Profilbild von Andrea1978

Andrea1978

Lesejury-Mitglied
online

Andrea1978 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Andrea1978 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.04.2018

Das Böse in Deinen Augen

Das Böse in deinen Augen
1 0

Imogen Reid zieht mit ihrem Mann Dan in den Ort ihrer Kindheit Gaunt zurück. Aus finanziellen Gründen leben sie dort im Haus Ihrer Kindheit. Ihre Erinnerungen an diese Zeit sind, aufgrund der Beziehung ...

Imogen Reid zieht mit ihrem Mann Dan in den Ort ihrer Kindheit Gaunt zurück. Aus finanziellen Gründen leben sie dort im Haus Ihrer Kindheit. Ihre Erinnerungen an diese Zeit sind, aufgrund der Beziehung zu ihrer Mutter, durchwegs negativ. Glücklicherweise lebt in Gaunt jedoch ihre Freundin Freundin Pammy. Imogen bekommt Arbeit bei place2be als Kinderpsychologin. Immer wieder zum Thema wird Dans starker Kinderwunsch. Dieses Thema ist sehr zentral und präsent. Imogen ist gefühlsmässig jedoch immer noch beim letzten Fall. Dieser nahm einen sehr tragischen und traurigen Ausgang. Seitdem hat sie sich dem Kinderwunsch-Thema eher verschlossen.

Die 11 jährige Ellie hat ihre Eltern und ihren Bruder bei einem Hausbrand verloren und lebt seitdem in Pflegefamilien. Nun lebt sie bei den Jeffersons, dort hat sie sich arrangiert. Sie geniesst den guten Draht zu ihrer älteren Pflegeschwester Marie. Jedoch nehmen die Probleme in der Schule zu, denn die Gerüchte um Ellie und ihre übernatürlichen Kräfte scheinen keine Ende nehmen zu wollen.

Gleich auf der Fahrt nach Gaunt findet bereits das erste Zusammentreffen zwischen Imogen und Ellie und ihrer Familie statt. Als Imogen dann ihren neuen Job antritt, bekommt sie die Akte der 11 jährigen Ellie auf den Tisch. Die Dorfbewohner und insbesondere auch ihre Lehrerin denken, dass Ellie übernatürliche Kräfte besitzt und diese für schreckliche Taten einsetzt.

Imogen freut sich auf ihre Arbeit mit Ellie, da sie ihr helfen möchte. Imogen baut, teilweise eher unprofessionell, eine Bindung zu Ellie auf. In Imogen’s Augen ist Ellie ein normales, jedoch sehr traumatisiertes Mädchen. Verwirrend und beschämend für Imogen ist, dass weder Ellies Pflegemutter noch ihre Lehrerin Hannah wirklich hinter ihr stehen. Als Hannah dann einen Unfall hat, gerät Ellie erneut ins Visier und die Gerüchteküche brodelt. Grund dafür ist, dass Ellie kurz vor dem Unfall eine Auseinandersetzung mit ihrer Lehrerin hatte. Weitere schreckliche Dinge passieren und immer wieder rückt Ellie ins Zentrum, da sie in jeder Geschichte ihre Rolle hatte.

Imogens enges Verhältnis zu Ellie führt dazu, dass ihr der Fall enzogen wird, was Ellie sehr traurig und wütend macht. Diese Wut bekommt Imogen zu spüren. Gerne hätte Ellie Imogen als ihre Pflegemutter gehabt.
Mary ist immer sehr lieb und besorgt um Ellie, teilweise jedoch fast ein bisschen kontrolliert und als Leser hinterfragt man sich des Öfteren, welche Rolle sie genau spielt.


Persönliche Meinung und Weiterempfehlung:
Das Buch liest sich, aufgrund des einfachen Schreibstils, zügig.
Ich bin jedoch vom Buch enttäuscht. Es hat sich zwar gegen Ende einiges aufgeklärt, aber trotzdem bleiben viele Fragen bis zum Schluss offen und ungeklärt.
Grundsätzlich gefällt mir auch das Ende nicht. Ich mag es zwar sehr am Ende eines Buches mit der „Täter-Antwort“ überrascht zu werden. Aber in diesem Fall kann ich mich mit diesem Ausgang überhaupt nicht anfreunden, da das Ende so in meinen Augen nicht passt. Ebenfalls war mir das Buch oft auch zu langatmig und der Spannungsaufbau hat in meinen Augen gelegentlich gefehlt. Ich kann das Buch nicht weiter empfehlen. Somit mein erstes Buch dieser Autorin und gleichzeitig auch ihr letztes.

Veröffentlicht am 29.06.2018

Enttäuschend...

Die Toten von Paris
0 0

Inhalt:

Paris 1944: Jean Ricolet ist ein junger Inspektor, welcher aus dem Süden Frankreichs, nach der Befreiung der Nazis, nach Paris versetzt wurde. In Paris soll er den Mord an einem Nazi untersuchen. ...

Inhalt:

Paris 1944: Jean Ricolet ist ein junger Inspektor, welcher aus dem Süden Frankreichs, nach der Befreiung der Nazis, nach Paris versetzt wurde. In Paris soll er den Mord an einem Nazi untersuchen. Dieser wird in Verbindung mit Raubkunst gebracht. Im Verlaufe seiner Ermittlungen lernt Ricolet die Kunststudentin Pauline kennen. Pauline arbeitete einerseits für die Nazis und war andererseits heimlich Spionin für die Résistance. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach der Wahrheit. Schnell erhärtet sich ihr Verdacht, dass von der Verteilung der Raubkunst nicht nur die deutschen Besatzer profitierten. Persönliche Gründe ziehen Pauline immer mehr in ein Lügenkonstrukt.


Meine Meinung:

Der Klappentext klingt spannend, packend und interessant. Das Cover hat mir ebenfalls gefallen. Der geschichtliche Hintergrund hat mich sofort gereizt und das Genre Krimi hat meine Freude auf das Buch komplettiert.

Hauptprotagonisten: Inspektor Ricolet, kommt vom Lande und wird teilweise als sehr naiv und dann doch wieder draufgängerisch und sympathisch beschrieben. Plötzlich wirkt er dann wieder arrogant und überheblich, so macht er sich doch gleich selbst zum Chef und kommandiert seine Kollegen herum. Pauline ist sehr verlogen und wirkt oft sehr unsicher und dann doch wieder sehr mutig. Teilweise ist sie mir zu emotionslos und schnöde. Ich bin mit ihr nie richtig warm geworden, vermutlich lag dies daran, dass mir einfach zu viel gelogen wurde. Das war unnötig und hat den Verlauf der Geschichte nicht spannender gemacht. Sobald eine gewisse Spannung aufflackerte, hat man diese mit einer Erklärung, die so unwahrscheinlich war, erstickt.

Der Sprachstil war für mich zu spröde, unbeholfen und sperrig. Mit diesem Schreibstil kann vermutlich auch kein Spannungsaufbau produziert werden.

Ich habe mich auf einen Krimi mit historischem Hintergrund gefreut. Aber leider ist weder das eine noch das andere eingetroffen. Historisch habe ich zwar teilweise etwas von der schlimmen Nachkriegszeit gespürt, aber die Spannung hat im Grossen und Ganzen einfach gefehlt. Das Buch ist ganz bestimmt kein Krimi. Die Idee der Geschichte hat mir gefallen und man hätte daraus bestimmt ein sehr tolles Buch schreiben können. In meinen Augen, ist der Autorin das leider nicht gelungen. Ich kann das Buch somit nicht weiter empfehlen.

Veröffentlicht am 25.06.2018

Wunderbar...

Kluftinger
0 0

Kommissar Kluftinger ist sehr glücklich. Er lebt zur Zeit ein ruhiges und beschauliches Leben und erfreut sich täglich an seiner neuen Grossvater-Rolle. Doch dann, eines Tages bei einem Besuch des Friedhofs ...

Kommissar Kluftinger ist sehr glücklich. Er lebt zur Zeit ein ruhiges und beschauliches Leben und erfreut sich täglich an seiner neuen Grossvater-Rolle. Doch dann, eines Tages bei einem Besuch des Friedhofs an Allerheiligen erlebet Kluftinger eine böse Überraschung. Ein frisch ausgegrabenes Grab ist mit einem Holzkreuz versehen, auf dem sein Name steht. Ist im jemand so böse gesinnt, dass er ihn am liebsten Tod sehen würde? Er ist zwar irritiert, möchte sich aber mit dem Thema nicht weiter auseinander setzen. Kurze Zeit später wird er aber mit einer ähnlichen Situation konfrontiert. Nun beginnt Kluftinger in seiner Vergangenheit zu forschen, um in den eindeutigen Hinweisen den Ursprung zu finden.

Kluftinger ist mit dem zehnten Band der Reihe um den sympathischen und liebenswürdigen Ermittler bereits ein Jubiläumsband. Für mich stellte er aber den Start in die Serie dar. Der für mich unbekannte Hauptprotagonist wird hervorragend dargestellt und man hat als Leser sofort ein Bild von ihm. Er ist menschlich, natürlich und sehr liebenswürdig. Das erfolgreiche Autoren-Duo Klüpfel und Kobr erzählt die Geschichte in einem spannenden, flüssigen und doch auch teilweise lustigen Schreibstil. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, so fasziniert war ich von der Geschichte, dem Kommissar und dem spannenden Schreibstil. Es hat einfach nur Spass gemacht. Der Unterhaltungswert ist sehr hoch und die Spannung allgegenwertig und es macht grosse Freude zu lesen. Das hervorragende Finale rundet den Krimi für mich nachvollziehbar ab und ich werde die neun Vorgängerbände bestimmt noch lesen.

Der grosse Erfolg der Serie ist für mich absolut nachvollziehbar und ich kann das Buch auch als Einstiegsbuch in die Serie sehr empfehlen. Ich freue mich jetzt schon auf die Vorgänger und alle Bücher, die noch kommen werden.

Veröffentlicht am 08.02.2018

eiskalte Spannung

Eisige Flut
0 0

Beim Buch „Eisige Flut“ von Nina Ohlandt handelt es sich um den fünften Nordsee-Krimi mit Hauptkommissar John Benthien.

John Benthien und sein Team werden zu einem abgelegenen Haus gerufen, vor dessen ...

Beim Buch „Eisige Flut“ von Nina Ohlandt handelt es sich um den fünften Nordsee-Krimi mit Hauptkommissar John Benthien.

John Benthien und sein Team werden zu einem abgelegenen Haus gerufen, vor dessen Tür die Leiche der vermissten Tochter des Hauses als Eisstatue in Szene gesetzt wurde. Während die Ermittlungen am Laufen sind, kommt es zu weiteren Morden. Die Polizei tappt im Dunkeln.

John Benthien und seine Kollegen haben alle Hände voll zu tun. Die Ermittlungsarbeiten werden sehr authentisch geschildert. Anfangs lassen Fortschritte in der Ermittlung auf sich warten. Die einzelnen Puzzleteile passen nicht zusammen. Für mich als Leser war es spannend die einzelnen Schritte zu verfolgen. Immer mehr fügen sich die einzelnen Puzzleteile zusammen.

Die Charaktere sind alle gut geschildert, so dass man ein lebendiges Bild vor sich hat. Ich hatte keine Mühe die Personen auseinander zu halten, obwohl es doch einige sind. Falls man doch Mühe haben sollte, gibt es ein Personenregister, welches helfen kann.

Das Buch beginnt mit einem superspannenden Einstieg, da die erste Eisleiche gefunden wird und die Beschreibung diesbezüglich sehr detailliert ist. Man ist gefesselt und möchte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Neben den laufenden Ermittlungen erfährt man über Briefe des Mörders an seine Tochter erschreckende Dinge aus seinem Leben, mit denen er seine Handlung rechtfertigen möchte. Seine Gedanken sind entsetzlich und man hofft, dass er bald gefunden wird.

Nebenbei hat Ben, der Vater von John (der nach dem Tod seiner Frau wieder neue Lebensfreude gefunden hat) mit einen Foodblog begonnen. Ich habe mich darüber herrlich amüsiert.

Der Schreibstil ist spannend und ich habe das Buch richtig verschlungen. Ein Buch mit guter Ermittlungsarbeit, viel Spannung und zwischenmenschlichen Problemen - ein weiterer gelungener Krimi mit John Benthien. Ich kann das Buch wärmstens empfehlen.

Veröffentlicht am 08.02.2018

tiefgründig....

Die Vergessenen
0 0

Der Klappentext hat mich neugierig gemacht. Das Buch, welches während des zweiten Weltkrieges seinen Ursprung hat, ist spannend und sehr flüssig erzählt.

Es geht um geheime Akten, die Ärger bringen und ...

Der Klappentext hat mich neugierig gemacht. Das Buch, welches während des zweiten Weltkrieges seinen Ursprung hat, ist spannend und sehr flüssig erzählt.

Es geht um geheime Akten, die Ärger bringen und deshalb vernichtet werden müssen. Manolis Lefteris bekommt den Auftrag diese Dokumente zu finden und dem Auftraggeber zu zu stellen. Manolis kennt den Inhalt der Unterlagen nicht, doch weshalb sind ausser ihm noch weitere Personen daran interessiert? Als Veras Cousin Chris getötet wird, bemerkt sie, dass er dabei war, jemanden zu erpressen. Ihre Nachforschungen ergeben, dass ihre Tante während des 2. Weltkrieges als Krankenschwester in einem Pflegeheim gearbeitet hat. Es herrschten unmenschliche Zustände, in Hungerhäusern mussten Kranke qualvoll verhungern. Ebenfalls wurden Menschen mutwillig mit Lungenentzündungen und TBC infiziert. Vera ist entsetzt und gräbt immer tiefer. Erst sehr spät merkt sie, dass es Leute gibt, die jede Grenze überschreiten um ihre Geheimnisse zu bewahren.

Die Handlung geschieht in zwei Zeitebenen. In der Gegenwart begleiten wir Manolis Lefteris und die Journalistin Vera. In die Vergangenheit tauchen wir mit Kathrin Mändler. Manolis ist ein grosser Sympathieträger, auch wenn er viele Fehler gemacht hat. Er ist verletzlich und seine Vergangenheit hat mich berührt. Die Journalistin Vera wirkt immer irgendwie verzweifelt und ist noch nicht richtig im Leben angekommen. Das lässt sie aber sehr echt wirken. Ebenfalls ist ihre Wissbegierde sehr beeindruckend.

Bei der Figur von Kathrin fühlte ich mich hin und her gerissen. Sie hätte ihre Verbrechen sühnen können, tat es aber nicht. Doch ich möchte über die Verhältnisse in der damaligen Zeit und ihre Liebe zu Landmann nicht urteilen.

„Die Vergessenen“ befasst sich mit dem Unrecht an wehrlosen Menschen. Ebenfalls steht auch das Thema Schuld und Sühne im Mittelpunkt. Krieg ist ein Ausnahmezustand, es gab keine Regeln und Kriegsverbrecher mussten sich nie für Ihre Vergehen verantworten.

Das Buch stimmt in jedem Fall sehr nachdenklich. Mich persönlich hat das Buch unglaublich berührt und traurig gemacht. Es ist ein Buch mit Tiefgang und ich kann es wärmstens empfehlen.