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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.04.2025

Ein klares Jahreshighlight für mich!

Der Gott des Waldes
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Zwischen hohen Bäumen und dichten Sträuchern liegt mitten in den Adirondack Mountains, in einem Naturreservat, ein Jugendferienlager, welches der reichsten Familie der Gegend, den Van Laars gehört. Alljährlich ...

Zwischen hohen Bäumen und dichten Sträuchern liegt mitten in den Adirondack Mountains, in einem Naturreservat, ein Jugendferienlager, welches der reichsten Familie der Gegend, den Van Laars gehört. Alljährlich werden in diesem Ferienlager Kinder und Jugendliche, vor allem reicher Familien, hingeschickt, wo sie sich innerhalb zwei Monaten mit den Umgangen mit der Natur und dem Überleben in der Wildnis beschäftigen. Erstmalig nimmt die dreizehnjährige Tochter der Van Laars, Barbara, im Jahr 1975 am Sommercamp teil. Doch gegen Ende der Saison verschwindet sie spurlos. Eine große Suchaktion wird gestartet, doch sie bleibt verschwunden. Was die Situation tragischer und auffälliger macht ist, dass ihr damals achtjähriger Bruder, Bear, vor 14 Jahren spurlos verschwunden und nie wieder aufgetaucht ist.

Die Geschichte hat mich bereits nach der ersten Seite in seinen Bann gezogen. Nicht nur waren die Charaktere vielfältig und interessant, getrieben von ihren eigenen Wünschen, mit ihren eigenen Träumen und Emotionen, oder die Geschichte sehr gut ausgearbeitet, dass ich bis zur Auflösung nicht wusste was Bear widerfahren ist und ob Barbara noch lebt, sondern auch, dass Liz Moore es phenomenal geschafft hat Spannung ohne viel Action zu schreiben. Die meiste Zeit konnte und wollte ich das Buch nicht zur Seite legen, sondern nur weiterlesen. Die Geschichte von Barbaras, sowie Bears Verschwinden war so gut ausgearbeitet, dass man das Gefühl hatte, selbst dabei zu sein.
Es ist wirklich, wie bereits durch die Auszeichnungen angedeutet, ein 'literarischer Thriller der Spitzenklasse'. Liz Moore hat es geschafft nicht nur einen spannenden Thriller zu schreiben, sondern hat es auch geschafft die Rolle eines raffinierten Gesellschaftsroman anzunehmen. Themen wie traditionelle Rollenmuster, Vorurteile gegenüber Frauen in männerdominierten Berufen und die Macht, die Reichtum und Status verleihen. Es schafft, die Ungerechtigkeit zwischen den verschiedenen sozialen Schichten zu verdeutlichen und mit was allem reicher und einflussreiche Leute davonkommen. Es ist ein brandaktuelles Thema, das der Geschichte an einiges an Tiefe verleiht.

'Der Gott des Waldes' würde ich als keinen klassischen konventionellen Thriller bezeichnen, sondern als ein ausgeklügelt konstruierten literarischen gesellschaftskritischen Kriminalroman beschreiben, der sich mit vielen wichtigen gesellschaftlichen Themen der damaligen, sowie heutigen Zeit beschäftigt.
Liz Moore hat es geschafft die perfekte Mischung eines spannenden Thrillers und eines raffinierten Gesellschaftsromans zu schreiben. Ich würde 'Der Gott des Waldes' wirklich jedem empfehlen, vor allem denen, die etwas wirklich Außergewöhnliches lesen wollen oder denen, die auf der Suche nach ihrem Jahreshighlight sind.

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Tiefgründig, dringlich, aktuell

Russische Spezialitäten
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Bei dem Roman 'Russische Spezialitäten' handelt es sich um eine Biographie, in der der Autor eine ganz persönliche Seite des Kriegs zwischen der Ukraine und Russland veranschaulicht. In 'Russische Spezialitäten' ...

Bei dem Roman 'Russische Spezialitäten' handelt es sich um eine Biographie, in der der Autor eine ganz persönliche Seite des Kriegs zwischen der Ukraine und Russland veranschaulicht. In 'Russische Spezialitäten' erzählt Dimitrij Kapitelmann die Familiengeschichte seiner ukrainisch-russischen Familie.
1990 zieht er, als er noch ein Kind war, mit seiner Familie von Kiew nach Leipzig um. Dort eröffnet die Familie ihren eigenen Laden, welcher russische Spezialitäten verkauft. Den Laden besuchen nicht nur Deutsche, sondern auch die Nashi, andere Aussiedler, zu denen sie gegenseitig ein familiäres Verhältnis haben. Doch wegen COVID-19 und Problemen in der Familie wird der Laden, der zentrale Punkt in der Familie Kapitelmann, geschlossen. Nach Beginn des Kriegs wird das bereits etwas schwächere Verhältnis zu seiner Familie immer komplizierter.
Während dem Ablauf der Handlung der Geschichte erfahren wir vieles über die Vergangenheit und die Gegenwart des Lebens des Protagonisten und Autors. Sein persönliches Verhältnis zu seiner Muttersprache, seinem Heimatland, seinen politischen Standpunkt und Zerrissenheit zwischen seiner Familie und der Politik. Wie er sich immer mehr von den zunehmenden radikalen Weltanschauungen seiner Eltern entfernt. Schließlich reist er zur Ukraine um seiner Mutter zu verdeutlichen, was due Wahrheit ist.
Dimitrij Kapitelmann schafft es seine Gedanken und Gefühle so feinfühlig auszudrücken, dass man denkt, man hat einen Einblick in seinem tiefsten Inneren. Mehr über seine inneren Konflikte und seine Gedanken und Gefühle zu erfahren war für mich am interessantesten.

Dimitrij Kapitelmann hat einen sehr kreativen Schreibstil, an dem man sich ersteinmal gewöhnen muss. Er macht viel Anspielungen auf die russische Sprache und benutzt ukrainische und russische Ausdrucke im ganzen Roman. Ich liebte die Wortspiele, die er verwendet hat. Ich finde der Schreibstil spiegelt die Situation, denn dieser ist genau so anspruchsvoll und verwirrend wie die ganze Situation, in der sich Dimitrij befindet.

Ich fand die den Roman und wie Kapitelmann es geschafft hat, so persönlich über seine Auseinandersetzung zu dem Krieg, der Krieg selbst und seine Folgen auf die Menschen, selbst die, die kilometerweit entfernt sind. Die Nachricht, die Dimitrij Kapitelmann überbringen will, ist eindeutig; dieser Krieg ist, wie so viele, sinnlos, schmerzlich und entfremdent. Die Geschichte einer Person die nicht direkt vom Krieg betroffen ist, aber irgendwie auch doch schon is, fand ich sehr interessant.
Man spürt beim Lesen sofort, dass Dimitrij Kapitelmann seine innersten Emotionen und Erlebnisse auf Papier festgehalten hat. Ich fand das Buch sehr überzeugen und würde es jedem empfehlen, die einen Einblick in das Leben von Leuten, die indirekt vom Krieg betroffen sind.

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Veröffentlicht am 13.04.2025

Magische Romance, die leider am Ende nachließ

A Fragile Enchantment
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A fragile Enchantment' von Allison Saft ist ein magischer und atmosphärischer Slowburn-Romantasy mit einer spannenden und vielversprechenden Prämisse, die leider, meiner Meinung nach, nachgelassen hat.

Das ...

A fragile Enchantment' von Allison Saft ist ein magischer und atmosphärischer Slowburn-Romantasy mit einer spannenden und vielversprechenden Prämisse, die leider, meiner Meinung nach, nachgelassen hat.

Das Cover ist wirklich wunderschön und der Farbschnitt passt perfekt zu dem Äußerlichen des Covers.
Die Autorin bringt durch ihre blumige Sprache die Geschichte zum Leben. Der Schreibstil passt sehr gut zur magischen Atmosphäre der gesamten Geschichte.

Niamh, eine Iverin, wird nach Avaland berufen, um die Hochzeitsroben des neuen königlichen Ehepaars anzufertigen. Denn sie besitzt 'göttliches Blut', Magie, und kann Emotionen und Erinnerungen in Kleidungsstücke. Wegen dieser Gabe wird sie vom König persönlich zum Hofe berufen, doch dort wird sie nicht willkommend empfangen, denn die Iverer werden von den Avaländern diskriminiert und unterdrückt. Dort befreundet sie sich mit einem weiteren Außenseiter, Sinclair, der ihr die politischen und sozialen Probleme näherbringt. Auch lernt sie den Prinzen und zukünftigen Bräutigam, Kit, kennen.
Im Laufe der Handlung gerät sie in Skandale, politischen Machenschaften und Problemen und ins Querfeuer zwischen ihren Pflichten und Morale und ihren Gefühlen zu denjenigen, den sie niemals haben kann, der Prinz und Bräutigam Kit.

Die Figuren im Roman sind gut ausgearbeitet und man merkt sofort, dass die Autorin bedacht hatte, dass es sich nicht nur um Nebencharaktere handeln soll, sondern auch dass sie ihre eigenen Gedanken, Gefühle und Ziele haben. Sie alle passen sehr gut zusammen, sodass sich mühelos ein Netz aus nachvollziehbaren Beziehungen und Abhängigkeiten entsteht.
Niamh war mir am Anfang sehr sympathisch. Ihre witzige und direkte Art war erfrischend und hatte einiges für den Inhalt der Geschichte zu bieten. Doch leider fand ich sie ungefähr ab der Mitte der Geschichte, nachdem sie und Kit sich das erste Mal geküsst hatten, nicht mehr so überzeugend, wie am Anfang, denn ich könnte viel ihrer Handlungen und Gedanken nicht nachvollziehen oder nachempfinden.
Kit durchläuft eine überzeugende Entwicklung, denn am Anfang schien er mir ziemlich herablassend und seine Verhaltensweise nicht nachvollziehbar, doch nachdem man die Gründe seines Wesens herausgefunden hatte, wurde er um einiges sympathischer.
Die Romanze zwischen Kit und Niamh ist der zentrale Punkt der Geschichte, doch ich fand sie nicht sehr glaubenswürdig oder romantisch, sondern eher zu schnell und an manchen Stellen etwas kitschig. Die Verbindung zwischen ihn und Niamh habe ich leider nicht sehr gespürt, doch umso emotionaler fand ich die Beziehung zwischen Kit und seinem Bruder, dem Prinzregenten Jack oder auch die Freundschaft zwischen Kit und Sinclair. Im Gegensatz zu Niamhs und Kits Beziehung fühlte sich die Brüderschaft zwischen ihn und Jack oder der Freundschaft zwischen ihn und Sinclair tiefgründig, vielseitig und herzlicher an. Von Rosa und Miriam hätte ich gerne noch mehr erfahren, da sie sehr komplexe und interessant Figuren sind, die, meiner Meinung nach, zu wenig vorgekommen sind.

Meine Kritik, weswegen mein Vergnügen am Ende des Buches getrübt wurde, ist, dass viel zu viel Handlung wegen des Romance-Plots abgespeckte oder ganz weggelassen wurde, oder dass wichtig Problem, für die man aktiv Lösungen sucht, am Ende der Geschichte mit einem 'wird erledigt' abgestempelt wird. Ebenfalls kam mir Politik zu kurz, denn es hatte viel Potential, die soziale Situation anzusprechen und Parallele zum echten Leben zu erstellen, welches leider nicht ausgeschöpft wurde. Generell fand ich, dass manche Sachverhalte eine größere Rolle spielen haben sollen, der Roman hätte eine andere Aufteilung seiner Prioritäten haben sollen. Beispielsweise hätte mich sehr interessiert, wie der Konflikt zwischen Jack und und dem Vater von Rosa gelöst wird, aber es hat mich weniger interessiert als sie die Nacht im Wintergarten. Mich hat auch gestört, dass angeblich die meisten Avaländer, Iverer verabscheuen, doch als Jack und Niamh geheiratet haben gab es kein Protest, oder selbst am Hof, als sie im'Geheimen' zusammen waren, hat niemand zu den skandalösen Nachrichten reagiert, wie ich erwartet hätte und haben die ganze Situation schneller und positiver Angenommen als erwartet.

Abschließend kann ich sagen, dass 'A fragile Enchantment' es ein guter, aber verbesserungsfähiger Romantasy-Roman war. Doch Leuten, die viel Romance und nur etwas Worldbuilding mögen, wird diese Geschichte gut gefallen, denn trotz meiner genannten Kritikpunkte ist es eine unterhaltsame Geschichte für zwischendurch, mit witzigen Figuren und süßen Beziehungen.

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Veröffentlicht am 22.03.2025

Viel Romance, wenig Fantasy

The Stars are Dying
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Die äußere Gestaltung von 'The Stars are Dying' ist einfach umwerfend. Der wunderschöne Farbschnitt und das bezaubernde Cover machen sehr neugierig auf den Inhalt des Buches.

Astrea hat sehr wenig Kontrolle ...

Die äußere Gestaltung von 'The Stars are Dying' ist einfach umwerfend. Der wunderschöne Farbschnitt und das bezaubernde Cover machen sehr neugierig auf den Inhalt des Buches.

Astrea hat sehr wenig Kontrolle über ihr eigenes Leben. Seit einem Vorfall hat sie ihre Erinnerungen verloren und wurde von Hector, einem sehr kontrollierenden Mann, der Astrea nicht viel erlaubt. Einer ihrer wenigen Freuden ist es, ihre Freundin heimlich zu besuchen. Als diese für die Prüfungen des Libertatem auserwählt wurde, beschließt Astrea mitzukommen. Doch Alles kommt ganz anders als erwartet und Astreas Leben wird auf den Kopf gestellt.

Da ich nicht super viel Na und Romantasy lese, bin ich mit einigen Sachen nicht sehr bekannt, doch ich fand, dass der Anfang sehr vielversprechend war, vor allem die Gefahr durch Vampire, die Libertatem Prüfung, die unbekannte Vergangenheit von Astrea und Nyte, der mysteriöse und geheimnisvoll ist und Astrea nicht von der Seite weicht.

Leider fand ich, dass das Fantasysetting zu kurz kam. Es hatte so viel Potential zum Ausschöpfen, doch des Buch hat sich eher auf die Charaktere und ihre Beziehung zueinander konzentriert. Dadurch wurde zu viel bei den Fantasy-Elementen und am Worldbuilding weggelassen. Die Plottwists waren für mich voraussehbar und die Rätsel sehr einfach.

Mir gefiel die Dynamik zwischen den einzelnen Charakteren gut, vor allem die zwischen Astrea und Nyte war interessant. Leider mochte ich den Spitznamen, den er ihr gegeben hat nicht sehr.



Deshalb fand ich das Buch 'The Stars are Dying' ganz gut, doch die Welt war mir zu oberflächlich aufgebaut um den Buch mehr Punkte zu geben. Trotz dessen ist 'The Stars are Dying' jedem Romantasy-Liebhaber ans Herz zu legen, der so etwas mag.

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Veröffentlicht am 10.02.2025

Neue skurrile und bizarre Abenteuer in Gravity Falls

Willkommen in Gravity Falls - Verschollene Legenden
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Wer bereits die Show 'Willkommen in Gravity Falls' möchte, wird diese Comic-Buch lieben!
Ein Muss für alle Gravity Falls-Fans!

Das Buch und die Geschichten sind genau wie die Show: verrückt, übernatürliche, ...

Wer bereits die Show 'Willkommen in Gravity Falls' möchte, wird diese Comic-Buch lieben!
Ein Muss für alle Gravity Falls-Fans!

Das Buch und die Geschichten sind genau wie die Show: verrückt, übernatürliche, witzig, mystisch, geheimnisvoll und vor allem Eins, originell!
Man lernt neue skurrile Figuren kennen und trifft alte Bekannte. Vor allem ist es den Illustratoren und Alex Hirsch gelungen die Essenz der Serie gekonnt einzufangen, und daraus neue verrückt Abenteuer mit den beliebten Charakteren, im gleichen Zeichenstil wie in der Serie, zu machen.
Nicht nur Dipper, Mabel und co. gehen auf skurrile Abenteuer, mit Zwergen, Dämonen und verschiedenen Dimensionen, sondern man erfährt auch etwas über die Vergangenheit von Stan und Stanley.

Ich würde empfehlen, dass bevor man sich in die spaßigen Geschichten verliert, wissen sollte, dass alle Geschichten auf die Handlungen der Serie aufgebaut sind, sodass man sich dadurch Spoilern kann, oder keinen genauen Durchblick während des Lesens hat. Trotz dessen können auch Leute ohne vorherige Kenntnis Spaß am Lesen haben!

Das Buch ist ein Spaß für Jung und Alt, und wirklich jedem Gravity Falls-Fans zu empfehlen!

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