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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.02.2020

Sticht durch die Liebe zum Detail hervor

Feuerrot
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Nach fünf Jahren hat Nina Blazon endlich wieder einen historischen Jugendroman auf den Markt gebracht, der sich sehen lassen kann. Sie entführt die Leser ins Ravensburg des 15. Jahrhunderts und gleich ...

Nach fünf Jahren hat Nina Blazon endlich wieder einen historischen Jugendroman auf den Markt gebracht, der sich sehen lassen kann. Sie entführt die Leser ins Ravensburg des 15. Jahrhunderts und gleich auf den ersten Seiten ist zu merken, wie viel Liebe zum Detail in jedem einzelnen geschriebenen Wort steckt. Für dieses Buch musste die Autorin ungemein viel Zeit an Recherche aufbringen, um historisch korrekt zu bleiben. Blazon hat sich an einer echten Kaufmannsfamilie orientiert, die zu der Zeit in Ravensburg lebte und auch den Dominikanermönch gab es wirklich. Es ist faszinierend, wie authentisch sie schreibt, um die Leser in die tiefen Welten vergangener Zeiten zu entführen.

Zum Inhalt des Buches kann man nicht mehr sagen, um nicht zu viel zu verraten. Allerdings bleibt das Buch bis zum Ende hin spannend und man fiebert mit den einzelnen Charakteren mit. Zwar dauert es ein kleines bisschen, bis man sich vollends auf die Handlung einlassen kann, da zu Beginn viele Charaktere eingeführt werden und das Umfeld genauestens beschrieben wird, doch sobald die eigentlichen Geschehnisse beginnen, fällt es unsagbar schwer, den Roman noch aus der Hand zu legen. Da die Hexenverfolgung hier im Zentrum der Handlung liegt, muss man sich von vornerein im Klaren darüber sein, dass grausame Beschreibungen nicht ausbleiben. Kaum kommt der Mönch in die Stadt und verkündet, dass sich Hexen unter den friedlichen Bewohnern befinden, verlieren die Einwohner jegliche Menschlichkeit. Obwohl das Volk der Unterstadt Ravensburgs sonst ein liebevolles Miteinander genossen hat, ändert sich das schlagartig und alle fallen übereinander her wie wildgewordene Tiere, nur um einen Verantwortlichen für die Stürme zu finden. Die Handlung nimmt mit der Ankunft Heinrichs eine schockierende Wendung, die einen als Leser mitfiebern lässt.

Durch die Länge des Buches ist es möglich, den Charakteren viel Entwicklungsspielraum zu lassen. Im Vordergrund stehen hierbei die Dienstmagd Madda, der Kaufmannssohn Beno, der Schmiedlehrling Martin und die schöne Elisabeth. Jeder einzelne dieser Charaktere durchläuft eine glaubwürdige Entwicklung während des Romans, sodass es nicht schwer fällt, die Figuren ins Herz zu schließen. Sie tragen die Handlung und schaffen es, einen Lichtblick in die düstere Atmosphäre zu Zeiten der Inquisition zu bringen. Alle vier sind absolut vielschichtig und facettenreich und nehmen kein Blatt vor den Mund, was sie greifbar und realistisch macht. Auch die Nebencharaktere wissen durchaus zu überzeugen und runden den Roman hervorragend ab.

Nina Blazon schafft es trotz der harten Zeiten, in denen "Feuerrot" spielt, einen Hoffnungsschimmer aufrecht zu erhalten. Es entstehen tiefe Freundschaften und innige Verbundenheit zwischen den Charakteren. Sie stehen zueinander und richten einander in schwierigen Zeiten wieder auf. Auch wird aus Freundschaft oftmals Liebe und auch wenn sie nicht im Fokus liegt, so ist sie dennoch wundervoll. Dieses Zusammenspiel lässt beim Lesen immer die Hoffnung offen, am Ende könne sich alles zum Guten wenden.

Dass die Zeit beim Lesen wie im Flug vergeht, ist dem ausgezeichneten Schreibstil der Autorin zu danken. Wie schon in jedem anderen ihrer Werke weiß sie es auch hier Spannung zu erzeugen, was dazu führt, dass Stunden zu Minuten werden und das Ende viel zu schnell kommt. Ich persönlich könnte den Rest meines Lebens nur noch Bücher von Nina Blazon lesen und wüsste, dass niemals Langeweile aukäme.

Fazit

Mit "Feuerrot" ist es Nina Blazon gelungen, einen fantastischen historischen Roman zu erschaffen, der durch die Liebe zum Detail absolut hervorsticht. Die Autorin weiß, wie sie Leser in ihren Bann ziehen und bis zur letzten Seite fesseln kann. Der angenehm flüssige Schreibstil lässt das Buch viel zu schnell vergehen und es fällt schwer, nach der letzten Seite das Buch zu schließen und seine liebgewonnen Charaktere hinter sich lassen zu müssen. Ein etwas schnellerer Einstieg in den zentralen Handlungskonflikt wäre wünschenswert gewesen, nichtsdestotrotz verspricht das Buch ein einzigartiges Leseerlebnis.

Veröffentlicht am 09.02.2020

Fantasievoller und abenteuerlicher Kinderroman

Silfur - Die Nacht der silbernen Augen
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Nina Blazon ist wirklich ein Ausnahmetalent. Es ist vollkommen egal, welche Thematik ihre Bücher behandeln, sie können immer auf ganzer Linie überzeugen. Auch wenn "Silfur – Die Nacht der silbernen Augen" ...

Nina Blazon ist wirklich ein Ausnahmetalent. Es ist vollkommen egal, welche Thematik ihre Bücher behandeln, sie können immer auf ganzer Linie überzeugen. Auch wenn "Silfur – Die Nacht der silbernen Augen" ein Kinderbuch ist, in dem die Protagonisten zehn und zwölf Jahre alt sind, haben auch die erwachsenen Leser einige spannende Lesestunden. Erneut wird schnell klar, wie viel Recherchearbeit in diesem Werk steckt. Blazon gelingt es den Inselstaat bis ins kleinste Detail so zu zeichnen, dass man sich fühlt, als würde man das Abenteuer der Freunde hautnah miterleben und wäre ein Teil von diesem. Man bekommt während des Lesens Fernweh nach einem Land, das man nie zuvor bereist hat und damit kann die Autorin durchaus punkten. Ihre Beschreibungen von Island sind so detailliert und realistisch, dass zu keiner Zeit das Gefühl aufkommt, dass die Geschichte nicht wahr ist.

Auch wenn der Protagonist Fabio sehr jung ist, ist er einem sehr schnell sympathisch. Er ist abenteuerlustig und steckt voller Humor, sodass man schon im ersten Kapitel das ein oder andere Mal schmunzeln muss. Das zieht sich durch die komplette Handlung, wodurch die Spannung durch leichten Humor aufgelockert wird und eine fabelhafte Balance geschaffen wird. Schnell wird klar, dass es sich bei Fabio um einen ganz außergewöhnlichen Jungen handelt. Auch wenn die Bewohner Islands der Meinung sind, dass es sich bei Elfen bloß um Legenden handelt, so ist es ihm möglich diese mystischen Kreaturen zu sehen. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um die klassischen kleinen Elfen, wie man sie aus Sagen und Legenden kennt, sondern sie wohnen in Mitten der Menschen, bewegen und kleiden sich wie diese.

Ist die Handlung zu Beginn noch sehr mysteriös und geheimnisvoll, so gibt es bald schon unerwartete Wendungen, die man so niemals hätte erahnen können. Die aufgeworfenen Fragen werden beantwortet und Geheimnisse werden offenbart. Auch das wilde Mädchen Elín hat so einige Offenbarungen zu bieten. Doch obwohl die Handlung eher auf Kinder zugeschnitten ist und die Protagonisten sich alle ihrem Alter entsprechend verhalten, kann der Leser, egal in welchem Alter, voll und ganz in die Geschehnisse abtauchen. Ich habe mitgefiebert von Anfang bis Ende und habe einige Charaktere mit Skepsis betrachtet. Man kann kaum erahnen, wem man über den Weg trauen sollte und wem besser nicht. Dieses Mitraten die gesamte Zeit über hat die Geschichte durchweg spannend gemacht, sodass es schwer fällt das Buch auch nur für einen kurzen Moment aus der Hand zu legen.

Blazon beschäftigt sich in "Silfur" nicht nur mit zahlreichen Legenden und Sagen des isländischen Glaubens, sondern behandelt ebenso ernsthafte Thematiken, wie den Zusammenhalt einer Familie, das Vertrauen zu anderen Menschen und vor allem die Freundschaft. Denn die Freundschaft zu Elín hat Tom und Fabio stärker werden lassen, als sie es jemals vermutet hätten. Gemeinsam gehen die Freunde durch dick und dünn und wachsen einem ausgesprochen schnell ans Herz. Es fällt nach der letzten Seite schwer von ihnen Abschied nehmen zu müssen, doch vergessen wird man sie mit Sicherheit so schnell nicht.

Fazit

Mit "Silfur – Die Nacht der silbernen Augen" hat Nina Blazon einen fantasievollen und abenteuerlichen Roman für Kinder erschaffen, der jedoch ebenso Erwachsene begeistern und in seinen Bann ziehen kann. Von Anfang bis Ende wird spannende Unterhaltung mit sympathischen Protagonisten geboten.

Veröffentlicht am 09.02.2020

Unterhaltsamer Roman für Zwischendurch

Eine für vier
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Wenn man sich die Inhaltsangabe so durchliest, könnte man meinen, dass es sich bei "Eine für vier" um ein Buch für Kinder handelt. Dies dachte ich zunächst auch, doch die überwiegend positiven Kritiken ...

Wenn man sich die Inhaltsangabe so durchliest, könnte man meinen, dass es sich bei "Eine für vier" um ein Buch für Kinder handelt. Dies dachte ich zunächst auch, doch die überwiegend positiven Kritiken haben mich doch überzeugt, dieses Buch endlich zu lesen – und bereuen tu ich es auf gar keinen Fall.

Ann Brachares behandelt in ihrer Jugendbuchreihe um die magische Jeans (bisher sind vier Teile erschienen) tiefgründige Themen, die durchaus zum Nachdenken bewegen. Es geht um eine Freundschaft, für die alle vier über Leichen gehen würden, um Trauer, Tod, Verlust und die Familie. All dies wird verpackt in einer abenteuerlichen, lustigen Reise, sodass man niemals gezwungen ist, das Buch auch nur für einen Augenblick aus der Hand zu legen.

Die Mädchen könnten verschiedener nicht sein und doch können sie nicht ohne einander. Lena ist eine wunderschöne Künstlerin, die zurückhaltend und in sich gekehrt ist, im Gegensatz zu ihrer quirligen kleinen Schwester. Als Lena in Griechenland ankommt, versucht ihre Großmutter sie sofort mit dem Sohn des Nachbarn, Kostas, zu verkuppeln, was Lena absolut gegen den Strich geht. Sie ist nicht interessiert und egal, wie nett Kostas auch sein mag, sie macht dicht. Sie will sich ihre Gefühle nicht eingestehen und so versteckt sie sich lieber vor der Welt, was nicht so leicht ist, wenn man so schön ist wie sie.

Bridget dagegen verzaubert die Jungs gerne mit ihren langen blonden Haaren. Sie ist sehr aufdringlich und versucht alles, um das zu kriegen, was sie gerne hätte. So macht sie auch kein Halt davor, sich ihrem Trainer an den Hals zu werfen, der von ihrer Lebenslust und ihrem Elan absolut überfordert zu sein scheint. Doch auch wenn man sie darauf hinweist, schert es sie herzlich wenig, denn sie macht was ihr gefällt, ohne auf die Konsequenzen zu achten.

Carmen ist diejenige, die immer einen kühlen Kopf bewahrt – bis sie ihren Vater besuchen möchte. Es stellt sich heraus, dass er sie den Sommer über zu sich eingeladen hat, um sie seiner neue Familie zu präsentieren. Die Nachricht darüber, dass er die neue Frau an seiner Seite heiraten wird, hat er getrost ausgelassen, um Carmen zu sich zu locken. Das erste Mal in ihrem Leben ist die junge Puerto Ricanerin außer sich vor Wut und fühlt sich wie das fünfte Rad am Wagen.

Die vierte im Bunde, Tibby, hat immer einen flotten Spruch auf den Lippen und sagt jedermann ins Gesicht, was sie von ihm hält. Sie verstellt sich nicht, um anderen zu gefallen, und deshalb lieben die anderen drei Mädchen sie so sehr. Den Sommer über verbringt sie auf der Arbeit bei Wallman's, als plötzlich ein kleines Mädchen im Laden ohnmächtig wird und Tibby nicht mehr von der Seite weichen will. Dass gerade diese Begegnung mit der 12-Jährigen ihr Leben für immer verändern soll, weiß Tibby zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Auf geschickte Weise verknüpft Ann Brashares die Geschichten der Freundinnen, indem sie meist kapitelweise über ihre Geschehnisse schreibt, oder durch die Briefe eine Überleitung bildet. So ist man als Leser nicht ein einziges Mal verwirrt und behält die gesamte Zeit über den absoluten Durchblick. Zudem ist der Schreibstil relativ einfach gehalten, da er den 15-jährigen Mädchen angepasst und somit nicht komplex ist. Die von ihr aufgegriffenen Themen sind sehr gut gewählt und beinhalten typische Probleme, mit denen viele junge Leute oft konfrontiert werden. Brashares stellt sich diesen und liefert Antworten auf die Fragen, die aufkommen mögen. Durch die Freundschaft von Lena, Bridget, Carmen und Tibby wirkt dies noch viel authentischer und realer und man fühlt mit jedes einzelne der Mädchen in jeder Lebenslage mit.

Fazit

Mit "Eine für vier" hat Ann Brashares einen authentischen und dennoch lustigen Roman geschaffen, der zum Nachdenken anregt. Mal sehen, was der zweite Teil bereithält!

Veröffentlicht am 09.02.2020

Märchenhafter Auftakt, der den Leser mitten ins Herz trifft

Selection
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Auf dieses Buch bin ich vor einiger Zeit eher zufällig aufmerksam geworden. Das Cover zeigt eine wunderschöne junge Frau in einem traumhaften Ballkleid. Die Farben haben so gut zueinander gepasst und haben ...

Auf dieses Buch bin ich vor einiger Zeit eher zufällig aufmerksam geworden. Das Cover zeigt eine wunderschöne junge Frau in einem traumhaften Ballkleid. Die Farben haben so gut zueinander gepasst und haben etwas märchenhaftes, sodass es einem einfach ins Auge springen muss. Als ich anschließend den Klappentext gelesen habe war es um mich geschehen und ich habe "Selection" binnen weniger Stunden verschlungen.

Kiera Cass hat mit dem Auftakt ihrer "Selection"-Trilogie voll ins Schwarze getroffen und weiß den Leser von Anfang an zu überzeugen. Auch wenn die Geschichte etwas an die Sendung "Der Bachelor" erinnert, ist es doch eigentlich etwas völlig anderes. Wir befinden uns im Amerika der Zukunft, wo die Menschen in sogenannte Kasten eingeteilt werden, welche ihr Schicksal bestimmen. Auch das Mädchen America gehört zu einer ärmeren Familie und kennt die Schattenseiten dieser Welt nur allzu gut. Doch macht ihr dies nichts aus, solange sie ihre Familie und ihren Freund Aspen an ihrer Seite hat. Für sie spielt das große Geld keine Rolle, denn Freundschaft und Liebe sind in ihren Augen viel mehr wert als alles Geld der Welt. Durch diese Eigenschaft fällt es dem Leser sehr leicht mit America zu sympathisieren und man schließt das Mädchen sehr schnell ins Herz.

Aspen allerdings plagt ein schlechtes Gewissen, denn er gehört der sechsten Kaste an und ist somit ein Niemand in den Augen der Gesellschaft. Er möchte nicht, dass America dasselbe Schicksal erleiden muss wie er. Er zwingt sie an der Selection teilzunehmen, um ihr somit die Chance zu geben, eine Prinzessin zu werden und sich nie mehr Sorgen um die Zukunft machen zu müssen. Da America nicht damit rechnet, ausgelost zu werden, tut sie Aspen aus Liebe den Gefallen und meldet sich an. Der Traum mit ihrem Freund eine Familie zu gründen platzt in dem Moment, in welchem sie auserwählt wird, um das Herz des jungen Prinzen gegen 34 anderen Mädchen zu kämpfen. Für sie ist es das schrecklichste auf der Welt ihre Familie und Aspen hinter sich lassen zu müssen und im Hause eines arroganten Prinzen zu leben. Doch ihre Meinung ändert sich als sie Prinz Maxon kennenlernt.

Als Leser kann man sich schon zu Anfang ein Bild von Prinz Maxon machen, denn America schildert seine Auftritte im Fernsehen und die Arroganz, die er stets bei Interviews ausstrahlt. Als sie ihn jedoch näher kennenlernt, schließt nicht nur sie ihn ins Herz, sondern auch ich habe mich von Wort zu Wort immer mehr in den charmanten, gutaussehenden Prinzen verliebt. Beschrieben wird er als liebenswürdiger Mensch, der zwar Frauen gegenüber sehr unbeholfen ist, doch auf eine süße Art und Weise. Er ist wortgewandt und wenn er sich zu jemandem hingezogen fühlt, dann teilt er gerne seine tiefsten Gedanken und Gefühle mit dieser Person – und für ihn ist dieser Jemand America Singer. Man spürt in seinen Worten, wie sehr er sich zu ihr hingezogen fühlt und dass er gerne in ihrer Nähe ist. Hatte man bei America hingegen zunächst das Gefühl, dass es für sie die Höchststrafe ist, Zeit mit Maxon zu verbringen, ändert sich ihre Meinung zunehmend und sie spürt eine Verbindung zu ihm. Sie beginnt die gemeinsamen Stunden zu genießen und freut sich stets auf ein Wiedersehen mit ihrem Prinzen.

Von der ersten bis zur letzten Seite habe ich mitgefiebert und habe die Geschichte mit sehr großer Freude verfolgt. Einige Mädchen habe ich schnell liebgewonnen und wieder einige hätte man sich meiner Meinung nach sparen können – doch jede einzelne von ihnen macht letzlich einen wichtigen Teil der Handlung aus und jede von ihnen macht eine grandiose Entwicklung durch. Sie werden reifer und lernen zu schätzen, was sie haben. Sie treiben die Storyline voran und geben dem Ganzen einen gewissen Kick.

"Selection" ist weitaus mehr, als eine seichte Liebesgeschichte. Als Leser merkt man zunehmend, dass viele Mädchen Geheimnisse verbergen und Intrigen gesponnen haben. Ereignisse folgen Schlag auf Schlag und es gibt kaum einen Moment, in dem man das Buch zur Seite legen möchte. Man kann es kaum erwarten, die Fortsetzung zu lesen, denn nach diesem Cliffhanger möchte man schleunigst wissen, wie es weitergeht. Kann es ein Happyend für America und Maxon geben, wo ihr Herz doch seit Ewigkeiten Aspen gehört? Ist sie im Stande, ihr altes Leben über Bord zu werfen und gemeinsam mit dem Prinzen Kriegsstrategien zu entwerfen und ein Land zu regieren? Will America überhaupt Königin von Illeá werden? Um diese Fragen beantwortet zu bekommen, muss man zu dieser einmaligen Trilogie greifen und sich verzaubern lassen.

Fazit

Liebenswert, witzig, charmant, aufregend, märchenhaft – Fünf Worte, die genügen, um ein komplettes Buch zu beschreiben. "Selection" entführt die Leser in eine Zukunftsvision der etwas anderen Art. Lesen, lesen, lesen, lesen!

Veröffentlicht am 09.02.2020

Gelungener Auftakt, der Lust auf mehr macht!

House of Night - Gezeichnet
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Mit "Gezeichnet" liefert das Mutter-Tochter-Autorenduo P.C. und Kristin Cast einen tollen und viel versprechenden Auftakt zu der neuen Fantasy-Reihe "House of Night" ab. Wahrlich gekonnt führen sie den ...

Mit "Gezeichnet" liefert das Mutter-Tochter-Autorenduo P.C. und Kristin Cast einen tollen und viel versprechenden Auftakt zu der neuen Fantasy-Reihe "House of Night" ab. Wahrlich gekonnt führen sie den Leser in die abenteuerliche Welt der Vampyre ein. Mit viel Liebe zum Detail lassen sie eine abenteuerliche Welt entstehen, in der es nicht nur viel zu entdecken und zu lernen gibt, sondern in der auch tolle Figuren ihren Platz haben.

Anfangs war es für mich ein bisschen schwierig, mich in das Buch hinein zu finden, denn Vampyre sind im Buch ein mehr oder weniger akzeptierten Teil der Welt, aber nach und nach hab ich mich daran gewöhnt. Da Zoey neu ins House of Night kommt, wird auch der Leser nach und nach in diese Vampirwelt entführt und kann sich mehr und mehr mit dieser anfreunden.

Die Geschichte ist sehr spannend, denn die Handlung ist dicht gestrickt. Zoey selbst ist dem Leser sympathisch, denn sie hat, obwohl sie sehr besonders ist, auch ihre Macken und Fehler, handelt aber nach ihren moralischen Grundsätzen und lässt sich, mit Unterstützung ihrer Freunde, nicht unterkriegen. Außerdem bleiben viele Rätsel und Geheimnisse offen, was Raum für die folgenden Bücher lässt. Es ist erfrischend, dass endlich mal eine starke weibliche Hauptfigur das Sagen hat, ohne dabei die Männer als simple Abziehbilder und langweilige Idioten abzustempeln. Ähnlich wie bei "Buffy" legen die Autorinnen Wert darauf, dass eine 16-Jährige ihren eigenen Lebensweg findet. Zwar stehen ihr nach und nach neue Freunde zur Seite, doch die schwierigen Entscheidungen trifft sie letztlich alleine. Es wird mehrmals herausgestellt, dass es wichtig ist, eigene Wege zu gehen, sich gegen eine vermeintlich "coole" Clique durchzusetzen, auf die eigenen Instinkte zu vertrauen und dass eben auch Teenager erkennen können, wenn die Eltern Fehler machen oder einen falschen Lebensentwurf anhängen. In diesem Fall die Mutter der Hauptfigur.

Doch nicht nur der Charakter Zoey kann überzeugen, sondern auch die gesamten Nebencharaktere, die hoffentlich in den folgenden Bänden mehr Beachtung bekommen. Vor allem Damian stach heraus und bei ihm bleibt besonders viel Spielraum für eine persönliche Entwicklung, da die Idee um ihn einfach hervorragend ist.

Wie in jedem Jugendbuch kommen die typischen Teenie-Probleme auch hier nicht zu kurz. So liegt eine gekonnte Mischung aus Freundschaft, Intrigen und Liebe vor, wobei man der Liebesgeschichte wohl eher noch etwas skeptisch gegenüber stehen sollte. Das ändert sich aber sicherlich im Laufe der Bände.

Die verwendete Umgangs- bzw. Jugendsprache nimmt der Thematik etwas den Zauber und das Mystische. Der Humor ist zwar sehr vorhersehbar, bringt den Leser jedoch an einigen Stellen trotzdem zum Schmunzeln. Nervig ist allerdings der Verweis auf derzeitige amerikanische Prominente (wie Paris Hilton), was das Ganze nicht nur weniger mystisch, sondern auch überhaupt nicht zeitlos werden lässt. An dieser Stelle wäre wohl etwas weniger Authentizität besser gewesen.

Fazit

Trotz der Marktüberflutung mit Vampirbüchern ist "Gezeichnet" etwas Neues. Zwar ist es am Anfang ein etwas holperiger Weg, in die Geschichte einzufinden, doch als (junger) Leser wird man bei dieser Reihe allemal auf seine Kosten kommen.