar sämtliche Gesichtszüge entgleist.
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GUILTY PLEASURE ist wie ein Film vor meinem inneren Auge abgelaufen. Der Thriller ist nicht alltäglich. Wer sich mal auf etwas anderes einlassen kann und will, ist hier bestens aufgehoben. Dass es teilweise recht drastisch und auch sehr brutal wird, hat mich nicht gestört. Es gibt aber sogar eine Content-Warnung, was für das Genre ja ziemlich ungewöhnlich ist. Auf jeden Fall ist es kein einfacher Sommer-Sonne-Thriller, wie das Cover vermuten lässt. Dieser Thriller ist anders – und genau das hat mir so gut gefallen.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Charismatischer Feind

Der Fjord
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Mit der DER FJORD legt Sarah Goodwin ihren nächsten Thriller vor, der nahezu blind auf meiner Leseliste gelandet ist.
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Darum geht’s: Amelia erhält eine Einladung zur legendären Sommerparty von Lawrence ...

Mit der DER FJORD legt Sarah Goodwin ihren nächsten Thriller vor, der nahezu blind auf meiner Leseliste gelandet ist.
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Darum geht’s: Amelia erhält eine Einladung zur legendären Sommerparty von Lawrence Foley. Seit dem Event im Vorsommer ist ihre Schwester Rose verschwunden. Um herauszufinden, was passiert ist, lässt Amelia sich auf ein gefährliches Spiel ein.
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Nach DIE INSEL (mochte ich nicht), DAS RESORT (fand ich toll) und DIE YACHT (steht leider immer noch ungelesen im Regal) bin ich Sarah Goodwin diesmal in die Welt der Reichen und Schönen zu einer exklusiven Party in Norwegen gefolgt. Das Setting und die Ausgangslage von DER FJORD zieht mal wieder und ich bin gerne in die atmosphärisch und spannend ausgearbeitete Geschichte abgetaucht.
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Der Einstieg in die Story hat mir gefallen. Atmosphäre und Spannung haben mich gefangen genommen. Vor allem das Aufeinandertreffen von Amelia mit Lawrence, der ein absolut charismatisches Feindbild verkörpert, fand ich toll. Szenen dieser Art hätte es gerne noch sehr viel mehr geben können. Im Mittelteil haben sich bei mir gefühlt ein paar Längen eingestellt und dann kam das letzte Drittel. Ein überraschender Twist bringt die Handlung nochmal so richtig in Schwung. In der Folge überschlagen sich die Ereignisse quasi und es passiert noch so einiges. Das hat mir viel Spaß gemacht.
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Fazit: DER FJORD von Sarah Goodwin empfehle ich gerne als absolut soliden Mittelfeld-Thriller in Kino-Popcorn-Qualität. Ein schmackhafter Snack für Zwischendurch, der nicht wehtut und gut unterhält.

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