Wenn Mutterschaft keine einfache Antwort kennt
Es ist hell und draußen dreht sich die WeltZwischen Meereslicht, Ferienhaus und flirrendem Urlaubsgefühl legt sich in diesem Roman von Anfang an etwas Unruhiges über die Seiten. Es ist diese Art von Helligkeit, die nicht wärmt, sondern alles gnadenlos ...
Zwischen Meereslicht, Ferienhaus und flirrendem Urlaubsgefühl legt sich in diesem Roman von Anfang an etwas Unruhiges über die Seiten. Es ist diese Art von Helligkeit, die nicht wärmt, sondern alles gnadenlos sichtbar macht. Linn reist mit dem Wunsch an, bald schwanger zu sein, und gleichzeitig mit einer Angst, die sich kaum greifen lässt. Der eigene Körper wird hier nicht romantisiert, sondern als Ort von Sehnsucht, Kontrolle, Zweifel und Erwartung gezeigt.
Mich hat besonders berührt, wie Dita Zipfel diese Spannung zwischen Linn und Eva erzählt. Da ist Neid, Abwehr, Faszination und irgendwann etwas, das weicher wird. Eva steht scheinbar auf der anderen Seite, als Mutter, als Frau mit Kind, mit Alltag, mit Geduld und müden Händen voller Sand. Doch je näher sich die beiden kommen, desto mehr bröckeln diese einfachen Bilder.
Der Roman fühlt sich stellenweise zart an und im nächsten Moment wieder scharfkantig. Genau das mochte ich. Es geht nicht nur um Kinderwunsch, sondern auch darum, wem Frauenkörper gehören, welche Rollen Frauen erfüllen sollen und wie still man manchmal gegen das eigene Leben ankämpft. Nicht alles ist bequem, manches ist schräg, manches verstört, aber gerade dadurch bleibt die Geschichte hängen.
Für mich ist Es ist hell und draußen dreht sich die Welt kein Roman zum gemütlichen Weglesen, sondern einer, der unter der Haut weiterarbeitet. Wütend, klug, seltsam schön und mit einer weiblichen Verbundenheit, die nicht laut sein muss, um kraftvoll zu sein.