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Veröffentlicht am 02.07.2020

Die Essenz einer epischen Geschichte

Töchter der Freiheit
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Dieses Buch ist mir sofort ins Auge gesprungen und nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, landete es direkt auf meiner Wunschliste.

Doch Achtung, obwohl der erste Satz aus dem Klappentext danach klingt, ...

Dieses Buch ist mir sofort ins Auge gesprungen und nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, landete es direkt auf meiner Wunschliste.

Doch Achtung, obwohl der erste Satz aus dem Klappentext danach klingt, ("Die größten Liebesgeschichten werden mit Blut geschrieben!") ist es definitiv keine Lovestory. Diese Thema spielt eine sehr untergeordnete Rolle. Es konzentriert sich viel mehr auf wichtige und dauerhaft brisante Themen, wie die Meinungsfreiheit und der Umgang mit der Angst sich nicht zu fügen.

Doch wie zeigt sich Mut? Welches Risiko ist zu groß? Welche Konsequenzen sind zu erwarten?

All dem begegnen die Protagonisten dieser Geschichte und müssen sich entscheiden wie weit sie für ihre Freiheit gehen.

Der Einstieg in diese Erzählung hat mich sofort gepackt man lernt die verschobenen Machtverhältnisse kennen und wie dominant und gnadenlos die Königin regiert. Hier ist kein Platz für Widerspruch, nicht konforme Schriften oder gar Rebellen.

Doch genau diese finden sich - sie stammen aus verschiedenen gesellschaftlichen Positionen, Frauen wie Männer und unterschiedlichen Alters. Es hat mich beim Lesen immer wieder erstaunt, wie viele Bereiche zu dieser Thematik abgedeckt werden, unter anderem wird Religion und Glaube aufgegriffen. Jedoch ist dies alles auf eine größere Anzahl von Charakteren verteilt. Hier wurde es stellenweise etwas viel und forderte eine erhöhte Aufmerksamkeit beim Lesen. Im Zentrum stehen Elodea, eine Studentin, Avian, ein Mann der Kirche und dessen Schwester, Lionel, der Bruder der Königin, der fahnenflüchtlinge Elliott, Gräfin Isobel und viele weitere. Trotz der hohen Anzahl an Charakteren bekommt jeder einzelne eine gewisse Aufmerksamkeit und durch die deutlich unterschiedlichen, wenn auch etwas komplizierten, Namen lassen sich diese gut zuordnen und merken. Jedoch wird etwas Spannung genommen, da man immer neuen Personen begegnet. Das Vermitteln der unterschiedlichen Ansichten und Verhältnisse formt eine gelungene Stimmung und meistens, doch nicht immer, spürbare Emotionen. Die vielen Beweggründe, Meinungen und Ansichten geben immer wieder Denkanstöße.

Zwischen den bedrückenden und angespannten Szenen finden sich kostbare Momente der Leichtigkeit, Zeit für ein paar wenige Scherze, etwas Freundschaft und vielleicht ein kleines bisschen Romantik.

Das Setting lässt sich mit einer Zeit irgendwo zwischen Mittelalter und vor der Industrialisierung vergleichen, durchzogen mit Magie.

Insgesamt werden sehr viele Themen angesprochen, dies geht auf Kosten der Tiefe. Etwas weniger Breite hätte mir für ein Jugendbuch völlig ausgereicht. Um die, mit so viel Einfallsreichtum und Liebe gestalteten, Charaktere völlig auszuschöpfen und die Emotionen weiter zu vertiefen dürfte es, meiner Meinung nach, verzwickter sein, durchzogen mit Verrat und Misstrauen - dann über zwei oder mehrere Bände verteilt. Selten habe ich eine Geschichte gelesen die noch so viel mehr hergegeben hätte, obwohl sie bereits gut ist. Im Nachhinein wirkt es auf mich wie die Essenz einer epischen Geschichte.

Der Schreibstil ist anspruchsvoll, doch sehr passend zu dieser Erzählung.

Das Debüt von Theresa Jeßberger hat mir trotz meiner Kritikpunkte gefallen. Ich fand die Geschichte interessant und werde definitiv weitere Titel der Autorin lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.06.2020

Ein typischer Zwischenband. Die Geschichte hat etwas an Zauber verloren.

Das Buch der gelöschten Wörter - Zwischen den Seiten
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Der erste Teil der Trilogie endete mit einem Cliffhanger und vielen offenen Fragen. Daher musste ich umgehend wissen, wie die Geschichte weiter geht.
Obwohl der Abstand zwischen den Veröffentlichungsterminen ...

Der erste Teil der Trilogie endete mit einem Cliffhanger und vielen offenen Fragen. Daher musste ich umgehend wissen, wie die Geschichte weiter geht.
Obwohl der Abstand zwischen den Veröffentlichungsterminen von Band eins und zwei angenehm klein ist, werden die wichtigsten Informationen im ersten Teil der Fortsetzung sehr gut aufgefrischt und die Geschichte schließt nahtlos an dem vorherigen Band an.
Hope hat mir zu Beginn nicht mehr so gut gefallen. Viele ihrer Überlegungen waren von Unsicherheit geprägt und wie sie sich in die neue Welt integriert. Es passt zwar zu ihrem Hintergrund erstmalig Anschluss und Freunde gefunden zu haben, doch diese Sorgen und Selbstzweifel überschatten die interessante Persönlichkeit, die ich in Erinnerung habe. Später gewinnt sie wieder dazu und erfährt von der Buchwelt beinahe schon zu viel Wertschätzung. Hier hätte man durchaus das Potential zu dem ein oder anderen Konflikt nutzen können. Der Spannungsverlauf steigt langsam, ab der Mitte ca. wächst dieser an. Leider sind mache Entwicklungen für mich etwas unlogisch und diese erklärten sich (bisher) nicht im Verlauf der Handlung. Allerdings machte es Spaß zu hinterfragen und zu rätseln, wie die Verbindung einzelner Charaktere zueinander ist und mehr über die Identität des Verräters zu erfahren. Die Ausflüge in die Buchwelt konnten mich nicht alle gleichermaßen begeistern, aber dies mag unter anderem an den persönlichen Lesevorlieben liegen - schließlich kann nicht jeder Klassiker aufgegriffen werden. Die Buchcharaktere haben meist eine sehr eigene Entwicklung hinter sich und entsprechen nicht alle unbedingt den üblichen Vorstellungen, doch macht diese freie Entfaltung einen gewissen Reiz aus.
Das Thema Loveinterest - von einer Liebesgeschichte kann man bisher nicht sprechen - ist zwar immer wieder präsent, doch eher eine nebensächliche Erscheinung. Hope ist sehr angetan von Kenans äußerlicher Anziehung dagegen steht Rufus mit seiner sehr verschlossener Art. Insgesamt hätte ich von einer 42 jährigen Protagonistin einfach etwas mehr als die schwärmerischen Gedanken einer 16 jährigen erwartet. So sind hier für mich irgendwie kaum Gefühle zu spüren oder nachzuvollziehen. Allgemein fehlt mir bei Hope etwas die Lebenserfahrung, die man mit 42 erreicht hat.
Erst in den letzten Kapiteln werden viele Fragen beantwortet und das Finale hat mir gefallen.
Der Schreibstil ist angenehm und man kann sich zwischen den Seiten verlieren. Eine Prise Humor ist ebenfalls vorhanden.
Alles in allem ist es leider eher ein typischer Zwischenband, der mich nicht mehr ganz so verzaubern konnte wie der erste Teil dieser Reihe. Doch ist die Geschichte weiterhin reizvoll für mich und ich freue mich auf den finalen Band, der bereits Ende August 2020 erscheinen wird.

  • Cover
  • Handlung
  • Fantasie
  • Erzähltstil
  • Figuren
Veröffentlicht am 26.06.2020

Reizvolle Charaktere kämpfen sich durch einen Sumpf aus Geheimnissen

Pretty Dead. Wenn zwei sich lieben, stirbt die Dritte
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Von Stefanie Hasse habe ich bisher nur Bücher aus dem Fantasy Genre gelesen - dort konnte sie mich bereits sehr durch ihren Ideenreichtum begeistern. Daher war ihr neues Buch, ein Jugendthriller, sofort ...

Von Stefanie Hasse habe ich bisher nur Bücher aus dem Fantasy Genre gelesen - dort konnte sie mich bereits sehr durch ihren Ideenreichtum begeistern. Daher war ihr neues Buch, ein Jugendthriller, sofort auf meiner Wunschliste.
Selten habe ich mich so einfach in eine Geschichte eingefunden, wie in diese. Durch die schnellen Perspektivwechsel, oft nach wenigen Seiten, werden verschiedene Situationen unterschiedlich beleuchtet. Dies gelingt der Autorin hervorragend, denn die abwechselnde Wahrnehmung einer Person oder Situation schafft eine tolle Spannung, und lässt einen vieles hinterfragen. Gleichzeitig gelingt es Stefanie Hasse, den Leser trotz der Vielzahl an Informationen im Dunkeln tappen zu lassen.
Man folgt abwechselnd Brooke, Chase, Devin und Jam, wobei es einige weitere Personen gibt, die sich verdächtig machen.
Neben der aktuellen Ermittlung werden Segmente der Vergangenheit aufgedeckt, die sich nach und nach zu einem Bild zusammenfügen, denn zwischen den Freunden ist einiges vorgefallen.
Die Geschichte konnte mich durchgehend fesseln, nicht nur die Suche nach Verdächtigen und den Motiven sondern auch die Vergangenheit, die aktuelle Bedrohung und die romantischen Gefühle - die nicht immer erwidert werden.
Die Charaktere sind toll ausgearbeitet. Hier wird gekonnt mit Sympathie und Antipathie gespielt, Wut und Zuneigung lassen sich durchgehend nachvollziehen. Durch den Perspektivwechsel wird man toll hin und her gerissen. Jeder hat etwas an sich, was den Charakter nicht völlig sympathisch macht und doch hofft man auf dessen Unschuld.
Teile der Lösung waren überraschend für mich, mit anderen Entwicklungen habe ich gerechnet. Dies hat mir keineswegs die Freude am Lesen genommen - denn wirklich sicher war ich mir nicht.
Stefanie Hasses Buch ist ein absoluter Pageturner und konnte mich durch stetige Spannung und interessanten Charakteren begeistern. Zum Glück muss man nicht allzu lange auf ihre nächste Geschichte warten. Das Fantasywerk "Magic Tales - verhext um Mitternacht" erscheint im September 2020 und ist bereits auf meiner Wunschliste.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.06.2020

ein episches Finale

Die Spiegelreisende
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Dem Finale dieser fantastischen Saga habe ich lange entgegengefiebert. Denn diese Reihe ist außergewöhnlich in ihre Art, unvergleichlich und einzigartig. Zwar eine Geschichte, der man mit etwas mehr Konzentration ...

Dem Finale dieser fantastischen Saga habe ich lange entgegengefiebert. Denn diese Reihe ist außergewöhnlich in ihre Art, unvergleichlich und einzigartig. Zwar eine Geschichte, der man mit etwas mehr Konzentration folgen muss, doch die von Christelle Dabos geschaffene Welt kann verzaubern.

Der Einstieg wird durch einen Rückblick auf die bisherigen Ereignisse und einem Glossar der wichtigsten Charaktere enorm erleichtert. Daher findet man sich bereits nach den ersten Seiten wieder mitten im Geschehen rund um Ophelia und Thorn.

Wenn ich rückblickend diese Serie betrachte sind es gerade die Elemente der Gesellschaftskritik, die mich besonders angesprochen haben. Die vielen kleinen Ungerechtigkeiten und Punkte gegen die man zu gerne rebellieren möchte verleihen dem ausgefeilten Worldbuilding eine zusätzliche Tiefe.

Die Charaktere sind mit viel Liebe gestaltet und wunderbar ausgearbeitet. Nicht nur Ophelias Weg vom schüchternen Mädchen zu einer Frau, die die Dinge in die Hand nimmt, sondern auch Thorn, der seine extrem steife Art Stück für Stück für Ophelia überwindet. So freut man dich bereits über das kleinste Zeichen seiner Zuneigung, eine ungewollte Reaktion in seinem berechnenden Auftreten oder eine steife Umarmung. Bereits diese kleinen Gesten brachten mich beim Lesen zum schmunzeln und zeigen, trotz der vergleichbar seltenen Szenen, Thorns Gefühle für Ophelia. Sämtliche Charaktere sind wundervoll ausgearbeitet. An allen ist es die fehlende Perfektion, innerlich wie äußerlich, die diese einzigartig und besonders machen.

Die Handlung ist durchgehend spannend und es ist völlig unmöglich zu erahnen wohin sich die Geschichte bewegt. Begleitet von vielen Fragen und einer dauerhaften Sorge um liebgewonnene Charaktere, war es unmöglich das Buch zu unterbrechen. Ich musste einfach wissen wie es weiter geht und wie sich die Protagonisten immer neuen Problemen stellen, bis hin zu einem gelungenen Finale.

Am Ende hätte ich mir einen Epilog gewünscht, um mich von der Welt richtig verabschieden zu können und vielleicht noch das ein oder andere über die Zukunft der Charaktere zu erfahren, denn obwohl die Geschichte abgeschlossen ist fehlt mir einfach ein klein wenig um es selbst als beendet zu betrachten.

Mit diesem epischen Finale endet eine einzigartige Reise. Ich hoffe jedoch, noch auf viele weitere Bücher von Christelle Dabos und bin gespannt welche fantastischen Welten sie noch erfinden wird.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.06.2020

toll gestaltetes Charakter- und Glaubenskonzept

Wiederkehr der Götter - Der Schatten des Todes
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Ich muss gestehen, diesen Reihenauftakt hatte ich erst gar nicht auf dem Schirm, doch war ich nach den ersten Sätzen bereits extrem neugierig.
Der Einstieg in die Geschichte war richtig toll, denn obwohl ...

Ich muss gestehen, diesen Reihenauftakt hatte ich erst gar nicht auf dem Schirm, doch war ich nach den ersten Sätzen bereits extrem neugierig.
Der Einstieg in die Geschichte war richtig toll, denn obwohl ein Teil zum Verlauf der Handlung im Klappentext verraten wurde, waren es die vielen einzelnen Szenen, die von der ersten Seite an eine spannende Erzählung schaffen.
Man folgt im Wechsel dem Kopfgeldjäger Halvar und Prinzessin Iouna. Halvars Geschichte lockt mit einzelnen Brotkrumen zu seiner Vergangenheit, die sich nach und nach zu einem Bild fügen. Von Iouna hingegen erfährt man bald ihre Beweggründe, hier sorgt ihre gegenwärtige Situation für Spannung. Man schält sich durch die vielen Schichten von Halvar während man mit Iouna von innen heraus wächst. Diese unterschiedliche Art die beiden Charaktere kennen zu lernen betont zusätzlich ihre gegenteilige Art. Das Setting selbst ist eher einfach gehalten, man kann sich die Regionen gut ohne Karte vorstellen. Die eigenständige Tiefe des Werks wird durch die durchdachte und sehr toll ausgearbeitete Glaubensstruktur erreicht. Die Götter und ihre Bedeutung, ihre Anhänger und Riten bilden einen roten Faden in der Geschichte, der immer wieder aufgegriffen wird und weitere Details enthüllt - man wird beim Lesen nicht mit Wissen überschüttet und gleichzeitig nicht ausgeschlossen.
Iouna hat mir sofort gefallen ihr Weg der Selbstbestimmung und doch, in gewisser Weise, einer Bestimmung folgend war sehr gut dargestellt. Ihren Freiheitsdrang konnte ich genauso wie ihre Entscheidungen nachvollziehen. Ebenfalls fand ich die Entwicklung zwischen Iouna und Halvar sehr interessant, zumal es lange nicht deutlich wurde worauf ihre langsam entstehende Freundschaft hinausläuft - eine sehr erfrischende Abwechslung. Dieser langsam wachsende Respekt und der bedachte Umgang miteinander ist etwas ganz Besonderes und sticht aus vielen Romanen heraus. Mit Halvar wurde ich langsamer warm, doch fand ich sein Charakterkonzept ebenfalls gut. Es gab Stellen, da empfand ich fast er kann zu viel, doch werden weder Halvar noch Iouna in der Geschichte geschont.
Der Spannungsaufbau der Gesamthandlung ist eher langsam, doch lebt die Geschichte durch die interessanten Charaktere deren Bezug zueinander und einzelnen spannenderen Episoden, die erst nach und nach zu einem größeren Weg führen. Dieses ungewöhnliche Stilelement lässt den Leser ähnlich im Dunkeln tappen wie die Charaktere. Denn welchen Weg die Götter für die beiden vorgesehen haben, wissen nur diese und geben hin und wieder einen kleinen Schubs, oder einen brutalen Stoß in die gewünschte Richtung.
Gegen Ende steigert sich die Geschichte zu einem überraschenden Finale, dass mich mit ein paar Antworten vielen Fragen und einem Cliffhanger zurückgelassen hat.
Der zweite Teil dieser äußerst interessanten Serie ist für 2021 geplant und ich bin sehr gespannt darauf zu erfahren wie die Geschichte weiter geht, denn dieses Buch macht einfach Lust auf mehr. Ich freue mich darauf mehr von dem Autorenduo P.J. Lehmann zu lesen.

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  • Handlung
  • Charaktere