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Veröffentlicht am 06.01.2020

Einfach unfassbar

Als hätte der Himmel mich vergessen
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Ich habe immer schon gesagt, nichts kann so viel in dir auslösen wie ein geschriebenes Wort.
Weiß Gott, ich habe schon sehr viele Filme gesehen. Wahre Begebenheiten, Dramen. Aber ein Buch kann so viel ...

Ich habe immer schon gesagt, nichts kann so viel in dir auslösen wie ein geschriebenes Wort.
Weiß Gott, ich habe schon sehr viele Filme gesehen. Wahre Begebenheiten, Dramen. Aber ein Buch kann so viel mehr in einem bewirken und auslösen als es Bilder jemals könnten. Seine eigene Vorstellungs Kraft ist ein starker Besitz des Geistes und die Sensibilität dies zu bearbeiten.

Ich bin sehr feinfühlig und reagiere emotional auf das Genre Biografien, deshalb vergrabe ich mich so gerne in Fantasy Romane.
Trotzdem hatte ich das Buch von Amelie schon länger auf meiner Wunschliste. Ich wusste schon immer dass es gelesen werden muss und dass ich es irgendwann tun werde.
Durch Zufall bin ich dann in Facebook auf sie gestoßen und habe zu Amelie Kontakt aufgenommen. Hier möchte ich mich auch direkt bei ihr und bei dem Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken.

Meine Empfindungen während des Lesens mögen für euch hart klingen, aber für mich sind sie meine Art auf solche Ereignisse wie Amelie sie durch lebt hat zu reagieren und wie sehr ich in die Geschichte eintauche oder es zulasse.

Ich hatte manchmal Schweissausbrüche, stellenweise Bauchschmerzen, ich habe einen Druck im Kopf verspürt und hatte einen trockenen Mund. Trotzdem konnte und wollte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Fix und fertig legte ich es zur Seite nur um 10 Minuten später wieder danach zu greifen. Auch die Schreibweise ist wirklich sehr gut und wechselt von der 21 jährigen Amelie zu der Kindheitserinnerung was den Leser umso mehr mitfühlen und ihm keine Pause zum durchatmen lässt.

Ein autobiografisches Buch welches wirklich harter Tobak ist und nichts für zart besaitete aber sehr empfehlenswert und auch absolut wichtig. Es ist aufrüttelnd. Es erinnert uns mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Genauer hinzusehen. Zu fühlen, hinzuhören. Auch ein schweigen kann schrecklich laut sein.
Es erinnert uns aber auch, dankbar zu sein. Dankbar für ein wohl behütetes Heim. Eine Familie. Dankbar für Liebe und eine Kindheit. Eine Kindheit die Amelie gestohlen wurde. Und keine „Umstände“ sind daran schuld wie Krieg oder Armut sondern ein Verbrechen das von Menschen begangen wurde. Ein Verbrechen an einem Kind. Von Menschen dessen Schutzbefohlene Amelie war, die sie hätten bestärken und beschützen sollen. Schläge waren noch das geringste was Amelie ertragen musste. Hier geht es um die äußerste Form der Manipulation und das systematische zerstören einer Kinderseele.

Mehr werde ich zum Inhalt nicht verraten denn ich bitte euch das Buch selber zu lesen und der Teil davon zu werden der nicht weg sieht. Der mutig ist und sich traut die Augen zu öffnen.

Liebe Amelie, ich danke dir dass du deine Geschichte mit uns teilst, ich bewundere dich für die Stärke darüber zu schreiben und zu sprechen. Ich wünsche dir von Herzen dass dein Inneres Kind Frieden findet und dich in weißes, warmes Licht hüllt, dich wärmt und welches dich auf deinem weiteren Weg begleiten soll. Es soll deine Gesundheit stärken und dir jeden Tag zuflüstern „Ich bin es wert geliebt zu werden“.

Deine Alja

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere