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Veröffentlicht am 07.03.2026

Nervtötend statt nervenaufreibend

Das Gehöft
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Unter dem Namen Leo Brandt wechselt der Autor Richard Brandes vom Krimi- ins Thriller-Genre. Zu den Krimis habe ich immer wieder positive Resonanz mitbekommen. Das hat mich neugierig gemacht, und so habe ...

Unter dem Namen Leo Brandt wechselt der Autor Richard Brandes vom Krimi- ins Thriller-Genre. Zu den Krimis habe ich immer wieder positive Resonanz mitbekommen. Das hat mich neugierig gemacht, und so habe ich das Thriller-Debüt DAS GEHÖFT sofort auf meine Leseliste gesetzt. In diesem Fall haben sich meine Erwartungen aber leider nicht erfüllt.
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Darum geht’s: Die Biologin Lara zieht mit ihrem Freund, ihrem Bruder und einem befreundeten Pärchen auf die Hallig Westeroog. Kaum dort angekommen, verschwindet Laras Bruder und es geschehen weitere seltsame Dinge…
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Was ich mochte, war das Setting. Eine einsame und sturmumwehte Hallig – in Verbindung mit einer spannenden Story kann das zum Selbstläufer werden. Leider kam es hier aber anders. Der Verlag kündigt das Buch als nervenaufreibenden Thriller an. Hm, ich habe ihn leider in zunehmendem Maße als nervtötend empfunden. Das liegt vor allem an den Charakteren und ihren Handlungsweisen. Es geht hier um Erwachsene, die mir allerdings eher vorkamen wie tiefpubertäre Jugendliche. Vor allem Protagonistin Lara hat mich zunehmend auf die Palme gebracht. Ihre Stimmungen und Gedankengänge habe ich als extrem sprunghaft und naiv empfunden. Anfangs habe ich noch wohlwollend ein Auge zugedrückt. Als es aber munter so weiterging, konnte ich einfach nur noch den Kopf schütteln. Für mich war das einfach unlogisch und nicht nachzuvollziehen. Auch die Dialoge habe ich als sehr gestelzt und künstlich empfunden. Das war für mich einfach nicht schön zu lesen. Die Spannungselemente fand ich für die letztendliche Auflösung überdramatisch.
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Fazit: Das Setting, die Grundstimmung und die Atmosphäre haben mir generell gefallen. Mit dem Rest konnte ich persönlich leider nichts anfangen. Wie immer gilt: Wenn euch das Buch interessiert, solltet ihr euch natürlich eure eigene Meinung bilden.

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Düsteres Moor

Moorland. Die Zwillinge
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Wer hätte gedacht, dass es zwischen Andreas Winkelmann und mir mal so matchen würde. Seine Thriller lese ich seit ein paar Jahren mit mal etwas mehr, größtenteils insgesamt aber eher normaler Begeisterung. ...

Wer hätte gedacht, dass es zwischen Andreas Winkelmann und mir mal so matchen würde. Seine Thriller lese ich seit ein paar Jahren mit mal etwas mehr, größtenteils insgesamt aber eher normaler Begeisterung. Dann ging auf einmal die Post ab. Winkelmanns Himmelreich-Reihe hat mir zuletzt zwei Highlights im Cozy Crime-Genre beschert. Jetzt startet Winkelmann auch noch eine neue Thriller-Reihe – und die hat natürlich auch sofort meine Neugier geweckt. MOORLAND: DIE ZWILLINGE hat sich direkt mal unglaublich vielversprechend angehört. Trotzdem habe ich versucht, meine sehr hohen Erwartungen etwas zu zügeln, um nicht enttäuscht zu werden. Aber von Enttäuschung konnte bei diesem Reihenauftakt nun wirklich keine Rede sein.
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Darum geht’s: Die Zwillinge Jana und Nike betreiben einen erfolgreichen TikTok-Kanal. Als sie eines abends nicht von einer Fotosession im Moor zurückkehren, wird kurzerhand eine Suchaktion gestartet. Kommissarin Malia Gold, die ihren ersten Arbeitstag in Moorbach hat, wird mit dem Fall gleich ins heiße Wasser geworfen. Und sie muss nicht nur das Geheimnis um die Schwestern klären, sondern sich schneller als ihr lieb ist, auch noch ihrer eigenen Vergangenheit stellen…
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Viele Bücher locken aktuell mit grandioser Aufmachung und enttäuschen dann inhaltlich. Umso schöner, wenn das mal anders ist. Der MOORLAND-Reihenauftakt kann nicht nur mit äußerlichen Werten überzeugen. Winkelmanns Thriller hält, was Titel und Klappentext versprechen. Der Thriller rechtfertigt die grandiose Gestaltung nicht nur, er hat sie sich tatsächlich verdient.
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MOORLAND: DIE ZWILLINGE ist ein Einstieg in eine neue Thrillerserie, wie man ihn sich als Leser*in wünscht. Winkelmann überzeugt hier in allen Belangen. Wie ist das mit dem berühmten ersten Satz in Büchern? Der lautet in diesem Fall: „Der Nebel schluckte alles, aber nicht diese Schreie.“ Oookayyy, gib‘ mir mehr davon! Und Winkelmann? Hat weiter abgeliefert. Allem voran begeistert das titelgebende Setting. Das Moor ist bildhaft und sehr faszinierend beschrieben. Düster, geheimnisvoll und atmosphärisch hat es mich angelockt und verschlungen. Hinzu kommen dann noch sehr interessante und gut gezeichnete Charaktere mit einer ganz besonderen Dynamik untereinander. Und schließlich hat die Story ein Spannungslevel, das sehr hoch ist und sich keine Durchhänger erlaubt. Die Spannung flacht tatsächlich keine Sekunde ab, sondern zieht genau an den richtigen Stellen sogar noch an. Das Finale ist einfach nur rasant. Und wenn wir schon über den ersten Satz geredet haben, lasst uns auch über den letzten sprechen: „Aber eines steht fest: Es geht weiter.“ Ja und keine Frage, dass ich dann wieder dabei bin!
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Fazit: Danke, Andreas Winkelmann für diesen gelungenen Reihenauftakt! MOORLAND: DIE ZWILLINGE ist ein Thriller, der das Prädikat „Pageturner“ verdient, weil er mich von Anfang bis Ende, im Groben wie auch im Detail begeistert hat. Davon möchte ich gerne mehr!

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Niedriges Spannungslevel

Sie war es. Sie war es nicht.
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Der Penguin Verlag hat dem Thriller SIE WAR ES. SIE WAR ES NICHT. von Nicci Cloke im Print-Format eine granatenstarke Aufmachung verpasst. Schön fürs Auge, ist das Buch also allemal. Testimonials bekannter ...

Der Penguin Verlag hat dem Thriller SIE WAR ES. SIE WAR ES NICHT. von Nicci Cloke im Print-Format eine granatenstarke Aufmachung verpasst. Schön fürs Auge, ist das Buch also allemal. Testimonials bekannter Autorinnen auf dem Cover machen zusätzlich neugierig auf das Buch. Zum Beispiel wird Lucy Clarke mit den Worten „Meisterhaft geplottet“ zitiert. Die Latte wird damit ganz schön hochgelegt. Vorschusslorbeeren, an denen sich Buch und Autorin dann natürlich messen lassen müssen – und leider scheitern. Zumindest für meinen Geschmack.
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Katie Cole soll vier Mitglieder eines exklusiven Londoner Privatclubs vergiftet haben. War sie es wirklich? Fünf Männer zeichnen ihr eigenes Bild von der Verdächtigen. Ob Vater, Jugendfreund, Ex-Liebhaber, Anwalt oder Journalist – jeder trägt mit seiner Sicht auf die Dinge seinen Teil zur Geschichte bei. Sich der weiblichen Hauptfigur auf diesem Wege zu nähern ist reizvoll. Dieser interessanten Herangehensweise konnte ich durchaus etwas abgewinnen. Außerdem hat mich die Autorin mit schnellen Perspektivwechseln und kurzen Kapiteln durch die Story getrieben. So weit so gut. Allerdings muss ich sagen, dass die Handlung größtenteils ohne besondere Highlights vor sich hinplätschert. Trotz der verschiedenen Blickwinkel hatte ich auch nicht wirklich das Gefühl, Katie als Person näher zu kommen. Sie ist mir emotional fremd geblieben. Irgendwie hat mir ihre eigene Stimme gefehlt, die geschickt gesetzt immerhin für ein paar Glanzpunkte hätte sorgen können. Stattdessen bin ich kühle Beobachterin geblieben und habe das Geschehen lediglich verfolgt statt miterlebt. Das Spannungslevel würde ich als minimal bezeichnen. Der Thriller spielt sich eher auf psychologischer Ebene ab. Das ist ja nicht schlecht, aber mir hat in der Umsetzung eindeutig etwas gefehlt, um mich bei der Stange zu halten. Die innovative und vielversprechende Ausgangslage hat sich im Verlauf der Handlung auch nicht entscheidend weiterentwickelt, so dass die guten Ansätze mehr oder weniger im Sande verlaufen sind. Mein Eindruck ist, dass hier zu viele Worte um vergleichsweise wenig Geschehen gemacht werden.
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Fazit: SIE WAR ES. SIE WAR ES NICHT. ist sehr ruhig, aber trotzdem interessant aufgebaut. Die Art der Umsetzung ist aber irgendwie gerade nicht das, was mich in meiner aktuellen Lesestimmung abholt. Deshalb hat mich dieser Thriller letztendlich nicht begeistert.

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Wenn dem Sturm die Puste ausgeht...

Fünf Fremde
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FÜNF FREMDE von Romy Fölck ist unbesehen auf meiner Leseliste gelandet. Ich mag die Elbmarsch-Krimireihe der Autorin. Klar, dass ich ihr da auch folge, wenn sie einen Stand Alone-Thriller veröffentlicht. ...

FÜNF FREMDE von Romy Fölck ist unbesehen auf meiner Leseliste gelandet. Ich mag die Elbmarsch-Krimireihe der Autorin. Klar, dass ich ihr da auch folge, wenn sie einen Stand Alone-Thriller veröffentlicht. Der Verlag lockt Leser*innen zusätzlich mit einer echten Hingucker-Aufmachung, an der man optisch wirklich nur schwer vorbeikommt.
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Der Schreibstil von Romy Fölck ist immer angenehm zu lesen. Auch FÜNF FREMDE kann damit wieder punkten. Inselatmosphäre, seltsame Ereignisse und eine Gruppe Personen, die irgendwie miteinander verbunden ist – das sind beste Voraussetzungen für einen spannenden Thriller. Der Einstieg hat mich auch direkt gefangen genommen und richtig neugierig auf das weitere Geschehen gemacht. Das Kennenlernen der verschiedenen Protagonisten war für mich aber zugleich auch der erste Stolperstein. Ich mag ja Perspektivwechsel. In diesem Fall habe ich sie aber irgendwie als etwas anstrengend empfunden. Aber ich bin am Ball geblieben und habe mich von dem bedrohlich aufziehenden Sturm durch die Handlung pusten lassen. Dem Sturm ist aber irgendwie mehr und mehr die Luft ausgegangen. Damit ist auch die Spannung auf der Strecke geblieben. Die Wendungen, die die Geschichte im Verlauf nimmt, konnten mich nicht überzeugen. Die Auflösung fand ich persönlich sogar recht einfallslos und damit eher enttäuschend. Damit bleib am Ende ein schaler Nachgeschmack.
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Fazit: FÜNF FREMDE hätte, nun ja, besser sein können. Der Thriller ist nicht schlecht. Er ist aber auch nicht Romy Fölcks stärkstes Buch. Tolle Optik und guter Schreibstil allein können nicht über ein paar Schwächen in Sachen Storytelling und Spannungskurve hinwegtäuschen. Keine Frage, man kann das Buch Zwischendurch gut lesen. Es ist okay, hinterlässt bei mir aber, mal abgesehen von der Optik, keinen wirklich bleibenden Eindruck. Ganz ehrlich: Ich fand jeden Krimi aus der Elbmarsch-Reihe von Romy Fölck stärker.

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Veröffentlicht am 18.02.2026

Starke Fortsetzung

Das Camp
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Oh mein Gott! Mit DAS CAMP bewahrheitet sich, was ich schon bei Band 1 der Donkerbloem-Reihe von Linus Geschke im Gefühl hatte: Wir bekommen hier eine echt starke Thriller-Trilogie geliefert. Was war es ...

Oh mein Gott! Mit DAS CAMP bewahrheitet sich, was ich schon bei Band 1 der Donkerbloem-Reihe von Linus Geschke im Gefühl hatte: Wir bekommen hier eine echt starke Thriller-Trilogie geliefert. Was war es toll, mit dem zweiten Teil liebgewonnen Personen wieder zu begegnen. Die Charaktere sind sehr überzeugend gezeichnet. Ein flüssiger Schreibstil und ein guter Plot-Aufbau tragen ihr Übriges dazu bei, den Thriller zu einem Pageturner zu machen. Geschke spielt damit wieder genau die Stärken aus, die ich bereits bei seiner Born-Trilogie zu schätzen gelernt habe.
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Dankbar bin ich dem Autor fast, dass er bereits im Nachwort von DER TRAILER klargemacht hatte, dass nicht jeder Hauptcharakter diese Trilogie überleben wird. Ich war also gewappnet. Im Verlauf der Handlung habe ich zunehmend eine Ahnung entwickelt, wen es treffen könnte. Das Beklemmungsgefühl hat dadurch stetig zugenommen und die Seiten haben sich quasi von selbst umgeblättert. Der große Knall kam dann zwar nicht ganz so überraschend und aus heiterem Himmel, hat mich aber trotzdem mit voller Wucht getroffen. Ich hätte heulen können!!!
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Wenn ich jetzt den Vergleich zum Reihenauftakt ziehen muss, finde ich Story und Atmo von DAS CAMP vielleicht einen Tick weniger stark – was aber auch mit an den jetzt bereits vorhandenen Vorkenntnissen und den damit automatisch sehr hohen Erwartungen liegen mag. Um ein Beispiel zu nennen: Der Campingplatz kam für meinen Geschmack als Schauplatz erst etwas spät so richtig ins Spiel und hätte gerne viel mehr im Fokus stehen dürfen. Aber hey, das ist Meckern auf hohem Niveau, denn insgesamt zeichnet sich auch dieser zweite Teil durch einen durchweg vorhandenen Lesesog und richtig gut geschlagenen Spannungsbogen aus. Und vor allem auf die Charakterzeichnungen lasse ich hier nun wirklich nichts kommen.
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Linus Geschke kann einfach Trilogien. Punkt. Der bereits zu Band 3 geschlagene Haken lässt ein richtig starkes Herzschlag-Finale erahnen. Ich bin jedenfalls gespannt wie ein Flitzebogen, habe jetzt schon ein Kribbeln im Bauch und verbleibe voller Vorfreude auf DIE SCHLUCHT.

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