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Veröffentlicht am 10.05.2025

Ein Verbrechen, wie es im Buche steht

Perfect Crime - Wenn niemand dir glaubt
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Es gibt einen neuen Thriller von Claire Douglas. Mit PERFECT CRIME stand jetzt zum vierten Mal ein Buch der Autorin auf meiner Leseliste. Auch diesmal ist es wieder ein Spannungsroman für den schnellen ...

Es gibt einen neuen Thriller von Claire Douglas. Mit PERFECT CRIME stand jetzt zum vierten Mal ein Buch der Autorin auf meiner Leseliste. Auch diesmal ist es wieder ein Spannungsroman für den schnellen Lesekonsum.
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Darum geht’s: Emilia ist eine erfolgreiche Thriller-Autorin. Plötzlich geschehen Dinge, über die sie in ihrem neuen, noch unveröffentlichten Buch geschrieben hat. Und es gibt nur sehr wenige Menschen, die Emilias Skript vorablesen durften…
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Die Story ist nicht neu. Die Handlung ist mir so oder so ähnlich durchaus schon mal untergekommen. Macht aber irgendwie nichts. Die Story lässt sich unkompliziert lesen, hat ein paar gute Spannungsmomente - und nach ein paar Stunden war ich dann auch schon am Ende der Geschichte angelangt. Gut, die Bücher von Claire Douglas haben kein Highlight-Potenzial. Da darf man nicht zu viel erwarten. Sie sind aber irgendwie immer solide. Auch PERFECT CRIME hat mir insgesamt wieder recht gut gefallen. Ich mochte die Atmosphäre und den Spannungsbogen. Die Charaktere gehen mir bei Claire Douglas zwar nie unter die Haut - aber ich folge ihnen trotzdem gerne. Solange ich ein bisschen miträtseln kann und eine angenehme Lesezeit habe, bin ich hier zufrieden gestellt. PERFECT CRIME ist ein zuverlässig-solider Spannungsroman und hat mir als solcher insgesamt Spaß gemacht. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger. Im Vergleich zu den anderen bisher gelesenen Büchern von Claire Douglas hat mir PERFECT CRIME sogar mit am besten gefallen. Allerdings ist es auch hier wieder so, dass die Story recht schnell in Vergessenheit gerät. Kaum ausgelesen und schon aus dem Sinn. Als knackig-spannender Lesesnack hat sich der Thriller trotzdem eine Empfehlung verdient. Ich würde sagen: Wir lesen uns im nächsten Jahr wieder, Frau Douglas!

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Veröffentlicht am 03.05.2025

Zwischen Schmetterlingen und Sternen

Give Me Butterflies. Sie erforscht Schmetterlinge, er die Sterne. Für ihre Anziehung gibt es keine wissenschaftliche Erklärung
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„Give me butterflies“ von Jillian Meadows wird als spicy STEM-Romance beworben. Das steht für eine Untergattung der Liebesromane, die den Hintergrund und die Charaktere in der Welt der Wissenschaft, Technologie, ...

„Give me butterflies“ von Jillian Meadows wird als spicy STEM-Romance beworben. Das steht für eine Untergattung der Liebesromane, die den Hintergrund und die Charaktere in der Welt der Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik verortet. Gleichzeitig bildet der Roman den Auftakt der Fern River-Reihe. Weitere Bücher Lovestorys in diesem Dunstkreis werden also folgen.
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Darum geht’s: Millie ist ein Sonnenschein und arbeitet als Insektenforscherin im Wilhelmina Naturkundemuseum. Ihr mürrischer Kollege Finn Ashford leitet das Astronomie-Department. Als Millie sich um eine Beförderung bewirbt, ist ausgerechnet Finn derjenige, der über die Besetzung der Stelle entscheidet…
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Die Story weiß vom Fleck weg zu gefallen. Mit lockerer Schreibe setzt Jillian Meadows hier einige beliebte Tropes in Szene – allen voran: Grumpy meets sunshine. Die Geschichte ist im Wechsel aus der Sicht von Millie und Finn geschrieben. Beide liefern sich zu Beginn ein amüsantes Gefecht. Schnell ist aber klar, dass die beiden sich nun wirklich nicht so spinnefeind sind, wie man meinen könnte. Damit fällt dann auch recht zügig Finns Fassade in sich zusammen, so dass dieser Auftakt-Trope schon mal ad acta gelegt werden kann. Was bleibt, sind zwei auf ihre jeweilige Art sympathische Charaktere, die sich zueinander hingezogen fühlen – und dem im Buch auch das ein oder andere Mal in expliziten Szenen nachgeben.
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Die Handlung hat aber auch noch ernste Themen in petto. Finn muss mit der Trauer um seine an Krebs verstorbene Schwester klarkommen und kümmert sich um deren Töchter. Millie setzt derweil im Nachhinein immer noch die toxische Beziehung mit ihrem Ex zu. Also, Vorsicht: Die scheinbar so leicht-locker-lustige Geschichte hat auch ihre dunklen Momente.
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Insgesamt läuft aber alles ziemlich offensichtlich auf das Happy End hinaus. Dass also noch ein paar Probleme auftauchen, sorgt nicht für besondere Überraschung. Die werden auf dem Weg ins Glück halt zum Abhaken benötigt. Fertig. Weiter geht’s. Mit Blick auf den Found Family-Trope kann ich noch sagen, dass die eingestreuten WhatsApp-Familienchats der Oaks mein absolutes Highlight im Buch sind. Dieser Austausch von Millies Familie ist einfach erfrischend. Hier hätte ich gerne noch mehr von gelesen. Den Bonus-Epilog hätte man sich dagegen sparen können.
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„Give me butterflies“ ist ein Wohlfühlroman, mit etlichen schönen Momenten. Auf jeden Fall nett zu lesen. Nachhaltig aber eher nicht.

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Veröffentlicht am 03.05.2025

Fast ein Abbruch

Code Kill – Ein tödliches Spiel
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Dieses Buch mit nur 2 Sternen zu bewerten, tut schon weh. Aber ich habe meine Gründe. „CODE KILL – Ein tödliches Spiel“ von Hendrik Klein fängt vielversprechend an. Und der Schluss ist einfach WOW! Dazwischen ...

Dieses Buch mit nur 2 Sternen zu bewerten, tut schon weh. Aber ich habe meine Gründe. „CODE KILL – Ein tödliches Spiel“ von Hendrik Klein fängt vielversprechend an. Und der Schluss ist einfach WOW! Dazwischen geht aber so viel schief, dass ich am liebsten gar nicht mehr weitergelesen hätte. Aufgrund dieser Unausgewogenheit schneidet das Buch bei mir so schlecht ab.
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Darum geht’s: Auf einer kleinen Insel vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns wird ein neues Hotel eröffnet. Maximilian Ryf ist der Manager von Seewind Manor. Eine Handvoll geladener Gäste reist an. Als ein schwerer Sturm tobt, kann keiner das Hotel verlassen. Dann geht ein Horrorclown um und eine Person nach der anderen wird brutal ermordet…
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Hört sich trashig an. Und so habe ich die Handlung über weite Strecken auch empfunden. Zunächst hat der Thriller mich noch mit Tempo und guter Atmosphäre eingefangen. Die Handlung entwickelt sich spannend und bis zum ersten Mord war ich auch voll bei der Sache. Aber dann … Auf einmal kam ich mir vor, als hätte ich mich in ein SCREAM-Movie verirrt. Ein Horrorclown. Morde wie am Fließband. Viel Blutvergießen. Zu allem Überfluss gibt es sogar noch eine schnelle Sex-Szene, während der Mörder quasi um die Ecke lauern könnte. Echt jetzt? Hier war ich definitiv im falschen Film gelandet. Ich wollte und konnte auch gar nicht in die Story eintauschen. Gibt es überhaupt eine Story? Die ist bei all dem Gemetzel nämlich ziemlich verloren gegangen. Seltsam befremdliche Szenen reihen sich aneinander. Es ist wie ein schlimmer Unfall, bei dem man trotzdem nicht wegsehen kann.
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Mein Lesespaß war irgendwann jedenfalls so gut wie flöten. Ich war echt haarscharf davor, das Buch abzubrechen. Und dann dachte ich: Ach komm, es lässt sich ja schnell lesen, also zieh es jetzt noch durch. Und dann kam das, womit ich echt nicht mehr gerechnet hatte: Ein richtig gutes Ende. Der Autor schlägt einen thematischen Haken, der alles, was war nochmal in einem komplett anderen Licht erscheinen lässt. Der Weg dorthin ist aber leider wie ein wirrer Fiebertraum.

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Veröffentlicht am 03.05.2025

Serienkiller zum Dritten

Die Schwester des Serienkillers
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Mit „Die Schwester des Serienkillers“ beschließt Alice Hunter ihre spannende Trilogie. Die Bände hängen inhaltlich nicht zusammen und können jeweils als Stand Alone gelesen werden. Sie sind aber thematisch ...

Mit „Die Schwester des Serienkillers“ beschließt Alice Hunter ihre spannende Trilogie. Die Bände hängen inhaltlich nicht zusammen und können jeweils als Stand Alone gelesen werden. Sie sind aber thematisch übergreifend verbunden. Dreimal tauchen wir in das Leben von Serienkillern und ihren Angehörigen ein. Und dreimal schafft Alice Hunter es, die Thematik wieder vollkommen anders zu beleuchten. Damit hat sie mich überzeugt und insofern war auch Band 3 der Reihe für mich wieder absolut lesenswert.
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Darum geht’s: Anna und ihr Bruder Henry haben viele Jahre in einem Kinderheim verbracht. Anna gelingt es im Anschluss, sich ein perfektes Leben aufzubauen. Eines Tages steht aber die Polizei in Form von DI Walker vor der Tür und teilt ihr mit, dass ihr Bruder ein Serienmörder ist. Seine Taten hat er an bestimmten Tagen begangen. Einer davon ist Annas Geburtstag. Der steht jetzt wieder kurz bevor und Anna selbst könnte das nächste Opfer sein…
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Alice Hunter ist es einmal mehr gelungen, mich komplett zu überraschen. Diesmal zunächst, weil es hier gleich deutlich spannender zur Sache geht, als in den vorangegangenen Bänden. Da hatte mir gerade der ruhige und subtile Spannungsaufbau richtig gut gefallen. Diesmal geht es dagegen schneller und direkt spürbarer zur Sache. Auf der einen Seite wurde ich mit emotional belastenden Szenen aus Annas und Henrys Zeit im Kinderheim konfrontiert, auf der anderen Seite ist es die Bedrohung in der Gegenwart, die in Form einer Verkettung von Ereignissen und eines heruntertickenden Countdowns unmittelbar Spannung erzeugt.
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Die Handlung ist ein wahres Katz-und-Maus-Spiel. Die Geschwister wollrn sich gegenseitig aus der Deckung locken und alles deutet auf einen großen Showdown hin. Natürlich wollte ich wissen, warum Henry zum Serienkiller geworden ist. Genauso interessant war es aber auch, zu verfolgen, wie Annas Heile Welt-Fassade immer mehr bröckelt. Die Ahnung, dass da noch irgendein großes Geheimnis auf mich wartet, hat mich durch die Seiten getrieben.
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Der Handlungsverlauf scheint diesmal recht klar. Zwischendurch hat es sich für meinen Geschmack dann mal etwas zu sehr im Kreis gedreht. Aber das Finale zeigt wieder, dass hier einmal mehr alles seine Bedeutung hat. Ich habe zwar gemerkt, dass irgendwas nicht so recht zusammenpasst – aber der Twist hat mich dann doch unverhofft aus den Latschen gehauen. Alice Hunter spielt hier ganz wunderbar mit dem Buchtitel … und mehr kann ich an dieser Stelle nicht sagen, ohne mich um Kopf und Kragen zu reden und zu spoilern. Nur noch so viel: Auch diesmal gibt es noch einen Twist nach dem Twist. Und ich muss sagen: Das ist hervorragendes Mind Blowing.
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Fazit: Alice Hunter hat mit der Serienkiller-Trilogie eine absolut packende und psychologisch sehr interessante Reihe geschrieben. Jedes Buch für sich genommen ist gut und kann auf unterschiedliche Art und Weise überzeugen. Für mich bleibt abschließend die Faszination der unterschiedlichen Facetten, mit denen das Grundthema variiert wird. Es würde noch mehr hergeben. Aber drei Bände sind für diese Reihe schon gut gewählt. Man muss es ja nicht überstrapazieren.

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Veröffentlicht am 27.04.2025

Arthouse-Film in Buchform

Unter den Sternen von Paris
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“Unter den Sternen“ von Paris ist der Debütroman der schwedischen Journalistin Karolina Schützer. Auf das Buch bin ich zunächst in erster Linie durch das Cover aufmerksam geworden. Es ist in Anlehnung ...

“Unter den Sternen“ von Paris ist der Debütroman der schwedischen Journalistin Karolina Schützer. Auf das Buch bin ich zunächst in erster Linie durch das Cover aufmerksam geworden. Es ist in Anlehnung an das berühmte Gemälde „Nachtcafé“ von Vincent van Gogh gestaltet. Dadurch ist es mir ins Auge gestochen und hat automatisch bestimmte Assoziationen ausgelöst. Ich habe einen künstlerisch-feinsinnigen Roman erwartet – und diese Erwartung hat sich auch erfüllt.
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Darum geht’s: Die Stockholmerin Sophia hat eine Scheidung hinter sich und steht auch in ihrem Job als TV-Journalistin an einem Wendepunkt. Als ihre Großmutter bei einem Unfall ums Leben kommt, erbt Sophia überraschenderweise eine kleine Bar in Paris. Sophia reist in die Stadt der Liebe, um den Laden schnellstmöglich zu verkaufen…
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Ich mag französische Arthouse-Filme. Die plätschern überwiegend eher ruhig vor sich hin. Etwas unspektakulär. Ohne nennenswerte Höhen und Tiefen. Ich finde sie meist trotzdem sehr berührend und springe auf ihre zarte Poesie und die künstlerischen Bilder an. Mit „Unter den Sternen von Paris“ hat Karolina Schützer mir einen Arthouse-Film in Buchform geschenkt. Insofern war die Geschichte für mich einfach angenehm und schön zu lesen und ich konnte wunderbar in die Story eintauchen.
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Protagonistin Sophia erscheint anfangs nicht sehr sympathisch. Genau darin liegt aber das Entwicklungspotenzial des Romans. Ihren Weg zu verfolgen, habe ich sehr genossen – auch wenn eigentlich von Beginn an klar ist, worauf die Handlung letztendlich hinausläuft. Sophia taut im Umgang mit den verschiedenen Personen, auf die sie in Paris trifft, jedenfalls immer mehr auf und wird dadurch Stück für Stück nahbarer. Es gibt überraschende Entwicklungen und Familiengeheimnisse kommen ans Licht. Ich war gerne bei der Renovierung der Bar und dem Ausprobieren lange verschollener Apfel-Rezepte dabei. Ich fand die Entwicklung hin zu Sophias letztendlicher Entscheidung authentisch dargestellt und mochte die zwischenmenschlichen Entwicklungen und den Found Family-Aspekt. Der letzte Leseabschnitt war für mich sogar richtig emotional. Ich habe sogar ein paar Tränchen verdrückt. Es waren aber Tränen mit positivem Beigeschmack.
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Ich muss einräumen, dass die Autorin die Story in mancher Hinsicht schon ziemlich auf die Spitze treibt. Einiges wirkt überkonstruiert und vielleicht sogar zu viel des Guten. Zum Beispiel wird hier die Liebe in ganz vielen unterschiedlichen Facetten thematisiert. Da geht es auch mal quer durch den Garten. Ob man das nachvollziehen kann, steht auf einem anderen Blatt Papier. Gestört hat es mich jedenfalls nicht. Ja, auch das Ende ist ganz unerwartet nochmal etwas over the topp und macht eigentlich nur Sinn, wenn es noch einen Fortsetzungsband gibt, der dieses aufgemachte Fass weiter thematisiert. Aber ach, auch das konnte meine Lesefreude nicht wirklich trüben.
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Fazit: „Unter den Sternen von Paris“ ist eine Geschichte der leisen Töne, die nicht viel Aufhebens um sich macht. Ich mag diese Ruhe und das Unaufgeregte. Dafür, dass der Roman erzählerisch sehr ruhig daherkommt, steckt aber doch ganz schön viel Bewegung drin. Es passiert nicht gerade wenig - es wird eben nur eher beiläufig und unscheinbar verpackt. Für mich ist es ein charmanter Wohlfühlroman. Vom Stil her vergleichbar mit „Bonjour Agneta“ von Emma Hamberg. Während dieser Roman für mich ein Highlight war, mache ich bei „Unter den Sternen von Paris“ zwar ein paar Abstriche, insgesamt hat mir auch dieses Buch aber gut gefallen.

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