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Veröffentlicht am 29.04.2019

Ein würdevoller Abschluss

Du oder die große Liebe
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Zu aller Erst muss ich sagen: Mit 'Chain Reaction' ist Simone Elkeles ein wundervoller Abschluss der Reihe um die Fuentes-Brüder gelungen. Es fiel mir wirklich schwer das Buch nach der letzten Seite aus ...

Zu aller Erst muss ich sagen: Mit 'Chain Reaction' ist Simone Elkeles ein wundervoller Abschluss der Reihe um die Fuentes-Brüder gelungen. Es fiel mir wirklich schwer das Buch nach der letzten Seite aus der Hand zu legen und ich bin mir sicher, dass ich es nicht das letzte Mal gelesen haben werde!
Dennoch war Teil drei nicht ganz das, was ich erwartet hatte. Da in den ersten beiden Bänden Luis immer der liebe Sohn war, hatte ich mir eigentlich vorgestellt, dass er sich in ein 'Badgirl' verliebt, die ihn auf den falschen Weg lenkt, doch das war nicht der Fall.
Der Beginn der Geschichte hat mich sehr zu Tränen gerührt, denn es war die Hochzeit von Alex und Brittany. Auf sehr romantische Weise wurde diese beschrieben. Dort haben Luis und Nikki sich das erste Mal getroffen und spürten sofort, dass es zwischen ihnen eine Anziehungskraft gegeben hat. Nikki jedoch ist erst aus einer Beziehung heraus und hat in Luis den kleinen Aufreißer gesehen, auf den sie sich keinesfalls einlassen wollte.
So ist sie auch sichtlich erstaunt, als sie ihn über zwei Jahre später wiedersieht und noch immer spürt, dass sie sich zum jüngsten der Fuentes-Brüder hingezogen fühlt.
Zwischen ihr und Luis ist es ein ewiges hin und her und man fiebert von Seite zu Seite mit, wann die beiden es wohl endlich schaffen eine Beziehung einzugehen. Ein wenig erinnern tut die Geschichte der beiden an die von Alex und Brittany, was wohl daran liegt, dass sie im selben Umfeld spielt. Sogar Mrs.Peterson, die Chemielehrerin, trägt ihren Teil dazu bei, dass einem alles sehr vertraut vorkommt beim Lesen.
Luis und Nikki sind beide auf ihre Art und Weise etwas Besonderes, auch wenn das junge Mädchen mir zunächst sichtlich unsympathisch war. Sie hat in ihrer Vergangenheit sehr viel durch gemacht und schlechte Erfahrungen mit ihrem Ex-Freund Marco gesammelt, sodass es ihr schwer fällt sich jemandem zu öffnen und anzuvertrauen. Sie ist ziemlich in sich gekehrt und spricht nur mit ihrer besten Freundin und deren Freund über ihre Probleme. Auch als Luis und sie sich näher kommen ist sie skeptisch ihm gegenüber und lässt ihn dieses auch deutlich spüren. Es fällt ihr schwer ihm zu vertrauen, da sie in ihm eine Art Doppelgänger von Marco sieht.
Genau das hat mich an Nikki so aufgeregt. Natürlich hat Luis ihr nicht von Anfang an die gesamte Wahrheit erzählt, da er sie nicht verletzen wollte und nicht wollte, dass sie sich Sorgen um ihn macht. Aber er liebt Nikki vom ganzen Herzen und das konnte man in jeder geschriebenen Zeile deutlich spüren. Es ist unverständlich, dass Nikki an Luis' Gefühlen so lange Zeit gezweifelt hat. Er hat ihr seine Liebe gestanden, doch sie wollte es nicht hören.
Luis tut mir in der Situation oftmals sehr Leid. Er möchte nichts weiter als Nikki glücklich zu machen. Zu Anfang hat sie eine Art Herausforderung für ihn dargestellt und man hatte das Gefühl, dass er in ihr eher eine neue Eroberung sieht. Das Blatt hat sich aber schnell gewendet, als er sich wahrhaftig Hals über Kopf in sie verliebt hat. Er hat sie in seine Zukunftspläne mit einbezogen, denn es hat sich nichts sehnlicher gewünscht, als Nikki stets an seiner Seite zu haben.
Alles scheint sich schlagartig zu ändern, als die Latino Blood wieder 'auferstehen' mit Chuy als deren Anführer. Wir kennen ihn noch aus 'Du oder das ganze Leben', als er Paco erschossen und Alex angeschossen hat. Man könnte meinen, dass die Zeit im Gefängnis ihn verändert hat und zwar ins Positive, aber nein, er ist nur noch skrupelloser und bösartiger geworden. All die Zeit hat er ein dunkles Geheimnis mit sich getragen, welcher er Luis offenbart und mich in der Tat auch sehr geschockt hat. Plötzlich hatte ich eine ganz andere Sicht auf die zuvor geschehenen Dinge und vieles hat dadurch einen Sinn ergeben.
Für Luis haben sich Dinge dadurch auch geändert und er hätte alles getan, um seine Familie und die Menschen, die er liebt, zu schützen.
Zum Ende hin nimmt 'Chain Reaction' eine dramatische Wendung, mit der sicherlich keiner von uns jemals gerechnet hätte. Aber natürlich fehlt es dem Buch nicht an Gefühlen und Romantik, sonst wäre es auch kein würdiger Nachfolger von 'Du oder das ganze Leben' und 'Du oder der Rest der Welt'.

Zwar hat Elkeles mit dem Abschluss der Triologie kein Meisterwerk geschaffen und einige Aspekte haben mir nicht so gut gefallen wie in den Vorgängern, aber dennoch verdient es sich einen ewigen Platz in meinem Bücherregal.
Aufgrund von Nikki's Art war ich einige Male etwas genervt. Klar, ich konnte sie einerseits verstehen aber andererseits hat es mich wütend gemacht, dass sie alle Jungs in eine Schublade steckt. Diese Wut gegenüber Marco, die sie all die Zeit in sich hineingefressen hat, hat sie irgendwie an Luis ausgelassen, obwohl er ihr nicht wirklich etwas getan hat.
Sie hätte sich von Anfang an auf ihr Herz verlassen sollen und nicht auf ihren Verstand, der ihr davon abgeraten hatte, sich auf ihn einzulassen. Man sollte Menschen nicht nach ihrem Umfeld beurteilen, ohne zu wissen, was wirklich in ihnen steckt. Und genau diesen Fehler hat Nikki gemacht, was mich teilweise sehr geärgert hat.
Doch natürlich konnte 'Chain Reaction' auch seine Pluspunkte sammeln mit der Hochzeit von Alex und Brittany und mit dem Verlauf der Geschichte zwischen Carlos und Kiara ' denn ich kann eines versprechen: Es geht höchst romantisch her. Taschentücher sollte man auf alle Fälle bereit halten, denn auch ich habe teilweise Niagarafälle geweint.
Alles in allem ein gelungener Abschluss einer einzigartig kitschig-romantischen Triologie, die einem eine Gänsehaut über den Rücken laufen lässt. Da fragt man sich, wieso das echte Leben nicht auch so sein kann und es in Wirklichkeit keine so wunderschönen Happyends einer Liebesgeschichte gibt ' schade eigentlich!

Fazit
Mit Luis Fuentes und Nikki Cruz geht es nun zu Ende ' die 'Perfect Chemistry'-Reihe von Simone Elkeles. Eine tragisch-schöne Liebesgeschichte mit einem hohen Spannungsfaktor. Wer Alex und Carlos geliebt hat, wird auch Luis vergöttern. Also für diejenigen unter euch, die nicht auf die Deutsche Übersetzung warten können: Kaufen, kaufen, kaufen!

Veröffentlicht am 29.04.2019

Eine stürmische Liebe

Nick & Norah - Soundtrack einer Nacht
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Inhalt
Um seine Ex Freundin eifersüchtig zu machen, fragt Nick das Mädchen Norah, ob sie seine 5-Minuten-Freundin sein kann. Mit einem Kuss liefert sie dem Bandmitglied seine Antwort. Doch es bleibt nicht ...

Inhalt
Um seine Ex Freundin eifersüchtig zu machen, fragt Nick das Mädchen Norah, ob sie seine 5-Minuten-Freundin sein kann. Mit einem Kuss liefert sie dem Bandmitglied seine Antwort. Doch es bleibt nicht bei den geplanten 5 Minuten und so verbringen Nick und Norah eine gesamte Nacht zusammen, in der es drunter und drüber geht.

Kritik
Schon lange Zeit wollte ich diese zuckersüße Geschichte rund um den Jungen Nick und das Mädchen Norah lesen und nun habe ich es endlich geschafft. Es ist zwar kein Meisterwerk, das auf Ewig im Gedächtnis bleibt, doch eine niedliche Leserunde für Zwischendurch bietet es allemal.
Die Würze liegt halt bekanntlich in der Kürze und so fühlt man sich trotz der großen Schrift und den wenigen Seiten sehr gut unterhalten.
Man kann sich sehr gut mit beiden Protagonisten identifizieren, da die Kapitel abwechselnd aus beider Perspektiven erzählt wird. Norah ist ein willensstarkes doch unscheinbares Mädchen, die mir beim Lesen aber schnell sehr ans Herz gewachsen ist. Sie hat mich durchgehend immer wieder überrascht. Hielt ich sie am Anfang noch für ein kleines Mauerblümchen, so präsentierte sie sich später als lebhafter Teenager, der weiß, was er will. Das hat mich an ihr wirklich fasziniert.
Nick hingegen hat mir allerdings vom ersten Augenblick an den Atem geraubt. Er ist ein einzigartiger Charakter, der wie Norah, für die Musik lebt. Er ist Bassist und Songwriter einer mehr oder minder erfolgreichen Band, mit der er sich einen Traum erfüllen konnte.
Die Musik ist das, was Nick und Norah miteinander verbindet und so ist die gesamte Geschichte von Musik untermalt. Beim Lesen spürt man förmlich die Klänge und Töne, wie in einem Film wird alles dadurch unterstrichen.
Wofür manche Leute ein Leben lang brauchen, schaffen die beiden innerhalb von einer Nacht. Sie lieben sich, sie hassen sich, sie kommen über ihre Expartner hinweg, doch sind eifersüchtig auf diese, sie streiten und sie versöhnen sich.
Das Autorenduo hat mit 'Nick & Norah: Soundtrack einer Nacht' eine romantische Liebesgeschichte gezaubert, die es weiß den Leser durch das Tempo und den flüssigen Schreibstil zu fesseln, sodass man das Buch ruckzuck und in einem Rutsch durchliest.

Fazit
Wer für eine kurze Zeit in die Welt um die Liebe und der Liebe zur Musik eintauchen möchte, der sollte sich von Nick und Norah verzaubern lassen.

Veröffentlicht am 29.04.2019

Kann ihre Liebe die Welt verändern?

Das verbotene Eden 1
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Inhalt
Was passiert, wenn Männer und Frauen beginnen sich zu hassen, zu bekriegen? Wird die Welt in ewigen Trümmern zerstört werden? Die Antwort lautet: Ja. Im Jahre 2080 leben beide Geschlechter streng ...

Inhalt
Was passiert, wenn Männer und Frauen beginnen sich zu hassen, zu bekriegen? Wird die Welt in ewigen Trümmern zerstört werden? Die Antwort lautet: Ja. Im Jahre 2080 leben beide Geschlechter streng voneinander getrennt. Die Geburtenrate geht drastisch zurück und die Menschheit steht kurz vor dem Aussterben. Die einzige Chance besteht darin den Frieden zu wahren, was schier unmöglich scheint, da gewalttätige Plünderungen und Zerstörungen zum Krieg zwischen Mann und Frau führen.
Juna, eine 17-jährige Kriegerin, wird ausgesandt mit ihrer Truppe Gefangene zu nehmen, um den nächsten Schlachtzug der Feinde auszuhorchen. Zwei Männer werden geschnappt, unter ihnen der junge Mönch David. Doch er scheint anders zu sein, als jeder Mann, dem Juna zuvor begegnet ist. Die beiden kommen sich immer näher und das Mädchen fällt eine schwerwiegende Entscheidung, die ihr den Kopf kosten könnte'

Kritik
Als ich 'Das verbotene Eden: David und Juna' im Programm vom PAN-Verlag gesehen habe, wanderte es sofort auf meinen Wunschzettel. Der Titel und der Klappentext haben mich sehr angesprochen, denn es wird eine verbotene Liebesgeschichte versprochen, die der Leser im Endeffekt auch bekommt.
Dieses Buch war mein erstes Werk von Thomas Thiemeyer. Die Geschichte rund um den Mönch David und die Kriegerin Juna hat mich so sehr mitgerissen, dass dies sicherlich nicht mein letztes Buch des Schriftstellers sein wird. Sein Schreibstil hat mich so sehr beeindruckt, dass ich gespannt bin, wie er diesen in seinen anderen Geschichten beibehält. Der flüssige und detailgerechte Stil katapultiert den Leser förmlich mitten in die Handlung. Man fühlt sich als Teil der Geschichte, hat alles bildlich vor Augen. Die Städte, die Wälder, die Farben, die Gerüche ' beim Lesen fühlte ich mich wie eine Kriegerin im Kampf für die Gerechtigkeit.
Auch als überzeugte Vertreterin der Meinung, dass fast jedes Buch der heutigen Zeit Elemente eines Klassikers beinhaltet, wurde ich nicht enttäuscht. David und Juna ' Romeo und Julia. Eine zarte und romantische Liebesgeschichte, gegen jede Vernunft. Die Parallelen zu Shakespeares bekanntem Liebesdrama waren offensichtlich, doch verpackt mit einem vollkommen anderen, spannenden Handlungsstrang, der den Leser von Anfang bis Ende mitzureißen weiß.
Auf erschreckende Weise weiß Thiemeyer seine Leser in den Bann zu ziehen. Bedrückend realistisch war die Darstellung der Zustände zwischen den Geschlechtern. Untermalt durch starke Charaktere, die die Geschichte abgerundet hat.
Juna ist eine Kriegerin, die allen Befehlen folgt und ihre Stadt bis zum Tod verteidigen würde. Aufgrund ihrer Treue der Hohepriesterin gegenüber, ist sie bei allen sehr angesehen. Schon in jungen Jahren wurde ihr nichts weiter beigebracht, als dass die Männer ihre Todfeinde sind, ohne welche die Welt besser wäre. Frauen brauchen die Männer nicht ' ein Gedanke, der ihr auf ewig im Kopf geblieben ist. Sie kämpft gegen das andere Geschlecht, ohne Rücksicht auf Verluste, bis sie David das erste Mal sieht. Juna wurde die Aufgabe zu Teil ein neugeborenen Jungen hinter dem Grenzland abzuliefern und sicherzugehen, dass er von den Männern, auch 'Teufel' genannt, geholt wird. Dort trifft sie David und etwas in seinem Blick verrät ihr, dass er nicht von Grund auf böse ist, wie sie zunächst dachte.
Sie beginnt an allem zu zweifeln, was ihr all die Jahre beigebracht wurde. Der Virus, der Männer und Frauen dazu verleitet hat erbitterte Feinde zu werden, verliert er doch langsam an Wirkung? Eine Frage die Juna sich beginnt zu stellen.
Doch sie ist nicht die einzige, die ihre Zweifel hat. David war sich noch nie so sicher, ob an alldem etwas dran ist. Wie können Männer und Frauen sich so sehr hassen, wenn sich einst zusammengelebt und sich bis zum Tod geliebt haben? Die Geschichte von 'Romeo und Julia' hat den jungen Mönch sein Leben lang geprägt. Immer, wenn er die Zeilen liest, verlassen Tränen die Winkel seiner Augen. Als Bibliothekar des Klosters hat er viele Bücher gelesen, doch keines, was ihn so sehr berührt, wie die Liebesgeschichte von Mann und Frau.
David wirkt auf den Leser zunächst als eher schwächlicher Junge, der sich gerne in seinem Schneckenhaus verkriecht und sich durch Bücher in eine andere Welt entführen lassen möchte, doch im Laufe der Geschichte entwickelt er sich weiter, zu einem starken jungen Mann.
Da ein stetiger Perspektivwechsel vorliegt, kann man sich sehr schnell in die Gedankengänge beider Protagonisten hineinversetzen. Man fühlt mit ihnen, lacht und weint mit David und Juna. Beide unterliegen einer einzigartigen Entwicklung ihrer Persönlichkeiten. Juna lässt sich nicht mehr von anderen herumkommandieren und geht ihren eigenen Weg, fällt ihr eigenes Urteil über die Männer. Und auch David lässt sich bald nicht mehr unterkriegen und stellt sich mutig seinem Schicksal.

Zum Anfang hin gibt uns Thiemeyer einen sehr detaillierten Blick in die Welten der 'Teufel' und der 'Hexen'. Wir lernen neben den beiden Protagonisten viele weitere wichtige Charaktere kennen, wie den Inquisitor und die Hohepriesterin. Im Buch befindet sich auch eine Karte der Städte, sodass man sich als Leser sehr leicht orientieren und sich alles noch besser vorstellen kann.
Es dauert nicht lange, bis die Geschichte an Fahrt aufnimmt, doch für meinen Geschmack hat es etwas zu lange gedauert, bis David und Juna sich endlich begegnet sind. Fast die Hälfte des Buches standen die beiden sich nicht gegenüber. Dafür haben sie sich dann jedoch in Windeseile ineinander verliebt. Sie fühlten sich sofort zueinander hingezogen und spürten, dass die beiden etwas verbindet. Eine unsichtbares Band, das es ihnen schwer machte auch nur eine Sekunde voneinander getrennt zu sein. Die beiden wachsen dem Leser dennoch sehr schnell ans Herz und man kann ihre Liebe zueinander förmlich spüren. Wie schon Romeo und Julia, versuchen David und Juna durch ihre verbotene Liebe zueinander etwas zu verändern. Sie möchten beweisen, dass der Virus an Wirkung verloren hat und dass es möglich für Männer und Frauen ist gemeinsam in Frieden zu leben, so wie es die Natur eigentlich vorgesehen hatte.
Zum Ende der Geschichte geht es rasant her. Ein erbitterter Krieg, der sehr spannend geschildert wurde, sodass man 'Das verbotene Eden: David und Juna' nicht zur Seite legen kann, ehe man auch die letzten Worte eingesogen hat. Glücklicherweise gibt es zum Schluss keinen bösartigen Cliffhanger, sodass es nicht sonderlich schwer fallen wird auf die Fortsetzung 'Das verbotene Eden: Logan und Gwen' zu warten. Dennoch darf man gespannt sein, welche Entwicklung diese Welt noch durchleben wird.

Fazit
'Faszinierend düster und wunderbar romantisch' ' wie es unter dem Klappentext steht. Thiemeyer hat einen einzigartigen dystopischen Roman geschaffen, der einem lange im Gedächtnis bleiben wird, denn man stellt sich die Frage, ob unsere Zukunft wirklich so erschreckend aussehen könnte. Doch die zarte Liebe von David und Juna lässt uns hoffen, dass es niemals so weit kommen wird.

Veröffentlicht am 29.04.2019

Erschreckende Dystopie

Vollendet – Die Flucht (Band 1)
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Inhalt
Eine Welt, in der man seine Kinder zwischen 13 und 18 Jahren rückwirkend abtreiben kann, wenn man nicht mehr mit ihnen zurechtkommt. 99,4% dieses Körpers wird wiederverwendet und Leuten gegeben, ...

Inhalt
Eine Welt, in der man seine Kinder zwischen 13 und 18 Jahren rückwirkend abtreiben kann, wenn man nicht mehr mit ihnen zurechtkommt. 99,4% dieses Körpers wird wiederverwendet und Leuten gegeben, die es nötig haben oder genügend Geld besitzen um sich neue, stärke Organe oder Körperteile zu kaufen.
Connor ist ein 16-jähriger Rebell und hat es sich endgültig mit seinen Eltern verscherzt, die 15-jährige Risa lebt in einem städtischen Waisenhaus und muss nun Platz für die Neuankömmlinge machen und der 13-jährige Lev ist ein Zehntopfer und weiß schon seit vielen Jahren, was ihm bevorsteht. Drei junge Menschen, die sich das Schicksal der Umwandlung teilen.

Kritik
Von diesem Buch hatte ich die ganze Zeit über nichts mitbekommen. Es war eher zufällig, dass ich es mir ausgeliehen und gelesen habe und ich bin wirklich überaus glücklich darüber, dass ich es getan habe, denn sonst wäre mir wirklich etwas entgangen. Bei „Vollendet“ handelt es sich um ein Buch, welches einen auch nach der letzten Seite noch lange nicht loslassen wird. Die Thematik ist einzigartig, schockierend, grausam und auf eine gewisse Art und Weise auch höchst interessant und ansprechend. Was Neal Shusterman mit diesem Roman geschaffen hat fasziniert und bewegt mich sehr.
Das Besondere an diesem Buch ist es, dass jedes Kapitel aus der Sicht eines anderen geschrieben ist, doch niemals in der ersten Person. Die meiste Zeit über führen uns die drei Hauptcharaktere Connor, Risa und Lev durch die Handlung. Doch auch andere, eher zweitrangige Charaktere steuern ihren Teil in einigen Kapiteln bei und treiben somit die Handlung um ein weiteres Stück voran, da man einen tiefen Einblick in die Gedankengänge von ihnen allen bekommt.
Doch um genauer auf die Protagonisten einzugehen: Connor ist ein willensstarker, mutiger junge Mann, dem das Recht zu leben von Jetzt auf Gleich entzogen werden soll. Dieses Recht möchte er sich aber auf keinen Fall von irgendwem nehmen lassen und somit flüchtet er, um seiner Umwandlung zu entgehen. Auf diesem Wege lernt er das Waisenkind Risa kennen, welches umgewandelt werden soll, um Platz im Heim freizumachen. Ihr Leben lang hat sie von einer Karriere als Pianistin geträumt, doch dieser zerplatzt in jenem Moment, in dem man ihr von ihrem Schicksal erzählt. Gemeinsam mit Connor nehmen sie Lev als eine Art Geisel. Er hat sich schon früh auf sein Schicksal einstellen können und für ihn ist es eine Ehre geopfert zu werden und in vielen anderen Menschen seinen Platz zu finden.
Während ihrer Flucht durchleben die Drei eine einzigartige Wandlung. Sie werden stärker, aufgeschlossener und würden bis zum bitteren Ende gegen eine Umwandlung kämpfen. Ich kann mir nicht ausmalen, was ich in einer solchen Situation tun würde und ob ich den Mut hätte vor meinem Schicksal davonzulaufen. Sie wissen, dass wenn sie entdeckt werden, würde das ihr Ende sein, doch akzeptieren können sie es nicht. Selbst das Zehntopfer Lev erkennt irgendwann, dass er sein Leben gerne in vollen Zügen genießen und auskosten möchte.
Das gemeinsame Schicksal verbindet die Jugendlichen und sie wachsen einander sehr ans Herz. Sie können niemandem trauen und sind auf sich alleine gestellt, doch ihre Freundschaft verbindet sie so sehr miteinander, dass sie sich sicher sind, dass sie überleben werden.

Lange hat mich kein Buch mehr so mitgenommen. Jeder einzelne Charakter macht einen Gesamtteil der Geschichte aus und ich kann mir nicht vorstellen, wie es wäre, wenn eine fehlen würde. Sie ergänzen sich alle so gut, dass sie ein perfektes Trio ergeben.
Oftmals wird die Prozedur des Umwandelns leicht angeschnitten, doch niemand weiß wirklich, was genau mit einem passiert. Doch im Laufe der Geschichte bekommt der Leser immer mehr Informationen, die das Schicksal der Jugendlichen nur noch grausamer erscheinen lässt. Die Welt in der Connor, Risa und Lev leben, ist eine sehr grausame und man hofft beim Lesen inständig, dass es bei uns niemals wirklich soweit kommt.
Die Kinder sind alle sehr reif, da sie dem Tod förmlich ins Auge sehen und dementsprechend stellen sie sich Fragen, die man sich für gewöhnlich nicht zwischen 13 und 18 Jahren stellt. Sie philosophieren darüber, ob es wirklich so etwas wie eine menschliche Seele gibt, die einen großen eines jeden Menschen ausmacht, sie überlegen sich, was sie im Leben wohl alles falsch gemacht haben, sodass man sie nicht mehr um sich haben möchte und besonders häufig wird die Frage vom Klappentext aufgeworfen: Wenn jeder Teil von dir am Leben ist, nur eben in jemand anderem… lebst du dann, oder bist du tot? Eine berechtigte Frage, auf die es allerdings keine konkrete Antwort geben kann. Niemand weiß, was nach der Umwandlung geschieht und es ist ein unumkehrbares Prozedere.

Auch ich habe mir im Nachhinein viele Gedanken über die oben genannten Fragen gemacht, welche mir nicht mehr aus dem Kopf gehen. Wie grausam können Eltern sein, ihren Kindern so etwas Schreckliches anzutun? Jeder Mensch sollte das Recht darauf haben zu leben und man sollte sich dieses Recht keinesfalls nehmen lassen, um nichts in der Welt.
Neal Shusterman hat mich mit „Vollendet“ mitten ins Herz getroffen und mir wunderbare Lesemomente beschert. Für mich eine der besten Dystopien, die ich jemals gelesen habe. Man könnte dieses Buch als in sich geschlossen betrachten, doch nun erscheint auf Englisch nach einer fünfjährigen Pause der zweite Band „Unwholly“ und ich hoffe wirklich sehr, dass die deutsche Übersetzung nicht allzu lange auf sich warten lässt, denn ich möchte noch viel mehr über die Umwandlung und die Umstände, unter denen diese eingeführt wurde, erfahren.

Fazit
Eine sagenhafte Dystopie, die einen bei jeder gelesenen Seite zum Nachdenken anregt. Neal Shusterman weiß scheinbar, wie man es schafft, seine Leser in den Bann zu ziehen und ihnen eine schockierende Zukunftsvision zu präsentieren, die es hoffentlich in einer solchen Form niemals und nirgends auf der Welt geben wird.
Düster, packend, erschreckend - Nicht nur für Fans des Genres ein Muss, sondern für absolut Jedermann!

Veröffentlicht am 29.04.2019

Eine tolle Romeo & Julia Geschichte

Liebe keinen Montague (Luca & Allegra 1)
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Inhalt
Schon immer hat Allegra diese Sehnsucht tief in sich verborgen gespürt. Als Baby ist die Italienerin mit ihrer Mutter nach Deutschland gezogen, doch als Allegra (nun 19 Jahre alt) mit ihrer Freundin ...

Inhalt
Schon immer hat Allegra diese Sehnsucht tief in sich verborgen gespürt. Als Baby ist die Italienerin mit ihrer Mutter nach Deutschland gezogen, doch als Allegra (nun 19 Jahre alt) mit ihrer Freundin Jen ein Werbeplakat für einen günstigen Urlaub an den Gardasee sieht, weiß sie sofort, dass sie dringend dorthin muss. Kurzerhand fahren die beiden Freundinnen nach Italien und finden sich kurze Zeit später in einer alten Fehde wieder. Die der Capulets und Montagues – Nachfahren von Romeo und Julia. Doch was hat es damit auf sich und in wie weit steckt Allegra dort mit drin? Fragen über Fragen stellen sich ihr, bis sie in die eisblauen Augen von Luca Montague blickt und ihr Schicksal damit besiegelt ist.

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Kritik
Ich liebe Shakespeare. Ein einfacher Fakt, den es über mich zu wissen gibt. Ich bin mit seinen Tragödien aufgewachsen und habe jedes einzelne seiner Werke mehrfach verschlungen. Als ich gesehen habe, dass die liebe Steffi eine "Romeo und Julia"-Adaption auf den Markt bringt war ich sofort Feuer und Flamme und habe dem Erscheinungstermin hingefiebert. Dieser ist heute und um 0.10h habe ich sofort mit dem Buch begonnen und es verschlungen bis die frühen Morgenstunden, als die Lerchen ihr Lied eingestimmt haben. Und ich muss sagen, dass sich das lange Warten durchaus gelohnt hat. "Luca & Allegra – Liebe keinen Montague" ist eine hervorragende Adaption, die mich rundum einfach zufrieden gestellt hat.

Stefanie Hasse weiß, wie man die Leser von der ersten Seite an in seinen Bann zieht. Es war zwar mein erstes Buch der Autorin, wird allerdings auf keinen Fall das letzte bleiben. Ihr Schreibstil ist flüssig und hat etwas Magisches an sich, wodurch es einem unmöglich wird das Buch aus der Hand zu legen (nur beim Essen habe ich meinen Reader dann doch zur Seite gelegt und eine kleine Verschnaufpause eingelegt). Was mir ganz besonders positiv sofort aufgefallen ist, ist die Gliederung des Buchs. Es ist eine fantastische Idee es in Akte und Szenen zu gliedern, da kommt direkt wieder Shakespeare-feeling auf. Auch die Originalzitate und die Phrasen in Latein haben es mir sehr angetan. Doch ehe ich ins Schwärmen gerate, mache ich lieber weiter!

Luca und Allegra sind ein absolutes Traumpaar und es fällt sehr leicht sich ebenfalls in Luca und seine eisblauen Augen zu verlieben. Auch wenn die beiden von Anfang gespürt haben, dass sie füreinander geschaffen sind, hätte ich mir aber nichtsdestotrotz noch ein paar mehr gemeinsame Augenblicke gewünscht, um Luca besser kennenzulernen. Die Momente, die die beiden miteinander verbringen sind zwar atemberaubend, herzerwärmend und absolut romantisch, aber ein paar mehr hätten mir trotzdem gefallen. Beide sind allerdings durchweg sympathisch und es braucht keine Sekunde, ehe man mit ihnen sympathisiert. Auch sind die Entwicklungen, die beide durchlaufen, authentisch und nachvollziehbar.

Ein weiterer, positiv anzumerkender Aspekt, sind die Nebencharaktere, die hervorragend in die Geschichte eingebunden werden und in keiner Weise überflüssig erscheinen. Besonders schnell ins Herz geschlossen habe ich den zuckersüßen Alessandro Capulet, der mit seiner niedlichen und zugleich charmanten Art genau weiß, wie er die Damen um den kleinen Finger wickelt. Mich hatte er schon bei seiner ersten Szene in seinen Bann gezogen. Auch mit der aufbrausenden Jen kann man schnell sympathisieren, auch wenn ich zu einem Zeitpunkt sehr sauer auf sie gewesen bin. Diejenigen, die das Buch schon gelesen haben, wissen sicher was ich meine. Die Haupt- und Nebencharaktere harmonieren bestens und ergänzen sich hervorragend. Zusammen mit dem unglaublichen Setting wird die Geschichte abgerundet. Das erste, was ich heute getan habe nach dem Aufstehen, war das Suchen nach Reisen an den Gardasee. Ich habe durch die Geschichte großes Fernweh bekommen!

Zu guter Letzt muss noch eines gesagt werden: Dafür, dass es eine Neuinterpretation des tragischsten Liebespaars aller Zeiten ist, hat Stefanie Hasse es geschafft den Kitsch stark in Grenzen zu halten. Dafür bin ich sehr dankbar, da ich Angst hatte, dass es vielleicht etwas zu kitschig werden könnte. Doch die Romantik wird durch eine gelungene Prise an Humor und Dramatik aufgelockert und abgerundet, sodass auch Nicht-Fans des Genres ihre Freude beim Lesen haben können. Hinzu kommen einige fantastische Elemente, wie die verschiedenen Gaben, die einige Charaktere besitzen, was mich vollkommen fasziniert hat. Ich hatte nicht wirklich mit Fantasyelementen gerechnet, doch sie passen super in den spannenden Handlungsverlauf.

Okay, doch noch eine Sache muss ich sagen: ‪#‎TeamTrip‬ <3

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Fazit
Stefanie Hasse hat es geschafft die größte Liebesgeschichte aller Zeiten auf eine neue und erfrischende Art und Weise zu interpretieren. Der flüssige Schreibstil und die fantastische Charakterzeichnung sorgen dafür, dass man das Buch einfach nicht weglegen kann. Luca und Allegra harmonieren wundervoll und sind ein absolutes Traumpaar, genauso wie es Romeo und Julia einst waren. Ein paar mehr gemeinsame Augenblicke der beiden und es wäre absolut perfekt.